13. Juli: Heiliger Heinrich

Der Stellvertreter
Ausgabe Nr. 27
  • Heiligenschein
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Mit dem Reichsapfel in der Hand wurde Heinrich von Jesus selbst gekrönt.
Mit dem Reichsapfel in der Hand wurde Heinrich von Jesus selbst gekrönt. ©Irene Unger

Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

Er war der erste, der bei seiner Kaiserkrönung einen Reichsapfel bekam und begründete die Vorstellung des Gottesgnadentums: Heinrich II. In einer Darstellung seiner Krönung sieht man das, denn er wird von keinem geringeren als Jesus selbst gekrönt. Heinrich verstand sich als Stellvertreter Gottes auf Erden, dem Gehorsam geschuldet wurde. Diese Auslegung des Gottesgnadentums wird heute kritisch hinterfragt.

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Heute würde man Heinrich wohl nicht mehr heiligsprechen

Anders formuliert – heute würde man Heinrich wohl nicht mehr heiligsprechen. 973 in Bayern geboren, war er bestimmt fromm, aber wohl auch berechnend und machtgierig. Die Forschung kommt zu keinem einheitlichen Ergebnis. Fakt ist, dass er sehr mächtig war, durch seine Herkunft und auch durch Eroberungen. Er führte ständig Krieg.

Heinrich stiftete viele Kirchen und Klöster

Auf der positiven Seite finden sich viele Kirchen und Klöster, die Heinrich gestiftet hat. Er benützte die Kirche zur Sicherung seiner Macht, denn er verlangte im Gegenzug Unterstützung von ihr. In seinen Urkunden steht gleich zweimal: „Wem mehr gegeben wird, von dem wird auch mehr gefordert.“ Heinrich starb am 13. Juli 1024. Er wurde 1146 heiliggesprochen. 1200 auch seine Frau Kunigunde. Die beiden sind das einzige heiliggesprochene Ehepaar des Mittelalters.

Buchcover Von Bischofsstab bis Besenstiel
©Wiener Dom-Verlag

Das Buch zum Podcast

Heilige, das sind beeindruckende Persönlichkeiten auf allen Kontinenten, in allen Jahrhunderten: Herrscher und Sklaven, Brave und Aufmüpfige, Geistliche und Laien. Diese bunte Schar porträtiert Autorin Bernadette Spitzer in kurzweilig-informativen Geschichten, wobei sie die Besonderheit der jeweiligen Persönlichkeit treffend hervorkehrt. Sie übersetzt die teils sperrigen Quellen in eine heutige Sprache und spart dabei nicht mit einem Augenzwinkern. Die tägliche Auswahl dieser „Vorbilder“ reicht von in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannten, bis hin zu solchen, die erst vor kurzem heilig- oder seliggesprochen wurden. Aufgefrischt durch moderne Illustrationen und bemerkenswerte  Zitate wird das Buch zur täglichen Inspirationsquelle.

 

Bernadette Spitzer
Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.
Wiener Dom-Verlag.
ISBN: 978-3-85351-294-4

Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.

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  • Bernadette Spitzer
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