„Für mich ist entscheidend, wie der Pfarrer predigt!“
Glaubenszeugnis
Während der Corona-Pandemie bereitete sich auch Barbara Schwenks Tochter auf die Erstkommunion vor. Damals stieg Barbara in die Vorbereitung ein.
Pfarrer der Schottenkirche angesprochen
Frau Schwenk, Sie waren mit der Erstkommunion-Vorbereitung in der Pfarre nicht ganz zufrieden und haben den Pfarrer der Schottenkirche, Pater Augustinus, kurzerhand angesprochen.
BARBARA SCHWENK: Der Diakon, der bis dahin zuständig war, wollte nicht mehr weitermachen, und die ganze Situation war etwas unsicher. Ich bin also zum Pfarrer, habe mich vorgestellt und gesagt: ‚Grüß Gott, wir kennen uns noch nicht. Ich hätte da ein paar Verbesserungsvorschläge und Ideen.‘ Pater Augustinus hat das sehr freudig aufgegriffen und mich gleich eingeladen, mitzumachen. Im darauffolgenden Jahr kamen dann auch noch zwei weitere Frauen aus der Gemeinde dazu. Jetzt sind wir ein Team von fünf Leuten mit unterschiedlichen Berufen und Talenten. Nur mit dem klassischen Modell der ‚Tischmütter‘ kann ich wenig anfangen. Ich finde es sexistisch. Diese Arbeitsteilung: Der Pfarrer erzählt die ‚hochtheologischen‘ Sachen, und wir sitzen da und basteln. Ich bastle gern, aber ich will mich nicht darauf reduzieren lassen.
Was berührt Ihr Herz, wenn Sie mit den Kindern arbeiten?
Ich freue mich immer irrsinnig, wenn die Kinder gern in die Kirche und ins Pfarrcafé kommen und wir in den Vorbereitungsstunden gemeinsam singen. Wenn Sie sich in der Kirche auskennen und sich dort wohlfühlen – so wie ich mich auch wohlfühle. Und es berührt mich, wenn die Kinder begreifen, worum es bei der Erstkommunion geht. Wenn sie zumindest eine Ahnung haben.
Vorbereitung in der Schottenpfarre
Gibt es Dinge, die Sie selbst im Zuge der Vorbereitung lernen?
In der dritten Vorbereitungsstunde schauen wir uns den Wiener Schottenaltar genau an und Pater Augustinus erklärt viel darüber. Die Kinder fragen dabei immer überraschende Dinge, auf die ich nie gekommen wäre. Was man da alles bemerken kann! Das ist für mich sehr spannend.
„Für mich ist entscheidend, wie der Pfarrer predigt.“
Auf der Suche nach einer Pfarre
Sind Sie in der Schottenkirche aufgewachsen?
Nein. Meine Eltern waren nicht religiös. Ich war zwar als Kind bei der Jungschar und sehr begeistert vom charismatischen Diakon dort. In der Pubertät war Kirche dann aber nicht mehr cool. Es hat mich lange überhaupt nicht interessiert. Bis es irgendwann zu einem großen Umbruch in meinem Leben kam. Ich habe damals das gemacht, was man ‚Gewissensprüfung‘ nennen würde. Ich bin in mich gegangen und habe mich gefragt, wo ich Fehler gemacht habe, was ich hätte besser machen können. Damals habe ich auch angefangen, mich mit Gott und den großen Fragen des Lebens zu beschäftigen. Und ich habe mich auf die Suche nach einer Pfarre gemacht. Ich wollte wieder in die Kirche gehen, aber nicht in irgendeine.
Pfarrer und Predigten
Wo sind Sie fündig geworden?
Zuerst in der Pfarre Rodaun. Die Predigten von Peter Schipka, der dort Pfarrer war, haben mich sehr angesprochen. Dann bin ich in den 2. Bezirk gezogen und war wieder in der Situation, mir eine Pfarre zu suchen. Ich bin jeden Sonntag in eine andere Kirche gegangen und habe mich immer gefragt: Fühle ich mich wohl? Gefällt mir, wie gepredigt wird? So bin ich in die Schottenkirche gekommen.
Es ist entscheident, wie der Pfarrer predigt
Dass man mehrere Kirchen anschaut, um die richtige zu finden, ist ungewöhnlich.
Für mich ist sehr entscheidend, wie der Pfarrer predigt. Ob es da etwas gibt, was mich anspricht. Ich will wissen, was mit den Lesungen gemeint ist, was ich mir daraus für mein Leben ableiten kann und was ich besser verstehen will.
In der Schottenpfarre geheiratet
In der Schottenkirche haben Sie schließlich auch geheiratet.
Ich habe meine Sandkastenliebe wiedergetroffen und schnell war klar: Wir wollen zusammen sein. Uns war wichtig, in einer Kirche zu heiraten, wo wir zur Gemeinde gehören und wo wir uns zu Hause fühlen. Und vom Pfarrer getraut zu werden, der uns kennt.
Barbara Schwenk
Lebensmotto: Carpe Diem.
Gott ist für mich: überall und allumfassend.
Sonntag bedeutet für mich: Freude, Gemeinschaft, Innehalten, Gedanken vertiefen.