Legion Mariens: Wiens Beitrag zur globalen Kirche

75 Jahre „Legion Mariens“
Ausgabe Nr. 7
  • Wien und Niederösterreich
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Hausbesuch der Legion Mariens
Hausbesuche: typisch für die missionarische Ausrichtung der „Legion Mariens“. ©Leo Führer

Entdecken Sie die faszinierende Geschichte und Mission der "Legion Mariens", einer weltweit vertretenen katholischen Laienbewegung, die sich durch soziale Dienste und persönliche Ansprache auszeichnet.

Seit einem Dreivierteljahrhundert besteht in Österreich die „Legio Mariae“ (bzw. „Legion Mariens“). Die weltweite katholische Laienorganisation wurde 1921 in Irland gegründet.

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Charakteristisch für die „Legion Mariens“ sind regionale Gruppen („Präsidien“), die sich regelmäßig treffen und sich dem Pfarrer bzw. Diözesanbischof für soziale Dienste zur Verfügung stellen. Je nach Bedarf geht es dabei besonders um direktes Ansprechen von Menschen. Sie begrüßen zum Beispiel Neuzugezogene, treten in Kontakt mit Ausgetretenen oder Kirchenbeitragssäumigen, laden zu Gottesdiensten ein, gehen in Pflegeheime, Krankenhäuser und Haftanstalten, führen Glaubensgespräche oder leiten Gruppen für Kinder und Jugendliche. Überpfarrlich werden Prostituierte, Obdachlose, Drogensüchtige, Aidskranke, Häftlinge und Haftentlassene betreut.

Wien als „Stadt der Muttergottes“

In Österreich ist der Beginn der Bewegung besonders mit dem Priester Prof. Friedrich Wessely verbunden, erinnerte bei der Jubiläumsfeier in Wien Referentin Regina Perner. Wesselys Predigtzyklus aus dem Jahr 1948 über die Jungfrau Maria in der Kirche „Maria Heimsuchung“ mündete in eine Marienweihe nach dem Vorbild des 1947 heiliggesprochenen Franzosen Ludwig Maria Grignon von Montfort – bei welcher der Wunsch laut wurde, Wien möge zu einer „Stadt der Muttergottes“ werden. Darauf begann ein Kreis von rund einem Dutzend Personen, das „Handbuch der Legion Mariens“ von deren Gründer Frank Duff zu lesen.

Ende 1948 erhielt Wessely von Kardinal Theodor Innitzer die Erlaubnis, die Legion Mariens in Österreich einzuführen, woraufhin sich 18 Personen am 
2. Februar 1949 zum ersten „Präsidium“ trafen. Die neuen „Legionäre“ wurden nach Rücksprache mit dem zuständigen Pfarrer paarweise in die Salesianergasse zu Hausbesuchen entsandt. Sie sollten je nach Situation „helfen und der Gnade einen Weg bereiten“. Die ersten Rückmeldungen waren enthusiastisch, viele Türen hätten sich geöffnet von teils „religiös Verwahrlosten“, mit denen man ins Gespräch kam und weiter Kontakt hielt. Als weitere Aufgaben folgten Erstkommunionsunterricht sowie Tauf- und Firmvorbereitung für Erwachsene. Wie Perner berichtete, entstanden durch Teilung bald neue Präsidien und im April 1949 die „Curia Wien“. Nachdem schrittweise Kontakt zu Bischöfen und Priestern aller Diözesen Österreichs aufgenommen wurde, entstanden ab Oktober 1949 Präsidien außerhalb Wiens – zuerst in St. Gabriel/Mödling bei den Steyler Missionaren, im November in Linz sowie in den beiden Folgejahren in allen Diözesen.

Die Legion Mariens ist heute weltweit vertreten und hat etwa 2,2 Millionen aktive „Legionäre“ und ungefähr 10 Millionen „Hilfslegionäre“, die die Tätigkeiten durch ihr Gebet unterstützen. Die Laienbewegung wurde mehrfach von den Päpsten lobend hervorgehoben – darunter Pius XII. (1953), Johannes XXIII. (1960), Paul VI. (1965) und Johannes Paul II. (1982). Seit 1998 läuft in der Erzdiözese Dublin der Seligsprechungsprozess für Frank Duff. 

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