Lucia, Licht und Lussekatter

Eine besondere Heilige mitten im Advent
Ausgabe Nr. 49
  • Leben
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Mädchen mit Kerzenkranz am Lucia-Tag
Ein Lichterkranz auf dem Kopf ist das Kennzeichen der hl. Lucia. ©Foreign, Commonwealth & Development Office in London (CC BY 2.0)
Germgebäck mit Rosinen
Die „Lichtträgerin“ bringt – die „Lussekatter“, wörtlich übersetzt „flauschige Katzen“, ein süßes und besonders wohlschmeckendes Germgebäck mit. ©iStock/Vera-g
Lucia als Lichtträgerin
Der Gedenktag Lucias ist der 13. Dezember. In Schweden war dieser Tag vor der Einführung des gregorianischen Kalenders der kürzeste Tag im Jahr und damit jener, an dem man am dringendsten Licht benötigte. ©iStock/Elena Degano

Ihr Name bedeutet „Die Lichtträgerin“ oder „Die Erleuchtete“. Kein Wunder also, dass die Elektriker sie zu ihrer Patronin auserkoren haben. Besonders beliebt ist Lucia im hohen Norden – und dort bringt sie nicht nur Licht, sondern vor allem auch köstliches süßes Gebäck, Lussekatter genannt.

Das Freilichtmuseum Skansen im Stockholmer Stadtteil Djurgården: Jedes Jahr findet hier der traditionelle Lucia-Umzug statt – auf dem weihnachtlich geschmückten Gelände des Museums zieht eine junge Frau, angezogen als hl. Lucia in langem weißen Gewand mit einer Lichterkrone auf dem Kopf, mit ihrem Gefolge umher. „Die heilige Luzia mit ihrem strahlenden Licht hat im Norden Europas eine ganz besondere Bedeutung“, sagt Bernadette Spitzer, die Lucia in ihrem Heiligenbuch „Von Bischofsstab bis Besenstiel“ einen eigenen Eintrag gewidmet hat. „Ich denke, das hat auch damit zu tun, dass es im Norden im Winter besonders dunkel ist.“

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Lucia stammt aus Sizilien

„Dabei stammt die heilige Lucia eigentlich gar nicht aus dem hohen Norden, sondern vielmehr aus Sizilien“, so Bernadette Spitzer. Dort soll sie um 283 in Syrakus geboren worden sein. Lucia stammte aus adeligem Haus und nahm sich besonders der Armen und Kranken an. Die Legende besagt, dass sie mit einem Lichterkranz auf dem Kopf Speisen verteilt haben soll – durch den Lichterkranz hatte sie beide Hände frei zum Tragen.

Der kürzeste Tag als Gedenktag

Gedenktag Lucias ist der 13. Dezember. In Schweden war dieser Tag vor der Einführung des gregorianischen Kalenders der kürzeste Tag im Jahr und damit jener, an dem man am dringendsten Licht benötigte. In Schweden, Finnland und Norwegen wird das Fest der Heiligen in Familien, Kindergärten und Schulen gefeiert. Ein Mädchen oder eine junge Frau wird zur Lucia „gewählt“ und zieht mit weißem Gewand, rotem Gürtel und Lichterkranz am Kopf umher. Wohl aus einem ausgeprägten Sicherheitsdenken heraus sind die echten Kerzen in Lucias Kranz in den vergangenen Jahren immer mehr elektrischen gewichen. Unverändert geblieben ist dafür das süße Gebäck, das die „Lichtträgerin“ mitbringt – die „Lussekatter“, wörtlich übersetzt „flauschige Katzen“, ein süßes und besonders wohlschmeckendes Germgebäck

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Autor:
  • Portraitfoto von Agathe Lauber-Gansterer
    Andrea Harringer
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