„In vier Wochen auf Mission nach Nigeria“

Glaubenszeugnis
Ausgabe Nr. 9
  • Spiritualität
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Durch die Gebete seiner Familie fühlt sich David Zeilinger in seiner Mission von ihr getragen.
Durch die Gebete seiner Familie fühlt sich David Zeilinger in seiner Mission von ihr getragen. ©Privat

In einem Monat bricht David Zeilinger, 27, nach Nigeria auf. Als Missionar wird er dort Gemeinschaften des Neokatechumenalen Wegs unterstützen. Wie lange er bleiben wird, ist ungewiss.

Der ‚Neokatechumenale Weg‘ ist eine Gemeinschaft innerhalb der katholischen Kirche. Die Mitglieder treffen sich jede Woche in kleinen Gruppen zum Gottesdienst und zum Austausch.

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Als Missionar tätig

Herr Zeilinger, noch arbeiten Sie bei Missio, den päpstlichen Missionswerken. Aber Sie stehen kurz vor einem großen Aufbruch nach Nigeria, wo Sie als Missionar tätig sein werden. Wie wird Ihre Arbeit dort aussehen? 

Ganz genau weiß ich das nicht. Was ich sagen kann: Meine Mission ist eine innerhalb des Neokatechumenalen Weges. Seit ich dreizehn Jahre alt war, gehöre ich zu einer neokatechumenalen Gemeinschaft. Auch in Nigeria gibt es einige solche Gemeinschaften in verschiedenen Städten. Mit einem Team, dem ein Priester und ein Seminarist angehören, werden wir diese besuchen und unterstützen. Ich gehe auf ‚Itineranz‘, wie wir es innerhalb des Neokatechumenalen Weges nennen. Wir werden sicherlich viel ‚on the road‘ sein. 

Ihre Mission hat kein offizielles geplantes Ende. Sie wissen nicht, wie lange Sie bleiben werden.

Es gibt keine zeitliche Begrenzung für die ‚Itineranz‘. Natürlich kann ich die Mission jederzeit abbrechen und wieder nach Hause fahren. Ich kann aber auch einige Jahre bleiben. 

Das klingt nach einem Schritt ins Ungewisse. Wie geht es Ihnen dabei?

Es kann sein, dass ich es noch nicht ganz realisiert habe. Aber ja, es ist ein echter Schritt ins Ungewisse. In den vergangenen Jahren habe ich aber gemerkt – auch durch meinen Job bei Missio, der mir ‚zugefallen‘ ist –, dass der Herr mich in meinem Leben führt. Ich glaube schon, dass ich mich auch auf Entbehrungen einstellen muss, die mir jetzt noch nicht bekannt sind. Aber ich bin zuversichtlich. Afrika und die Lebendigkeit der Kirche dort waren mir vor meiner Arbeit bei Missio eher unbekannt. Ich habe erfahren, wie sehr das Christentum dort wächst. Mir ist die starke Verbundenheit, die wir in der Weltkirche miteinander haben, bewusst geworden. Auch die Verantwortung, die wir für unsere Brüder und Schwestern haben, die verfolgt werden oder die in starker Armut leben. Ich freue mich darauf, die Kirche in Nigeria aus einer anderen Perspektive zu erleben. Ich habe viel von der Freude und Glaubensstärke der Menschen dort trotz Bedrängnis gehört. 

„Seit ich dreizehn Jahre alt war, gehöre ich zu einer neokatechumenalen Gemeinschaft.“

David Zeilinger

Nigeria ist immer wieder wegen der Gewalt gegen Christen in den Schlagzeilen. Macht Ihnen die Sicherheitslage Sorgen?

Es gibt Zonen, in denen man sich als Christ eher nicht aufhalten sollte, und solche, die relativ sicher sind. Da vertraue ich auf meine Verantwortlichen vor Ort. Der Priester in meinem Team ist schon seit vielen Jahren dort.

 

Wie sieht denn die konkrete Vorbereitung auf Ihren Einsatz aus?

Ich lasse sehr vieles zurück. Meine Wohnung gebe ich auf und auch sehr viele andere Dinge. Das, was mir wichtig ist, verstaue ich. Und ein paar Impfungen muss ich mir auch holen. 

Ihre Entscheidung, als Missionar nach Nigeria zu gehen, hat mit einer anderen Entscheidung zu tun: Sie prüfen, ob das Priesteramt Ihre Berufung ist.

Ich habe mich entschieden, dem Herrn mein ‚Ja‘ zu geben, und darüber mit den Verantwortlichen in meiner Gemeinschaft gesprochen. Diese haben mir vorgeschlagen, zuerst Erfahrung als Laie in der Itineranz zu sammeln und in diesem Rahmen zu prüfen, ob das Priesteramt mein Weg ist. 

Wie hat eigentlich Ihre Familie auf Ihre Pläne reagiert?

Mein Vater war sehr zuversichtlich, als ich ihm davon erzählt habe. Ich glaube, er freut sich mit mir, dass ich diesen Schritt mache. Für meine Mutter war es nicht ganz so leicht. Ich denke aber, das ist normal. Sie lässt sich ihre Sorgen aber nicht anmerken, um mich nicht zu verunsichern. Und auf die Unterstützung meiner acht Geschwister konnte ich zählen. Durch ihr Gebet fühle ich mich stets getragen. 

Schlagwörter
Autor:
  • Sandra Lobnig
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