Mariahilfberg: Ein Ort der Ruhe

Gutenstein in Niederösterreich
Ausgabe Nr. 35
  • Wien und Niederösterreich
Autor:
Wallfahrtszentrum: der Mariahilfberg bei Gutenstein. ©Stephan Schönlaub

Der Mariahilfberg in Niederösterreich ist ein Ort der Ruhe. Hier leben vier Patres des Servitenklosters. P. Gregor Oberguggenberger ist mit seinen 95 Jahren immer noch Wallfahrtsseelsorger.

Pater Gregor Oberguggenberger ist in Osttirol auf einem Bergbauernhof aufgewachsen, die Wallfahrtskirche Maria Luggau in Kärnten ist seine Heimatpfarre. 1954 wurde er in Innsbruck zum Priester geweiht, danach hat er im Burgenland gewirkt und ist dann mit 30 Jahren nach Wien gekommen, in die Pfarre Rossau. Dort war der Servit 37 Jahre lang Religionslehrer in der Schubertschule. Bei zahlreichen Hausbesuchen hat er sich um kranke Menschen gekümmert. Stolz sagt er: „Bei der Visitation durch Kardinal Franz König konnte ich ihm sagen: Ich kenne nicht nur äußerlich jedes Haus in der Pfarre, sondern auch von innen.“ Pater Gregor hat in der Pfarre Rossau, bevor es vorgeschrieben war, einen Pfarrgemeinderat wählen lassen. Bis er 78 Jahre alt war, hat er die Pfarre als Pfarrer geleitet. Danach war er weiterhin als Priester in der Rossau tätig. Seit 2016 ist er im Servitenkloster am Mariahilfberg Wallfahrtsseelsorger. „Ich möchte sagen: Ich bin einfach da“, führt er aus: „Beim Beten, beim Essen, in der Gemeinschaft, beim Aushelfen.“ Manchmal wird er für ein Begräbnis oder eine Taufe auch nach Wien gerufen. Im Juni ist Pater Gregor 95 Jahre geworden.

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Hilfe für junge Menschen in Nigeria

Auf ein noch nicht so langes Leben kann Pater Joseph Okoli, der Prior des Klosters am Mariahilfberg, zurückblicken. Er ist 1976 in Nigeria geboren und für das Studium nach Innsbruck gekommen. 2013 wurde er in Wien zum Priester geweiht. Damals hat er auch ein Projekt ins Leben gerufen: „Ausbildung ist Kraft“. Dabei erhalten Kinder in seiner Heimat in der Stadt Nanka in Nigeria die Möglichkeit, in die Schule zu gehen. Sein nächstes Ziel ist es, eine Berufsschule in Nanka zu bauen, damit junge Menschen auch ein Handwerk erlernen können. Denn Pater Joseph ist überzeugt, dass es darum geht, den jungen Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

Wallfahrtsseelsorge und „Kirchenwirt"

Seit 2016 lebt Pater Joseph im Kloster am Mariahilfberg, seit 2021 ist er Prior. Als Pfarrvikar ist er auch in der Pfarre Gutenstein eingesetzt. Pater Joseph erklärt, dass den Patres die Gemeinschaft im Kloster sehr wichtig sei. Eine Köchin, die bereits seit 40 Jahren im Kloster ist, kümmert sich um die Mahlzeiten. Außer Pater Gregor und Pater Joseph leben noch Pater Gerhard und Pater Philipp im Kloster. Besonders wichtig sind für die vier Patres die Marienfeste. Zu Maria Himmelfahrt am 15. August feierten sie das 60. Priesterjubiläum von Pater Gerhard, den 95. Geburtstag von Pater Gregor und das zehnjährige Priesterjubiläum von Pater Joseph. Die Patres begleiten die Wallfahrerinnen und Wallfahrer, die zu ihnen kommen, mit Beichten und Heiligen Messen. „Es ist ein Wahnsinn bei uns, denn es ist einfach schön“, schwärmt Pater Joseph und er spricht eine Einladung an alle aus, zum Mariahilfberg zu kommen. Sei es zu Fuß (vom Bahnhof Gutenstein braucht man etwas mehr als eine Stunde) oder mit dem Auto (von der Wiener Stadtgrenze benötigt man ungefähr eine Stunde). Täglich wird um 11:00 Uhr (am Sonntag zusätzlich noch um 9:00 Uhr) eine Messe gefeiert. Die Kirche ist von 08:00 Uhr in der Früh bis 18:00 Uhr (im Winter bis 16:30 Uhr) durchgängig zum persönlichen Gebet geöffnet. Auch wichtig: Nach der Messe um 11:00 Uhr kann man gleich beim Gasthaus unterhalb der Kirche „einkehren“.

Wallfahrtsgruppen können eine eigene Messe anmelden. Telefon im Kloster: 02634/72 63 oder bei Pater Joseph: 0676/ 49 195 19.

Autor:
  • Katharina Mayr
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