Ein begeisterter Sternsinger erzählt

Diese Freude sollen auch die Kinder heute erleben
Ausgabe Nr. 1
  • Meinung
Autor:
Sternsinger Moritz Korbel
Seit vielen Jahren ist Moritz Korbel bereits mit viel Freude bei den Sternsingern dabei. ©privat

Moritz Korbel ist begeisterter Sternsinger, verantwortlich für die Ministranten in seiner Pfarre in Pottendorf-Landegg und Jungscharleiter. Kinder sind dem Lehrling ein großes Anliegen.

In Pottendorf-Landegg ziehen die Sternsingergruppen am 6. Jänner durch den Ort. Moritz Korbel ist als Begleitperson dabei.


Moritz, du bist schon seit vielen Jahren beim Sternsingen dabei. Was macht für dich den Zauber des Sternsingens aus?

Als ich noch kleiner war, war der Sack Süßigkeiten das Besondere (lacht). Später dann die Freude, die vor allem ältere Personen haben, wenn wir sie besuchen. Viele von ihnen freuen sich extrem, wenn wir kommen und für sie singen. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine alte Dame, die so glücklich war, dass sie fast zu weinen begonnen hat. Ich glaube, sie war ein bisschen einsam. Schön ist auch, wenn uns die Leute schon aus ihrem Haus entgegenkommen oder uns fragen, wann wir denn endlich zu ihnen kommen. Als Begleitperson finde ich es sehr schön, wenn die Kinder, mit denen ich unterwegs bin, eine Freude beim Sternsingen haben. Deswegen begleite ich die Gruppen jetzt auch: Mir hat das Sternsingen immer so viel Spaß gemacht, das sollen auch die Kinder heute erleben.  


Wie läuft das Sternsingen bei euch in der Pfarre ab?

Wir treffen uns am 6. Jänner in der Früh im Pfarrhof, dort kleiden sich die Kinder ein. Wir feiern eine Messe und der Pfarrer entsendet die Könige. Wir sind am Vormittag unterwegs, jede Gruppe geht ihre Route ab, dann gibt es ein gutes Mittagessen. Rindssuppe, Schnitzel und Pudding. Das ist so Tradition, auch meine Mutter hat mir von diesem Mittagessen erzählt. Am Nachmittag gehen wir noch eine Runde. Ein paar Tage später treffen wir uns zur ‚Verteilerjause‘, wo wir die Kinder die Höhe der Einnahmen schätzen lassen und ihnen ein kleines Geschenk und die Süßigkeiten mitgeben.


Kommt es auch vor, dass ihr nicht freudig empfangen werdet?

Ja, es gibt auch Leute, die nicht aufmachen. In den großen Wohnhausanlagen passiert das öfter. Da ist es dann schon demotivierend, wenn niemand aufmacht. Manche machen auch nur das Fenster auf und geben uns die Spende und Süßes, ohne dass wir für sie singen sollen. Aber im Großen und Ganzen sind die Leute freundlich, wir sind ja auch ein kleiner Ort.

 

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Du bist in deiner Pfarre auch Jungscharleiter und verantwortlich für die Ministranten. Kinder scheinen dir ein großes Anliegen zu sein.

Ja! Das, was ich selber als schön erlebt habe, den Kindern zu vermitteln, finde ich sehr toll. Und mit ihnen zusammen zu sein. Bei den Gruppenstunden der Jungschar ist es besonders schön, wenn sie mir was erzählen oder zeigen, weil wir uns schon besser kennen. Oder wenn sie bei einem Ballspiel alle meinen, dass sie mich abschießen müssen. 

 
Die Pfarre ist für dich schon immer ein Ort, an dem du verwurzelt bist.

In der Pfarre treffe ich meine Freunde. Am Sonntag feiern wir gemeinsam, sehen uns dann im Pfarrcafé. Natürlich denke ich mir manchmal, dass ich lieber länger schlafen würde, als in die Kirche zu gehen. Aber dann mache ich es trotzdem. Das gemeinsame Feiern kriegt mehr Bedeutung. Man sagt ja: Gott verbindet.

„Es ist schön, wenn uns die Leute schon aus ihrem Haus entgegenkommen oder uns fragen, wann wir denn endlich zu ihnen kommen.“
Moritz Korbel über das Sternsingen

Die Gemeinschaft mit den anderen, das miteinander Feiern ist für mich ein ganz wichtiger Aspekt meines Glaubens.


Und außerhalb der Pfarre: Bist du als gläubiger Jugendlicher eine Ausnahmeerscheinung?

Eigentlich nicht. Ich war auf einer katholischen Privatschule, dort war Gott immer wichtig. Und in meiner Arbeit bin ich bei der christlichen Gewerkschaft. Ich habe das Gefühl, man findet überall auch andere Menschen, die gläubig sind. Man findet Gott überall.

Autor:
  • Sandra Lobnig
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