Schweizer Priester kämpft für bessere Welt

Pater Stephan Dähler
Ausgabe Nr. 17
  • Soziales
Autor:
Die Steyler Missionare pflanzen aktuell 10.000 Bäume in Togo ©M Stock
Wollte schon als Knirps Priester werden: Pater Stephan Dähler. © SVD

Erfahren Sie mehr über Pater Stephan Dähler, einen Schweizer Priester, der seit Jahrzehnten mit den Steyler Missionaren tief in der internationalen Hilfsarbeit verwurzelt ist.

Pater Stephan Dähler, gebürtiger Schweizer, ist seit fast vier Jahrzehnten auch in Österreich verwurzelt. 1989 trat er in Sankt Gabriel in den Orden der Steyler Missionare ein, 2000 wurde er dort zum Priester geweiht. 

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Pater Stephan Dähler, Sie sind seit einigen Monaten Direktor der ‚Missionsprokur Sankt Gabriel International‘ der Steyler Missionare. Welche Aufgabe verbirgt sich denn hinter dieser etwas sperrigen Formulierung?

(Lacht.) Die Steyler Missionare sind weltweit in 80 Ländern tätig, wo sie vor Ort Hilfsprojekte vorantreiben. Mein Team und ich überprüfen die Projekte, die meine Mitbrüder und die Steyler Missionsschwestern einreichen, machen sie den Menschen hier in Österreich bekannt und sammeln Spenden. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich am Spendenverhalten einiges geändert. Früher haben die Leute gespendet und zu uns gesagt: ‚Ihr wisst eh am besten, was ihr mit dem Geld tut.‘ Heute unterstützen sie uns sehr gezielt und wollen genau wissen, was mit ihrem Geld passiert. Das ist gut so, bedeutet aber auch, dass wir mehr Energie ins Fundraising stecken müssen.  

Um welche Projekte handelt es sich?

In Togo pflanzen wir gerade 10.000 Bäume, um bei den Menschen vor Ort Bewusstsein für den Klimawandel und die Umwelt zu wecken. Dort gibt es auch ein Projekt für alleinerziehende Mütter, denen wir helfen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In Indien stellen wir Schülerinnen Fahrräder zur Verfügung, damit sie ihren Schulweg sicher bewältigen können.

Sie haben Missionserfahrung in Togo, Westafrika, gesammelt und leben seit Beginn ihres Ordenslebens mit Mitbrüdern aus allen Teilen der Welt zusammen. Unterschiedliche Kulturen gehören zu Ihrem Alltag.

Wir bei den Steylern sagen, Interkulturalität ist unsere DNA. Sie ist für mich einerseits bereichernd, aber ja, auch herausfordernd. Das beginnt schon bei den kleinen Dingen des Alltags, etwa beim Essen. Da muss man manchmal erst zueinander finden. In Togo zum Beispiel haben wir vereinbart, dass es zur einen Hälfte der Zeit togolesisches Essen gibt, zur anderen Hälfte ‚Worldfood‘, also so etwas wie Nudeln. Grundsätzlich erlebe ich die Unterschiedlichkeit als sehr befruchtend. Man muss sich laufend hinterfragen und merkt: Das, was ich denke, ist nicht das einzig Wahre. Deshalb bin ich auch bei den Steyler Missionaren eingetreten. Mir war immer klar: Auch Gott ist so. Er lässt sich nicht einkasteln und für mich ist klar, er ist die Weite. 

Wie haben Sie den Orden kennen gelernt?

Ich wollte schon als kleiner Knirps Priester werden. Unser Pfarrer im Ort hat mich deshalb ins Gymnasium der Steyler geschickt. Dorthin kamen immer wieder Mitbrüder, die in Vorträgen von der weiten Welt erzählt haben. Das hat mich sehr fasziniert.   

„Unterschiedlichkeit erlebe ich als sehr befruchtend. Man muss sich laufend hinterfragen und merkt: Das, was ich denke, ist nicht das einzig Wahre.“


Pater Stephan Dähler  

Sie sind seit 35 Jahren Ordensmann. Wie haben Sie während dieser langen Zeit die Freude am Ordensleben lebendig gehalten?

Für mich war immer sehr wichtig, im Gebet und in der Beziehung zu Gott verwurzelt zu sein. Das sind die Basics. Genauso wichtig sind die Begegnungen mit den Mitbrüdern und den Menschen in den Pfarren. Zu sehen, wie Projekte gelingen, wie Menschen neue Lebensperspektiven gegeben werden, motiviert sehr. Da merke ich, dass Gott irgendwie seine Finger im Spiel hat. 

Autor:
  • Sandra Lobnig
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