Rom 2025: Pilgerfahrt frühzeitig planen

Millionen Besucher erwartet
Ausgabe Nr. 14
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Römisches Verkehrschaos: Blick von der Via della Conciliazione auf den Petersdom. ©Pixabay

Lange verschleppte Baumaßnahmen bringen Rom für das Heilige Jahr 2025 an den Rand des Verkehrskollapses. Trotzdem lohnt es sich, schon jetzt für eine Pilgerfahrt in die Ewige Stadt zu planen.

Für die Ewigkeit bauten einst die Römer ihre Straßen und Monumente, bei der jüngeren Stadtverwaltung sieht das anders aus. Die Straßen sind marode, die öffentlichen Verkehrsmittel sowieso. Jahrzehntelang wurden notwendige Sanierungen aufgeschoben. So wie sie staut sich ebenso der Verkehr. Nur mit Glück erreicht man das gewünschte Ziel. Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri möchte das ändern. Unter- wie oberirdisch soll Rom wenigstens verkehrstechnisch den Anforderungen einer europäischen Hauptstadt künftig gewachsen sein.

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Antike Funde behindern Bauarbeiten in Rom

Der Anlass, diese Maßnahmen voranzutreiben, ist das kommende Heilige Jahr 2025. Eine U-Bahn-Linie wird saniert, eine andere ausgebaut. Gleiches gilt für die Tram. Zudem soll sich die Zahl der PKW in Rom reduzieren, die in einem Übermaß die Straßen verstopfen. Fußgänger sollen sich in der Stadt, in der Gehwege chronisch im Nichts enden, komfortabler fortbewegen können. Wünschenswerte Ziele für eine der meistbesuchten Städte der Welt.

Der Haken: die dafür notwendigen Bauarbeiten. Erst gegen Ende vergangenen Jahres fiel der Startschuss. Wie Pilze sprießen nun Baustellen aus dem römischen Boden, unter dem sich stets antike Überreste befinden. Bewohner einst römischer Städte auch in Mitteleuropa kennen die Problematik: Bevor es mit den eigentlichen Arbeiten weitergehen kann, muss der Fund zunächst begutachtet werden. Eine Verzögerung, die sich in Rom aktuell im Grunde niemand leisten kann.

Petersdom: Bernini-Baldachin wird restauriert

Das macht auch vor dem Kleinstaat in der Stadt keinen Halt. Rund um den Vatikan wird gegraben, gehämmert und gebohrt. Selbst im Petersdom kündet ein auffälliges Gerüst vom kommenden Heiligen Jahr. Der Bernini-Baldachin über Hauptaltar und Petrusgrab wird nach 250 Jahren restauriert. Zur Eröffnung des Jubeljahres zu Weihnachten sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Bis aber alle derzeit geplanten Maßnahmen der Stadt beendet sind, wird viel Wasser den Tiber hinuntergeflossen sein.

Rom: Das Heilige Jahr 2025

Alle 25 Jahre ruft die katholische Kirche ein Heiliges Jahr aus, das kommende beginnt am 24. Dezember 2024. Papst Franziskus wird an diesem Tag die Heilige Pforte am Petersdom öffnen, weitere Pforten-Öffnungen werden dann folgen. Bis Dezember 2025 werden die Pilgerinnen und Pilger durch eine dieser Pforten in Rom schreiten. In den folgenden zwölf Monaten werden nach Schätzungen Millionen von Besucherinnen und Besuchern in der Ewigen Stadt erwartet.

Warum "Heiliges Jahr" in Rom?

Das Heilige Jahr oder Jubeljahr geht auf eine jüdische Tradition zurück. Nach Levitikus 25,8ff. verlangt jedes 50. Jahr Befreiung der Sklaven, Erlass von Schulden und Rückgabe von Grund und Boden. In der katholischen Kirche soll das Heilige Jahr der inneren Erneuerung der Gläubigen dienen und wurde erstmals 1300 gefeiert. Zunächst fand ein Heiliges Jahr alle 100, später alle 50, dann alle 33 und schließlich alle 25 Jahre und außerdem zu besonderen Anlässen statt.

Es beginnt mit dem Öffnen der Heiligen Pforten und endet mit deren Schließung. Elemente des Heiligen Jahres sind Pilgerfahrten nach Rom und zu den römischen Kirchen sowie zu den anderen zentralen Orten der Christenheit; außerdem das Durchschreiten der Heiligen Pforten und der Erwerb des vollkommenen Jubiläumsablasses, also einer Befreiung von zeitlichen Sündenstrafen. Wer betet, beichtet und die Eucharistie empfängt, dessen Bußstrafen für begangene „zeitliche“ Sünden werden erlassen.

Traditionell finden in Rom zum Heiligen Jahr viele Sonderveranstaltungen statt. Seit Einführung der Heiligen Jahre ist die Vorbereitung auf die Pilgerströme auch der Anlass für intensive bauliche Maßnahmen in der Ewigen Stadt.

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Autor:
  • Stefan Kronthaler
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