25. August: Maria Troncatti

Auf dem Esel in die Mission
Ausgabe Nr. 34
  • Heiligenschein
Autor:
©Irene Unger

Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

Ihr Lachen am Foto lässt erahnen, welch heitere Person sie gewesen sein mag oder – wie ein Sturm ein Leben verändern kann. Heute ist Gedenktag der italienischen Don Bosco Schwester und Missionarin Maria Troncatti.

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Maria Troncatti: Von der Bergbauernfamilie zur Missionarin

Geboren wurde sie 1883 als zweites von vierzehn Kindern einer Bergbauernfamilie. Von daher war sie es gewöhnt, sich um andere zu kümmern und zuzupacken. Sie wusste, was sie für sich wollte, denn mit ihrer Volljährigkeit trat sie in den Orden der Don Bosco Schwestern ein. Während des Ersten Weltkriegs machte sie eine Krankenpflegeausbildung und arbeitete in einem Militärkrankenhaus.

Im Sommer 1915 fegte ein heftiger Sturm über das Land. Maria bekam Angst und begann, mit der Gottesmutter zu verhandeln: Wenn sie und ihr Bruder den Sturm überlebten, würde sie Missionarin werden. Offenbar gefiel der Gottesmutter die Idee und sie nahm an.

Maria als Missionarin im Amazonas

1922 ging die knapp 40 jährige Ordensfrau als Missionarin nach Ecuador. Arbeit hatte sie mehr als genug. Sie begann als Krankenschwester und Apothekerin, bevor sie 1925 mit einigen Mitschwestern in den Amazonas zog, um bei den Shuar-Indigenen zu arbeiten.

Die Frauen errichteten im Regenwald des Amazonas mehrere Missionsstationen. Maria war für die Einwohner Krankenschwester, Wundärztin, Orthopädin, Zahnärztin und Anästhesistin. Auch nahm sie mehrere Kinder in ihre Obhut, die mit Missbildungen auf die Welt gekommen waren und sonst keine Überlebenschance gehabt hätten.

„La Madrecita“ – Marias Einsatz für Frauen und Versöhnung

Besonders kümmerte sie sich um Frauen, und sie setzte sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung ein, aber auch für die Versöhnung zwischen ihnen und der nicht-indigenen Bevölkerung. 44 Jahre lang. Man nannte sie La Madrecita, Mütterchen.

Am 25. August 1969 starb Maria Troncatti bei einem Flugzeugabsturz. Sie war 86 Jahre alt. 2025 ist sie heiliggesprochen worden. Und Gedenktag hat heute auch Josef Calasanz, der Gründer der Piaristen.

Buchcover Von Bischofsstab bis Besenstiel
©Wiener Dom-Verlag

Das Buch zum Podcast

Heilige, das sind beeindruckende Persönlichkeiten auf allen Kontinenten, in allen Jahrhunderten: Herrscher und Sklaven, Brave und Aufmüpfige, Geistliche und Laien. Diese bunte Schar porträtiert Autorin Bernadette Spitzer in kurzweilig-informativen Geschichten, wobei sie die Besonderheit der jeweiligen Persönlichkeit treffend hervorkehrt. Sie übersetzt die teils sperrigen Quellen in eine heutige Sprache und spart dabei nicht mit einem Augenzwinkern. Die tägliche Auswahl dieser „Vorbilder“ reicht von in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannten, bis hin zu solchen, die erst vor kurzem heilig- oder seliggesprochen wurden. Aufgefrischt durch moderne Illustrationen und bemerkenswerte  Zitate wird das Buch zur täglichen Inspirationsquelle.

 

Bernadette Spitzer
Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.
Wiener Dom-Verlag.
ISBN: 978-3-85351-294-4

Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.

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Autor:
  • Bernadette Spitzer
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