Gedanken zur Botschaft von Papst Franziskus

Meinung zum Weltfriedensstag
Ausgabe Nr. 3
  • Meinung
Autor:
Sr. Anneliese Herzig leitet den Bereich Mission und Soziales in der Österreichischen Ordenskonferenz. ©Katpress/Michaela Kreil

Schwester Anneliese Herzig leitet den Bereich Mission und Soziales in der Österreichischen Ordenskonferenz. Sie schreibt ihre Gedanken zur Botschaft von Papst Franziskus zum Weltfriedenstag.

Seit einigen Jahren habe ich mir angewöhnt, meinen Weihnachtsbrief erst dann zu schreiben, wenn ich einen roten Faden, ein Motto für mich gefunden habe. In diesem Jahr musste ich lange danach suchen. Schließlich hat mich die Botschaft von Papst Franziskus zum Weltfriedenstag angesprochen. Ich habe mir drei Gedanken daraus mitgenommen und glaube, dass sie inspirierend sein können, nicht nur für mich, sondern auch in Kirche und Gesellschaft:

  1. Es ist nicht einfach, in Zeiten wie diesen zu hoffen. Vieles am Zustand dieser Welt spricht dagegen. Dahinein fällt das Wort von Papst Franziskus: „Das Herz für die Hoffnung offen halten“. Hoffen ist ein aktiver Vorgang, ein Tun, eine Entscheidung, in all dem Durcheinander die Hoffnungsspuren nicht zu übersehen, sondern das Gute buchstäblich zu suchen. Nicht um das Dunkle „wegzuhoffen“, sondern um eine gesunde Balance herzustellen. Staunen lassen mich zweite Sätze, die der Jesuit Alfred Delp 1945 im Gefängnis, zwei Tage vor dem Prozess am Volksgerichtshof, der zu seiner Verurteilung zum Tod führte, geschrieben hat: „Wir sind nicht allein. Wir sind den Dingen gewachsen.“ Was für ein starkes Wort in dieser Situation!
     
  2. Ja, wir sind nicht allein. Da ist Gott. Da sind auch die anderen Menschen. Wir brauchen einander. Denn, so Papst Franziskus: „Niemand rettet sich allein.“ Deswegen arbeiten auch die Ordensgemeinschaften seit vielen Jahren zusammen und vernetzen sich zur gegenseitigen Stärkung in herausfordernden Zeiten. Diese Vernetzung dient letztlich dem Wohl anderer. Sei es im Bereich Mission und Soziales, den ich seit kurzem leiten darf, oder in den Bereichen Gesundheit und Pflege, Kultur, Bildung und Schule, Kommunikation.
     
  3. Gleich ist der Jänner wieder vorbei. Eben noch haben wir einander zugerufen: Ein gutes neues Jahr! Was wird aus diesen Wünschen werden? Ein paar Worte von Papst Franziskus haben mich aufgeweckt. Er schreibt, dass es darum geht, an einem guten neuen Jahr mitzuwirken. Mitwirken! Wir alle sind dafür verantwortlich, dass es ein gutes neues Jahr für möglichst viele Menschen wird. Die Ordensgemeinschaften Österreichs wollen ihren Beitrag dazu leisten. Ich auch. Mit den Füßen und dem Herzen fest geerdet, fähig zu einem aufmerksamen Blick auf die Wirklichkeit und die Ereignisse der Geschichte, so Papst Franziskus.

Der Kommentar drückt die persönliche Meinung des Autors aus!

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Autor:
  • Anneliese Herzig
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