Sozialprojekt Vollpension: Backen für den guten Zweck

Backen mit dem Kardinalschnitten-König
Exklusiv nur Online
  • Soziales
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Sozialprojekt Vollpension Backakademie am Tablet
Sozialprojekt Vollpension Backakademie am Tablet ©Marco Adelsberger
Sophie Lauringer und Tochter Maria essen Kardinalschnitte
Sophie Lauringer und Tochter Maria essen Kardinalschnitte ©Marc Glassner

Hausgemachte Mehlspeisen gehören für viele von uns zur österreichischen Kultur. Das Sozialprojekt „Vollpension“ bereichert seit 2015 die Wiener Lokalszene mit einem sozialen und kulinarischen Ansatz: Seniorinnen und Senioren backen Kuchen und können auf diese Weise Geld zu ihrer Pension dazuverdienen. Im Lockdown hat das Lokal sein Angebot kurzerhand digitalisiert und bietet Online-Backkurse an. Der SONNTAG hat am Sonntagabend die Backakademie besucht.

Die Zutaten haben wir vorab telefonisch durchbesprochen, manches Küchengerät wird erst lange in der Lade gesucht wie die Winkelpalette. Jetzt ist alles bereits abgewogen und in kleinen Schüsseln vorbereitet. Die Liste ist lang, wir haben sie vor einigen Tagen per E-Mail erhalten. Wir stellen uns einer wirklichen Herausforderung: Kardinalschnitten hat meine backerfahrene Tochter Maria noch nie gebacken. Dank Herrn Gerhard ändert sich das jetzt. Der ungekrönte Kardinalschnitten-König hat bereits mehrere hundert Schnitten gebacken, die genaue Zahl weiß er nicht. Er kennt jeden Trick in der Zubereitung. So wissen auch wir nach dem Kurs beim Sozialprojekt „Vollpension“, wie man aus dem Handgelenk heraus Mehl in den Biskuitteig unterhebt oder wofür wir künftig die leeren Eierschalen verwenden werden.

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Backen lernen von den Besten beim Sozialprojekt „Vollpension“

Wir sind mitten in der Premium-Backakademie, der digitalen Backplattform der „Vollpension“ – einem innovativen Sozialprojekt. Das kreative Konzept des Wiener Generationencafés ist ein idealer Weg durch die Corona-Krise. Mit der Backakademie schafft die Vollpension eine digitale, zusätzliche und krisensichere Zuverdienstmöglichkeit für Seniorinnen und Senioren in Österreich. Im 6. Bezirk wurde für dieses Projekt ein eigenes Oma-Backstudio kreiert. Von hier dirigiert uns Herr Gerhard mit Hilfe seinen Assistenten David Schritt für Schritt zur fertigen Kardinalschnitte.

Backen gelb-weiß

Woher hat die beliebte Süßigkeit eigentlich ihren Namen? Herr Gerhard sagt: „1933 wurde im Rahmen des Katholikentages von der Traditionskonditorei Heiner im ersten Wiener Bezirk diese Schnitte erfunden und dem damaligen Wiener Erzbischof, Kardinal Innitzer gewidmet.“ Alle Finessen des Rezepts werden an dieser Stelle nicht verraten, aber unerlässlich ist für eine Kardinalschnitte der zweifärbige Teig in den Vatikan-Farben „gelb-weiß“.

Backen ohne Pause

Pause haben wir keine, auch wenn wir in der Einladung gelesen haben, dass wir gerne unser Lieblingsgetränk bereitstellen sollen. Herr Gerhard hat keine Längen, aber er nimmt sich Zeit, wenn einmal etwas nicht ideal gelingt, wie beispielsweise beim Missgeschick, das fast jeden einmal ereilt: Eine Teilnehmerin überschlägt das Schlagobers, das somit zur süßen Butter wird. Was alle schnell merken: Technik ist fast alles. Beim Backen muss man die Angaben genau beachten. Und wenn Herr Gerhart auch Tipps für Abwandlungen des Rezepts gibt, bleibt das süße Backwerk wirklich eine Herausforderung.

Nach gut zwei Stunden beißt Herr Gerhard in seine Kardinalschnitte, wir schaffen es zwei Stunden später. Maria und ich wissen, dass wir morgen einigen Leuten den Tag etwas versüßen werden.

Unsere Meinung zum Sozialprojekt „Vollpension“

Ein vergnügliches Backerlebnis für Fortgeschrittene. Das ideale Geschenk für kuchenbegeisterte Hobbybäckerinnen und -bäcker. Und auch die Muttertagstorte gelingt sicher mit der Vollpension. Dann raten wir allerdings zu einem Classic-Kurs.

Autor:
  • Sophie Lauringer
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