Begegnung mit Christus

5. Sonntag der Osterzeit
Ausgabe Nr. 17
  • Sonntag
Ausschnitt des Altarmosaiks von Max Spielmann in der Pauluskirche im Innsbrucker Stadtteil Reichenau zeigt den Weg des Völkerapostels von Jerusalem über Damaskus ---bis nach Rom.
Dieser Ausschnitt des Altarmosaiks von Max Spielmann in der Pauluskirche im Innsbrucker Stadtteil Reichenau zeigt den Weg des Völkerapostels von Jerusalem über Damaskus ... bis nach Rom. ©CC BY-SA 4.0 Luftschiffhafen Wikimedia Commons

Gedanken zur 1. Lesung von Sr. M. Anna Pointinger

5. Sonntag der Osterzeit, Lesejahr B – 28. April

Bevor Saulus nach Jerusalem kam, erfuhr er eine Lebenswende um 180 Grad. Dementsprechend holte ihn zunächst seine Vergangenheit als Verfolger jener, die den Namen Jesu anriefen, schonungslos ein. Er wurde abgelehnt. Die Angst vor ihm war zu groß. Ohne die Empfehlung von Barnabas hätte er in der Gemeinde in Jerusalem keinen Anschluss gefunden. Doch Barnabas bezeugte seine Begegnung mit dem Gekreuzigten und Auferstandenen und sein freimütiges Auftreten im Namen Jesu in Damaskus.

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Es war die persönliche Begegnung mit dem Auferstandenen, die die Umkehr des Saulus bewirkte. Entschlossen und mutig folgte er daraufhin dem Ruf Jesu. Derselbe Auferstandene, der sich Saulus offenbarte, schenkt auch mir seine Gegenwart und hat eine Sendung für mich! Bin ich bereit, seinem Ruf zu folgen?  

Saulus drängte es, sein ganzes Leben einzusetzen, eigene Grenzen zu überwinden und buchstäblich an die Ränder zu gehen, um für den Auferstandenen Zeugnis zu geben.

Zu Saulus gehört das Reisen. Seine erste Begegnung mit dem Auferstandenen fand auf einer Reise statt und seinen Auftrag, den Auferstandenen zu bezeugen, erfüllte er in derselben Weise: unterwegs und reisend. Reisen verlangen, Gewohntes und Vertrautes zurückzulassen, auf neue Horizonte zuzugehen, neue Welten zu berühren, offen zu sein für Unbekanntes und Anderes, suchend und tastend dem inneren Licht entgegenzuwandern. Christus, das Licht, ist die Mitte der Kirche durch alle Zeiten und Orte.

 

1. Lesung Apostelgeschichte 9,26–31

Mit Saulus begann die junge Kirche, sich über den jüdischen Raum hinaus auszubreiten.

In jenen Tagen, als Saulus nach Jerusalem kam, versuchte er, sich den Jüngern anzuschließen. Aber alle fürchteten sich vor ihm, weil sie nicht glaubten, dass er ein Jünger war. Barnabas jedoch nahm sich seiner an und brachte ihn zu den Aposteln. Er berichtete ihnen, wie Saulus auf dem Weg den Herrn gesehen habe und dass dieser zu ihm gesprochen habe und wie er in Damaskus freimütig im Namen Jesu aufgetreten sei. So ging er bei ihnen in Jerusalem ein und aus, trat freimütig im Namen des Herrn auf und führte auch Streitgespräche mit den Hellenisten. Diese aber planten, ihn zu töten. Als die Brüder das erkannten, brachten sie ihn nach Cäsarea hinab und schickten ihn von dort nach Tarsus. Die Kirche in ganz Judäa, Galiläa und Samarien hatte nun Frieden; sie wurde gefestigt und lebte in der Furcht des Herrn. Und sie wuchs durch die Hilfe des Heiligen Geistes.

2. Lesung 1 Johannes 3,18–24

Gott ist größer als unser Herz.

Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit. Und daran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind. Und wir werden vor ihm unser Herz überzeugen, dass, wenn unser Herz uns verurteilt, Gott größer ist als unser Herz und alles weiß. Geliebte, wenn das Herz uns aber nicht verurteilt, haben wir gegenüber Gott Zuversicht; und alles, was wir erbitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und tun, was ihm gefällt. Und das ist sein Gebot: Wir sollen an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben gemäß dem Gebot, das er uns gegeben hat. Wer seine Gebote hält, bleibt in Gott und Gott in ihm. Und daran erkennen wir, dass er in uns bleibt: an dem Geist, den er uns gegeben hat.

Evangelium Johannes 15,1–8

Die Jünger Jesu werden reiche Frucht bringen.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein kraft des Wortes, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir und ich bleibe in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so auch ihr, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Quelle: Lektionar für die Bistümer des deutschen Sprachgebiets. Authentische Ausgabe für den liturgischen Gebrauch. Band I: Die Sonntage und Festtage im Lesejahr A, Freiburg u. a. 2019. © staeko.net

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