Pummerin: Zeitzeugen erinnern sich

Anekdoten
Ausgabe Nr. 15
  • Heiter bis heilig
Autor:
Pummerin auf Tieflader
Die Glocke beim Transport auf einem Tieflader. ©Archiv der Dombauhütte/Paula Witsch
Pummerin im Hof der Dombauhütte
Mehr als fünf Jahre musste die Pummerin im Hof der Dombauhütte auf einem Gerüst ausharren, bevor sie im Oktober 1957 auf den Nordturm gehoben werden konnte. ©Archiv der Dombauhütte/Paula Witsch
Relief der Pummerin
Der oberösterreichische Bildhauer Franz Forster fertigte die Reliefs der neuen Pummerin an. Sie zeigen Motive der alten Glocke: die Belagerung Wiens, den Brand des Stephansdoms 1945 und die Muttergottes. ©Archiv der Dombauhütte/Paula Witsch
liturgische Waschung der Pummerin
Der damalige Domvikar (und spätere Dompfarrer) Karl Hugel kletterte für die liturgische "Waschung" der Glocke auf den Tieflader. ©Archiv der Dombauhütte/Paula Witsch
Dompfarrer Toni Faber mit Pummerin
Dompfarrer Toni Faber mit der heute viertgrößten frei schwingenden Glocke Europas. ©Lisa-Maria Trauer
Goldhauben werden seit mehr als 200 Jahren vor allem in Oberösterreich gefertigt und getragen. ©Wolfgang Sauber

Die Rückkehr der Pummerin nach Wien, ein Symbol des Wiederaufbaus. Entdecken Sie die festliche Ankunft der Glocke im Stephansdom.

Der 26. April 1952 war für die Wiener Bevölkerung ein großer Tag. Nachdem am Ende des Zweiten Weltkriegs der Stephansdom fast vollständig abgebrannt war und unter großen Mühen und der Zusammenarbeit aller Bundesländer wieder aufgebaut werden konnte, wurde an diesem Tag die neugegossene Pummerin in den Stephansdom gebracht. 

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Triumphzug nach Wien

Die alte, gegossen 1710 aus türkischen Kanonen, die während der Türkenbelagerung 1683 erbeutet worden waren, war dem Dombrand zum Opfer gefallen. Aus ihren Trümmern wurde 1952 die neue Pummerin in St. Florian gegossen. In einem regelrechten Triumphzug brachte man sie nach Wien. 

Kinderaugen sehen Rückkehr der Pummerin

Elisabeth Betelka war damals ein kleines Mädchen, vier Jahre alt. Ihre Mutter nahm sie mit, um die Glocke zu sehen. Die beiden standen am Gehsteigrand in der Nähe von Schönbrunn. Der Festzug fuhr direkt an ihnen vorbei. Das Mädchen bestaunte die riesigen Räder des Tiefladers und natürlich die gewaltige Glocke.

Pummerin bringt goldene Himmelsbotinnen

Dann aber entdeckte sie etwas noch Faszinierendes, nämlich Frauen mit etwas Goldenem auf ihren Köpfen. Es gab für Elisabeth nur eine Schlussfolgerung: Die Glocke kommt vom Himmel, dann müssen die Frauen auch von dort sein! „Gell, Mama, das da sind die Engerln!“ Und so wurden die Goldhauben-Frauen aus Oberösterreich für ein kleines Mädchen zu Himmelsbotinnen.

Die „Goldhauben“

Ursprung der Tradition

Die „Goldhauben“ entstanden in ihrer heutigen Form im 19. Jahrhundert und sind besonders in Oberösterreich aktiv. Die Hauben werden in aufwändiger Handarbeit gefertigt und innerhalb von Familien weitervererbt. Heute gibt es fast 18.000 Goldhaubenträgerinnen in Oberösterreich. Sie erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. 

Autor:
  • Bernadette Spitzer
    Bernadette Spitzer

Läuten der Pummerin

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