„Keinen Hehl daraus gemacht, dass ich katholisch bin“

Glaubenszeugnis
Ausgabe Nr. 13
  • Spiritualität
Autor:
Elfriede Theiner sagt, dass das Hauptprinzip in ihrer Verbindung die Religio, der Glaube, ist. ©Privat

Elfriede Theiner, 78, gründete vor über dreißig Jahren eine Mittelschulverbindung. Ihr Anliegen: zeigen, dass Intellektualität und Glaube einander nicht ausschließen.

Elfriede Theiner ist pensionierte Richterin und lebt im 20. Bezirk.

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Katholisches Verbindungswesen

Frau Theiner, wie kam es zu Ihrem Engagement im katholischen Verbindungswesen? 
Ich kenne das Verbindungsleben schon von klein auf. Mein Vater war Gründer einer Verbindung des Mittelschüler-Kartell-Verbands. 1995 habe ich selbst mit vier Gleichgesinnten die Mittelschulverbindung „Vindobona nova“ gegründet, die mittlerweile seit 31 Jahren besteht. Mir war immer schon wichtig, zu zeigen, dass auch selbstständige, intelligente Frauen gläubig sein können und dass einander Intellektualität und Glaube nicht ausschließen. 

Verbindung ist Religio

Die Scientia ist eines der Prinzipien in katholischen Verbindungen. Wie wirkt sich das konkret in der Vindobona nova aus?
Wir haben zum Beispiel einmal im Monat unsere theologischen Disputationes, bei denen wir theologische Themen diskutieren. Kürzlich etwa die Frage nach dem freien Willen des Menschen. Das Hauptprinzip unserer Verbindung ist allerdings die Religio, der Glaube. Auf der Religio basiert alles. 

Sie treffen einander mehrmals im Monat zu den so genannten Konventen. Besonders spannend: Die Mitglieder in der Verbindung sind altersmäßig sehr gemischt.
Man kann mit der Oberstufe, also ab 14 Jahren der Verbindung beitreten. Unser jüngstes Mitglied ist 17, das älteste 83 Jahre alt. Das Generationenübergreifende ist etwas sehr Schönes. Wir sind alle miteinander per Du, egal wie alt jemand ist. Dahinter steckt die besondere Art von Freundschaft in einer Verbindung, die Amicitia. Wir sind nicht unbedingt ‚Bussi-Bussi-Freundinnen‘, sondern Bundesschwestern. Das bedeutet: Ich halte zu dir, ich stehe zu dir. Es handelt sich um eine willentliche Freundschaft, in der wir einander auch ganz praktisch unterstützen.  

„Es ist und war für mich selbstverständlich, in die Kirche zu gehen.“

Elfriede Theiner

Angelobung Feuerwehrmitglied

Inwiefern?
Wenn die Jungen in der Schule Probleme haben, helfen die Älteren, die sich auskennen. Ich als Richterin habe auch schon öfter in rechtlichen Fragen unterstützt. Wenn jemand etwa einen Mietvertrag prüfen will, lese ich mir den durch und melde zurück, wenn es Punkte gibt, die man sich genauer anschauen sollte. Auch bei finanziellen Schwierigkeiten helfen wir einander.

Das Verbindungsleben ist Ihnen seit der Kindheit vertraut, also auch der Glaube.
Für mich war es leicht zu glauben, weil ich in einem katholischen Elternhaus aufgewachsen bin. Es war für mich selbstverständlich, in die Kirche zu gehen.

In meinem Leben gab es wie in jedem Leben Höhen und Tiefen. Der Glaube war mir immer eine Stütze. Vielleicht klingt das überheblich, aber Glaubenszweifel hatte ich nie. 

Ich hatte trotz allem, was ich falsch gemacht habe oder was mir passiert ist, das Vertrauen, dass Gott da ist. Dass ich angenommen bin trotz meiner Fehler.

Ich habe auch nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich katholisch bin. Als ich als Richterin gearbeitet habe, haben das alle gewusst, meine Kollegen, die Anwälte. Ich habe mich immer bemüht, mein christliches Fundament auch in meinen Beruf einfließen zu lassen. 

Verbindungsleben

Sie sind nicht nur im Verbindungsleben engagiert, sondern auch aktiv in Ihrer Pfarre im 20. Bezirk.
Ich lebe schon seit meiner Geburt im 20. Bezirk, sogar immer noch im selben Haus und war als Kind in den Kinder- und Jugendgottesdiensten in der Pfarre. Im katholischen Gymnasium Maria Regina bin ich dann stärker in die Liturgie hineingewachsen. Damals wurden die Messen noch auf Latein gefeiert. Heute gestalte ich die Gottesdienste in der Pfarre Johannes Paul II. und zwar in der Teilgemeinde Sankt Brigitta mit. Ich bin Kantorin, Kommunionspenderin, Lektorin – und ich suche zusammen mit dem Diakon und dem Kaplan die Lieder für die Messe aus. Dafür schaue ich mir die Lesungen des Sonntags an und wir überlegen, welche Lieder passen könnten. Bei der Gemeinde kommt das gut an.  

Schlagwörter
Autor:
  • Sandra Lobnig
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