Kirchenmusik: Neuer Rektor in Rom

Dominikanerpater Robert Mehlhart
Ausgabe Nr. 34
  • Meinung
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Vor dem Chor fühlt sich Robert Mehlhart als Mensch am wohlsten. ©Kiderle, München

Dominikanerpater Robert Mehlhart wurde in Wien zum Priester geweiht. Erfahren Sie warum Musik sein Leben ist.

Seit Juli ist Robert Mehlhart neuer Rektor des Päpstlichen Instituts für Kirchenmusik in Rom.

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Robert, was werden deine Aufgaben in deinem neuen Job sein?

Ich leite die Musikuniversität des Vatikans, an der rund 200 Menschen aus 42 Ländern studieren. Nach ihrem Studium kehren diese wieder in ihre Länder zurück, wo sie musikalisch wirken werden. Zu den Studierenden kommen am Institut viele Professoren, weil es in der Musik ja sehr viel Einzelunterricht braucht. Insgesamt muss ich schauen, dass das Werkel rennt. Und als Seelsorger ist es mir ein Anliegen, auf dem Campus eine Gemeinschaft zu kreieren, in der die Studenten – trotz natürlicher Konkurrenz als Musiker – als Brüder und Schwestern im Glauben leben.

Was ist dein erster Eindruck von Rom und deiner neuen Arbeit?

Ich war jetzt zwei Wochen in Rom, um mich einzurichten und habe gemerkt: Es ist ein Riesenunterschied, ob man Rom als Tourist besucht oder ob man dort arbeiten muss. Bei mir gibt es derzeit einen Alltag, der zu bewältigen ist, einen Alltag des Übergangs. Mich beschäftigen Fragen wie „Welcher Schlüssel passt in welches Schloss?“, „Wie funktioniert das Institut?“, „Wie hoch ist das Budget?“ Und unterrichten muss ich ja auch.

Regensburg, Wien, Oxford, München, Rom: Deine Musikbiographie umfasst einige Stationen. Welche Momente waren besonders prägend?

Was mir da gleich einfällt, ist die erste Probe in einem mehrstimmigen Chor, dem Nachwuchschor in Regensburg, als ich zehn oder elf Jahre alt war. Wir jungen Burschen kamen in den Chorsaal, in dem die Herren schon geprobt haben. Das Klangerlebnis, das mich da umgeben hat, war eine Urerfahrung für mich. Eine zweite wichtige Erfahrung war mein erster Auftritt im Musikverein während meines Studiums in Wien bei der Paukenmesse zusammen mit Nikolaus Harnoncourt. Und drittens ist da die Musik im alltäglichen, geistlichen Leben. Wir gehen im Kloster in den Tag, indem wir die Laudes singen. Zu wissen, dass man als betende Gemeinschaft auch singend vor Gott steht und eingebunden ist in den großen Gesang der Kirche, die an allen Orten das Lob Gottes erklingen lässt, berührt mich. Musik ist für mich ein roter Faden, der durch mein Leben geht. Ein Mitbruder hat mich einmal gefragt, wo ich mich als Mensch denn am wohlsten fühle. Meine Antwort war: vorm Chor.

Was ist es, das dein Herz als Chorleiter so erhebt?

Es gibt ja ganz verschiedene Chöre mit unterschiedlichen Formaten, vom professionellen Ensemble bis zum Laienchor. Aber immer willst du, dass der Chor die Werke mit Überzeugung und Freude gemeinsam zum Klingen bringen. Es geht darum, dass eine Gruppe von Menschen etwas in Harmonie kommuniziert, untereinander und mit Gott.

Ist die Musik für dich der Weg zu Gott?

Ich wurde einmal von einem Journalisten gefragt, ob ich auch ohne Musik ins Kloster eingetreten wäre. Da muss ich sagen, dass Musik für mich vor allem Arbeit ist, der Orden und das Priestertum hingegen sind meine Berufung, ein lebensumspannendes Unterfangen. Wir werden alle älter, und irgendwann werde ich nicht mehr imstande sein, einen Chor zu leiten. Aber trotzdem werde ich dann noch Dominikaner und Priester sein.

Du hast zehn Jahre in Wien gelebt und wurdest auch hier zum Priester geweiht. Was verbindet dich mit Wien?

Natürlich die vielen Freundschaften, die hier entstanden sind. Außerdem ist mein Zugang zur Musik und zum Repertoire sehr stark von Wien geprägt, wo ich einen wesentlichen Teil meiner Ausbildung erhalten habe.

Autor:
  • Sandra Lobnig
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