Mariafeiertag in der Sauna

Anekdoten
Ausgabe Nr. 48
  • Heiter bis heilig
Autor:
Immakulata: Maria als Unbefleckte Empfängnis, aus deren Händen eindrucksvoll goldene Strahlen hervortreten – die von der Gottesmutter bewirkten Gnaden. Ein Bild in der Bürgerspitalkapelle in Bruck an der Leitha. ©Rupprecht/kathbild.at

Heitere Anekdoten aus dem kirchlichen Geschehen: Entdecken Sie unerwartete Geschichte.

Es gibt Situationen, in denen man nicht weiß, ob man lachen oder sich ärgern soll. Bei der aktuellen hat sich Leserin Johanna Weinkum fürs Wundern entschieden.  
Sie saß an einem 8. Dezember in der untersten Reihe der Damensauna des Floridsdorfer Bads im 21. Wiener Bezirk.
Insgesamt waren etwa zwölf Damen da, von denen drei offensichtlich miteinander befreundet waren. Sie unterhielten sich über den aktuellen Tag.
Erste Frau: „Heute ist ein Marienfeiertag.“
Zweite Frau: „Ah ja, Maria Geburt!“  
Dritte Frau: „Nein nicht heute, das weiß ich sicher, das ist am 15. AUGUST!"

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Maria Empfängnis

Tatsächlich feiert die katholische Kirche am 8. Dezember das „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“ (Mariä Empfängnis). Dabei wird nicht – wie irrtümlich oft angenommen – die Jungfräulichkeit Mariens gefeiert, sondern die Überzeugung der Kirche, dass Maria seit Beginn ohne Sünde gewesen ist. Das entsprechende Dogma wurde 1854 von Papst Pius IX. als Glaubenslehre der katholischen Kirche verkündet. Davon zu trennen ist die Lehre von der jungfräulichen Empfängnis Jesu durch den Heiligen Geist. In Österreich hat der
8. Dezember eine jahrhundertealte Tradition. In der NS-Zeit wurde der Feiertag am 8. Dezember abgeschafft. Nach Ende des Krieges führte eine von Hunderttausenden Österreichern getragene Unterschriftenaktion zu seiner Wiedereinführung. Der Beschluss des Nationalrats im Jahr 1955 ist auch Ausdruck des Dankes für die wiedererlangte Freiheit Österreichs.

Autor:
  • Bernadette Spitzer
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