Mission in aller Welt

100 Jahre Weltmissionssonntag
Ausgabe Nr. 42
  • Weltkirche
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Frauen backen im nordäthiopischen Missionsregion Adwa Brote gemeinsam mit ihren Kindern.
Mission in Adwa: In Äthiopien backen benachteiligte Frauen Brote für Vertriebene. Missio will den Frauen dadurch ein Stück Eigenständigkeit zurückgeben. ©Missio / Simon Kupferschmied

Am 18. Oktober widmen sich Pfarren in Österreich der Weltkirche: Anlässlich des 100. Weltmissionssonntags der Päpstlichen Missionswerke werden Spenden für die ärmsten Diözesen der Welt gesammelt. Im Fokus der Mission steht heuer Äthiopien.

Was bedeutet Mission, wenn sie nicht belehren, sondern begegnen will? Diese Frage stellt sich die Kirche, seit sie ein Verständnis von Mission hinterfragt, das vielerorts mit kolonialen Machtverhältnissen verflochten war. Im Jubiläumsjahr des Weltmissionssonntags, den Papst Pius XI. 1926 einführte, rückt Missio Österreich die Konfliktregion Tigray im Norden Äthiopiens in den Mittelpunkt. Krieg, Vertreibung und sexualisierte Gewalt haben dort tiefe Spuren hinterlassen, erst vor kurzem flammten die Kämpfe wieder auf. Für Christoph Lehermayr, Chefredakteur des Missio-Magazins „allewelt“, ist es ein „vergessener Konflikt“.

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Mission in Adwa

In Adwa, einer Kleinstadt in Tigray, betreibt Salesianerpater Luan Trinh Khin eine Bäckerei, in der Frauen, die Gewalt erlebt haben, Arbeit finden.
Laut Missio werden dort täglich 5.000 Laibe Brot gebacken und an Binnenvertriebene verteilt, die Frauen verdienen ein eigenes Einkommen. Die Abkehr vom kolonialen Denken will Missio ganz praktisch leben: zuhören statt großer Empfänge, Know-how anbieten, Projekte nicht für sich reservieren. „Wir haben zwar finanzielle Ressourcen, aber die Ideen und die Umsetzung kommen von den Projektpartnern vor Ort“, sagt Nationaldirektor Johannes Laichner. Ein ehrlicher Satz, der das Gefälle nicht verschweigt: Wer bezahlt, hat Einfluss. Partnerschaft heißt dann vor allem, ihn nicht auszuspielen.

Durch Mission von der Weltkirche lernen

Wie diese Zusammenarbeit aussieht, zeigt sich beim Blick auf Äthiopien: Das Christentum ist dort bereits seit dem vierten Jahrhundert Staatsreligion. In ein Land, in dem der Glaube länger gelebt wird als in vielen Teilen Mitteleuropas, kommt man nicht als Lehrer, sondern als Gast.

„Solidarität ist nie eine Einbahnstraße“,

sagt Laichner. Mission ist „Begegnung und Teilen dessen, wovon man selbst überzeugt ist“.

Am 18. Oktober sind daher alle Gläubigen eingeladen, mit ihren Spenden die Arbeit der lokalen Kirchen zu unterstützen, bei der Kollekte in den Pfarren oder online. Im Mittelpunkt steht dabei, über Kontinente und Kulturen hinweg verbunden zu sein, so Laichner. „Wenn uns das gelingt, dann beginnt in der Pfarre die Weltkirche.“ Und zu den Spenden dürfen uns auch dieses Jahr die fair produzierten Missio-Pralinen schmecken, die in den Kirchen zu den Gottesdiensten angeboten werden.

Autor:
  • Sita Goldrian
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