Vertrauen
Ihnen gesagt
Das Vertrauen in die (katholische) Kirche steigt leicht auf minus 30 – ja, das „katholisch“ wurde in Klammer gesetzt. Das sind die Meldungen, die wir doch gerne hören. Wir sind unbeliebt wie fast nie zuvor, aber immerhin steigern wir uns um drei Punkte. Der APA-OGM-Vertrauensindex zeigt jährlich, wie schlecht es der (Amts-)Kirche geht im Vergleich zu anderen Institutionen. Dazu wurden 1.047 repräsentativ ausgewählte österreichische Wahlberechtigte im Oktober 2026 befragt.
Wem vertrauen die Österreicher?
Zu den weiteren Ergebnissen: Nur die sozialen Medien schneiden mit minus 70 Punkten schlechter ab als die Kirche. Andere christliche Kirchen oder Glaubensgemeinschaften wurden offenbar gar nicht berücksichtigt. Selbst die holpernde und rumpelnde Bundesregierung kommt auf minus 22 Punkte. Natürlich sind auch die Medien dick im Minus mit 13 Punkten. Und wem vertrauen Herr und Frau Österreicher? An der Spitze liegt die Polizei mit einem Saldo von plus 76 Punkten, gefolgt von der Volksanwaltschaft mit plus 60. Das Bundesheer büßte neun Punkte ein und erreichte plus 51, immerhin.
Vertrauen und Nationalfeiertag
Was sagt uns das angesichts des Nationalfeiertags am 26. Oktober? Institutionen, die für unser Land essentiell sind, erreichen sowohl Minus- als auch Pluspunkte. Nach welchen Kriterien diese vergeben werden, ist nicht ersichtlich. Ich habe nichts gegen die gute Bewertung der Polizei, aber ich versuche die Minuspunkte für die Kirche zu verstehen. Wieso schaffen wir es nicht gemeinsam, den Menschen mehr von dem zu vermitteln, was auch wir für das Zusammenleben in Österreich beitragen? Ob das Vertrauen in die Amtskirche steigt, wenn Pfarrer als Avatare Trauerreden halten, wenn aus der Kirche ausgetretene Lehrkräfte in katholischen Schulen unterrichten oder wenn wir Yoga in der Kirche anbieten, mag man sich selbst überlegen.