Auf einen Espresso mit Franziskus

Hirtenhund
Ausgabe Nr. 40
  • Hirtenhund
Autor:
Tasse mit Espresso
Auf seinen vielen Reisen überrascht Papst Franziskus immer wieder mit seiner Vorliebe für Espressos. ©Alexander Shelegov
©Der SONNTAG

Der Hirtenhund bellt diese Woche über die Kaffeevorlieben von Papst Franziskus.

Das Leben ist kein Ponyhof. Aber die Kirche vielleicht eine Espresso-Bar. Zumindest, wenn es nach Franziskus geht. Denn auf seinen vielen Reisen überrascht der weiße Mann immer wieder mit seiner Vorliebe fürs Schwarze. So auch wieder bei seiner letzten Reise nach Luxemburg und Belgien, wo er nicht nur spontan und ungeplant bei einem Jugend-Festival auftauchte, sondern wo er unterwegs zwischen zwei Terminen seine Kolonne anwies, bei einer Espresso-Bar Halt zu machen, um quasi an den Rändern des kulinarischen Orbits Kirche erlebbar zu machen. Oder auch, um einfach mal wieder unter normale Leute zu kommen, angesichts der allüberall königlichen, präsidialen oder gesalbten Häupter in seinem Reiseplan. 

Werbung

Sehnsucht nach Normalität

Gut möglich, dass er sich auch jetzt in den laufenden Synoden-Beratungen manchmal zurück in die Bar wünscht oder heimlich an seinem iPad vor ihm herumgoogelt, in welchem römischen Bistro er denn rasch und unbehelligt einen Absacker nehmen kann. „Papa’s Café“ nahe des Pantheons hat leider „dauerhaft geschlossen“, lese ich. Unmittelbar daneben verspricht allerdings die Pizzeria „Da Francesco“ Herzhaftes „in einem unauffälligen, traditionsreichen Restaurant“. Paparazzi, aufgepasst – das klingt nach einem Geheimtipp zum Papst-Watching in den nächsten Wochen. Oder wie sonst sollte man die Aussage von Franziskus auf dem Rückflug aus Belgien – „Das mit der Bar war ein Scherz. Der nächste geht in eine Pizzeria“ – deuten? 

Zwischen Pizzeria und Kirchenpolitik

Ein Papst auf Abwegen, könnte man also sagen. Und wer würde es ihm verdenken, angesichts der intensiven Tage, die vor ihm liegen. Vielleicht bringt ihn die Zeit unter normalen Menschen auf andere Gedanken – und vielleicht erkennt er: Auch wenn sich die Espresso-Bars in Italien, Belgien, im Kongo, Argentinien oder sonst wo deutlich unterscheiden, das Getränk bleibt doch überall das gleiche. Übersetzt: Eine Kirche der unterschiedlichen Geschwindigkeiten mit unterschiedlichen regionalen Ausprägungen ist möglich – solange der ausgeschenkte, Pardon, ausgegossene Geist überall derselbe ist. Ein Kirchenreformkonzept à la Papa, auf eine Tischdecke oder einen Bierdeckel gekritzelt. Nicht undenkbar.  

Ein besonderer Namenstag

Übrigens ist am 4. Oktober Welttierschutztag und Namenstag des Papstes. Da gibt es zahlreiche Tiersegnungen im ganzen Land. Auch in Wien. Möglich, dass sich Franziskus da blicken lässt. Im Nightjet wird immerhin ein Frühstück mit Espresso serviert. Wenn er fährt. Und in der Pizzeria „Da Francesco“ im 21. Bezirk sind Hunde erlaubt. Ich werde ihn erwarten.

Autor:
  • Redaktion
Werbung

Neueste Beiträge

| Theologie
Biblische Freundschaften - Teil 1

Stefan Kronthaler schreibt in seiner Sommerserie über biblische Freundschaften. Im ersten Teil geht es um die Freundschaft zwischen Jonatan und David.

| Soziales
Klimagesund altern

Nach der bisher stärksten Hitzewelle des Jahres Ende Juni mit erstmals 40 Grad in der Bundeshauptstadt warnt die Forschung vor langfristigen Folgen für Gesundheit und Pflege, zeigt aber auch Potentiale für Klimaschutz und ein klimagesundes Altern auf.

| Wien und Niederösterreich
Mein Brief an Gott

Die Erzdiözese Wien lädt mit der Initiative „meinBRIEFanGOTT“ dazu ein, einen persönlichen Brief an Gott zu schreiben. Sorgen, Dank, Freuden oder stille Sehnsüchte – man schreibt einfach ganz im eigenen Stil.