„Ich liebe die Arbeit mit Kindern“
Glaubenszeugnis
Lenka und ihr Ehemann kommen aus der Slowakei und wohnen mit ihren drei Kindern im 22. Bezirk. Eine besondere Form ihres Glaubenslebens hat sie in der Katechese des Guten Hirten gefunden, einer religiösen Erziehung im Rahmen der Montessori Pädagogik, für Kinder ab drei Jahren. Die Idee des Atriums – eines kindgerecht gestalteten Raumes, der die Entwicklung des religiösen Lebens unterstützt – wurde in den 1950er-Jahren von Sofia Cavalletti und Gianna Gobbi in Rom geboren.
Mit Ehemann und Kindern nach Wien
Lenka, du lebst seit sechs Jahren mit deiner Familie in Wien. Ihr hattet gar nicht vor, so lange zu bleiben. Warum seid ihr immer noch hier und werdet, so wie es aussieht, in Wien bleiben?
Wir sind wegen des Jobs meines Mannes nach Wien gezogen. Ich war damals schwanger mit unserer Tochter und dachte ‚Warum nicht? Wien wird ein kleines Abenteuer, die Kinder können hier in den Kindergarten gehen und Deutsch lernen.‘ Irgendwann haben wir gemerkt, wie sehr unsere Kinder hier schon integriert sind. Da haben wir beschlossen, zu bleiben. Ich arbeite aber immer noch als Rechtsanwältin in Bratislava und pendle von Wien aus in meine Arbeit.
Nachdem ihr nach Wien gezogen seid, habt ihr für eure Kinder ein kirchliches Angebot gesucht und seid im Atrium, der Katechese des Guten Hirten, fündig geworden.
Ich kannte die Katechese schon aus Bratislava, habe im Internet danach gesucht und den Hinweis auf das Atrium auf der Homepage der Erzdiözese Wien gefunden.
Kinderkatechese
Das Atrium ist eine spezielle Form der Kinderkatechese. Die Kinder treffen sich jede Woche in einem besonders eingerichteten Raum. Wie läuft so ein Treffen ab?
Im Atrium, das von der Montessori-Pädagogik inspiriert ist, lernen die Kinder, in der Stille zu hören, was Gott ihnen zeigt. Das ist am Anfang vielleicht ungewohnt, aber mit der Zeit können sie sich gut darauf einlassen. Es gibt eine Gebetsecke, eine liturgische Ecke, in der die Kinder mit den liturgischen Geräten und Farben arbeiten dürfen, zum Beispiel mit kleinen, nachgebauten Kelchen und Patenen. Im Alter zwischen drei und sechs sind Kinder sehr fasziniert von dem Unterschied groß-klein. Sie lieben also diese kleinen Gegenstände. Sie können aber auch Aktionen wie das Anzünden einer Kerze üben. Und dann gibt es einen Teil, in dem die Katechetinnen mit den Kindern über das Leben Jesu sprechen. Sie konzentrieren sich dabei auf die schönen Geschichten, auf das Licht, die Auferstehung.
„Kinder liegen mir sehr am Herzen. Ich liebe die Arbeit mit ihnen, ich liebe ihre Präsenz.“
Lenka Kmeťová
Du hast selbst die Katechese-Ausbildung gemacht. Was fasziniert dich am Atrium?
Die Stimmung im Atrium ist kontemplativ. Wir denken, dass der Heilige Geist präsent ist. Und wir gehen davon aus, dass es eine Beziehung zwischen Gott und dem Kind gibt, die sehr intim ist. Als Eltern oder Katecheten sollte man deshalb nach einem Treffen nicht viel nachfragen oder nachbohren. Die Kinder erzählen manchmal von sich aus. Zum Beispiel haben meine Kinder Sätze zu mir gesagt wie ‚Ich denke, Mama, dass Jesus mich wirklich liebt.‘ Das finde ich sehr schön.
Gestaltung Kinderwortgottesdienst
Du bist nicht nur ausgebildete Katechetin, sondern gestaltest auch den Kinderwortgottesdienst in der Gemeinde Johannes Paul II., die ihr als Familie besucht.
Kinder liegen mir sehr am Herzen. Ich liebe die Arbeit mit ihnen, ich liebe ihre Präsenz. Deshalb engagiere ich mich. Und ich staune immer wieder, wie auch kleine Kinder fähig sind, in der Stille zu sein oder zwanzig Minuten zuzuhören, wenn man etwas präsentiert.
Du bist jemand, der selbst die Stille sucht?
Ich versuche kontemplativ zu beten, inspiriert von den Wüstenvätern. Eigentlich spreche ich dabei keine Gebete, sondern bin in der Stille, gebe alles an Gott ab. Worte sind keine nötig, dafür ein Herz, in das Gott kommen kann.
Lenka Kmeťová
Alter: 39
Wohnort: Wien 22
Lebensmotto: Engagiere dich neben deiner Arbeit und mache damit die Welt besser.
Gott ist für mich: Begleitung.
Sonntag bedeutet für mich: Zeit mit Gott und mit der Familie.