Kuriose Panne im Advent

Anekdoten
Ausgabe Nr. 50
  • Heiter bis heilig
Autor:
Weihnachtsgirlande auf Orgelpfeifen
Zur Überbrückung der Wartezeit improvisierten der Organist und die wartende Gemeinde. ©PamSchodt

Ein Pfarrvikar landete an einem Adventsmorgen versehentlich in der falschen Kirche, die wartende Gemeinde überbrückte die Zeit mit Gesang.

Es begab sich in einer Weinviertler Gemeinde im Advent 2022: Es war ein kalter, dunkler Morgen – Zeit für die Roratemesse. 

Werbung

Allein in der falschen Kirche im Advent

Der Pfarrvikar fand die Kirche versperrt vor, der Mesner war noch nicht da. So begann er, die Mesnerarbeiten selbst zu erledigen. Er sperrte alle Kirchentüren auf, zündete die Altarkerzen an und auch alle Kerzerl in den Bänken, für die so schöne und heimelige Adventstimmung. Er bereitete Hostien, Kelch und Messgewänder vor – aber noch immer war kein Mesner in Sicht, auch kein Lektor, keine Ministrantin und schon gar keine Gemeinde. Es würde wohl eine eher einsame Rorate werden. Kurz vor Messbeginn dann läutete sein Telefon: „Herr Vikar, wo bleiben Sie denn?“ – „Wieso?“, fragte dieser zurück. „Ich bin ja da, aber sonst ist keiner da.“ – „Wo sind Sie denn?“ – „In der Pfarrkirche.“ – „Aber wir sind ja heute in der Filialkirche! Und wir warten alle schon auf Sie!“ 

Warten auf den Priester

Zur Überbrückung der Wartezeit auf den Priester, der zuvor noch alle Kerzen wieder ausblasen, alles wegräumen und die Kirche wieder versperren musste, improvisierte zunächst der Organist und danach schlug jemand vor, das Lied 798 zu singen. Und so schmetterte die wartende Gemeinde voll Inbrunst und sehnsüchtig alle sechs Strophen des Liedes „O komm, o komm, Emmanuel“. Bis er dann endlich kam, der Herr Pfarrvikar.

©Wiener Domverlag

Buchtipp:

Beten, Herr Pfarrer! - Anekdoten zwischen Alltag und Altar. Von Bernadette Spitzer, 176 Seiten, ISBN: 978-3-85351-332-3, EUR 27,00  

Schlagwörter
Autor:
  • Bernadette Spitzer
Werbung

Neueste Beiträge

| Hirtenhund
Hirtenhund

Der Hirtenhund bellt diese Woche über die Wiener Festwochen und das Glaubenstribunal und ein klares "Nein" zu einem Staat mit Gott.

| Kunst und Kultur
Wiener Festwochen

Das theatrale Gerichtsverfahren in der Konzeption von Festivalintendant Milo Rau bearbeitete damit das Motto der Wiener Festwochen „It‘s Time for New Gods“ – Zeit für neue Göttinnen und Götter. Am Ende des Glaubenstribunals stand ein klares „Nein“ zum Gottesstaat.

| Heiligenschein
Führer vieler tausender Seelen

Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.