Leo in Österreich? Why not!
Hirtenhund
Papst Leo pflegt einen neuen, anderen Stil als sein Vorgänger Franziskus. Er trägt eine Smartwatch, soll eine starke Rückhand beim Tennis haben und legt Wert auf protokollarische wie modische Korrektheit. Auch logiert er ab sofort wieder im Apostolischen Palast. Seine Wohnung soll auch einen Fitnessraum beherbergen. Ist es nicht erstaunlich, wie rasant sich die Aura des Amtes in den letzten 15 Jahren verändert hat? Vom unnahbaren, in Form erstarrten Benedikt über den unkonventionellen Poncho-Papst Franziskus bis hin zum gleichermaßen technik-kritischen (KI ist pfui-gack!) wie technik-affinen straighten Manager-Typ Leo.
Papst Leo in Österreich?
Da passt es gewissermaßen ins Bild, dass dieser Papst seine Reisediplomatie nicht etwa symbolträchtig auslegt wie Franziskus, der nach Lampedusa reiste, sondern am Samstag eine Tagesvisite nach Monaco unternimmt. Tatsächlich gibt es ein gewisses Rätselraten, was Leo ausgerechnet in diese schnöselige Hochglanzwelt führt. Angeblich hatte dies bereits sein Vorgänger vorgehabt – quasi als Monaco Franze 2.0. Aber Lampedusa stand Franziskus besser zu Gesicht. Und gäbe es gerade nicht genügend dramatische Hotspots der Weltpolitik, mit deren Besuch Leo seiner Friedensbotschaft mehr Nachdruck verschaffen könnte? Stattdessen: Monaco. Was kommt dann? Österreich? Tatsächlich soll Alexander Van der Bellen Leo nach Österreich eingeladen haben. Konkret habe laut Bericht der „Krone“ außerdem der Grazer Weihbischof Johannes Freitag den Papst in die Steiermark eingeladen. Seine Antwort: „Why not?“ – Warum nicht?
Leo und seine Why-not-Answer
Vermutlich wird Leo nun nach seiner leichtfertigen Why-not-Answer jede freie Minute in seinem päpstlichen Fitnessraum für diesen Besuch trainieren, um neben dem Landeshauptmann der Herzen, der steirischen Eiche Arni, bella figura zu machen. Möglich, dass die beiden dann auf den Spuren Benedikts auch auf einen kleinen Workout nach Heiligenkreuz fahren. Dort gibt es schließlich nicht nur ein verwegenes Kloster zu visitieren, sondern bekanntlich auch einen Fitnessraum, früher einmal als „Praeparatorium ad martyrium“ betitelt. Dort kann Leo dann nochmal an den modernen Fitness-Folter-Geräten jenen Satz wiederholen, mit dem er seine Warnung vor KI illustriert hat: „Alle Muskeln sterben ab, wenn wir sie nicht mehr nutzen, und deshalb muss auch das Gehirn benutzt werden, damit wir unsere Intelligenz nicht verlieren.“ Je länger ich darüber nachdenke – ganz ohne KI –, desto besser gefällt mir die Idee eines Papstbesuches in Österreich. Why not?