Kampf gegen Menschenhandel

„Eine der tiefsten Wunden unserer Zeit“
Ausgabe Nr. 28
  • Soziales
Autor:
Immer für die Schwachen und gegen die Täter: Salvatorianerschwester  Maria Schlackl im Gespräch mit einer Schutzsuchenden.
Immer für die Schwachen und gegen die Täter: Salvatorianerschwester
Maria Schlackl im Gespräch mit einer Schutzsuchenden.
©Salvatorianerinnen;

Der von Frauenorden getragene Verein „Solwodi“ arbeitet mit von sexueller Ausbeutung betroffenen Frauen und ruft zu einem Bewusstseinswandel gegen Menschenhandel auf.

Mit dem eindringlichen Appell, vor dem Elend hinter der Prostitution nicht länger die Augen zu verschließen, hat „Solwodi Österreich“ in seinem aktuellen Jahresbericht Bilanz über die Aktivitäten des Jahres 2024 gezogen. Der von Ordensgemeinschaften getragene Verein in Österreich setzt sich für von Menschenhandel, Gewalt und Ausbeutung betroffene Frauen ein. Im Vorjahr betreute er 38 Frauen, viele von ihnen aus Ungarn, Bulgarien und Rumänien. Die „Solwodi“-Schutzwohnung in Wien war im Jahresdurchschnitt mit knapp sieben Frauen belegt, insgesamt wurden 16 Bewohnerinnen und sechs Kinder unterstützt. Auch nach ihrem Auszug wurden die Frauen –  2024 waren es zehn – begleitet und beraten, es gab auch Deutschkurse, Arbeitstrainings und psychotherapeutische Hilfe.

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Solwodi Österreich gegen Menschenhandel

„Solwodi Österreich“ wurde von sechs Ordensgemeinschaften gegründet: von den Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul Wien-Gumpendorf, der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis, der Congregatio Jesu, den Franziskanerinnen Missionarinnen Mariens, der Missionskongregation der Dienerinnen des Heiligen Geistes und den Salvatorianerinnen. Er geht auf den Verein „Solwodi“ („Solidarity with women in distress“ – „Solidarität mit Frauen in Not“) zurück, der von Schwester Lea Ackermann 1985 in Kenia ins Leben gerufen wurde. Mittlerweile ist der internationale Verein in mehreren europäischen Ländern tätig.
 

„Initiative gegen Menschenhandel"

Ein Jahr nach „Solwodi Österreich“, 2014, gründete die Salvatorianerschwester Maria Schlackl die „Initiative gegen Menschenhandel – für Menschenwürde in Oberösterreich“, deren Zehn-Jahres-Jubiläum im Jahresbericht 2024 im Mittelpunkt steht. „Menschenhandel, insbesondere zum Zweck sexueller Ausbeutung, ist eine der tiefsten Wunden unserer Zeit“, erklärte Schlackl. Die Initiative der couragierten Ordensfrau macht immer wieder durch Veranstaltungen, Vorträge, Diskussionsrunden und persönliche Gespräche den Zusammenhang von Sexkauf und Menschenhandel deutlich. Denn: „Prostitution und Zwangsprostitution haben nicht nur Auswirkungen auf die Betroffenen und die Sexkäufer, sondern generell auf die Würde der Frauen und die Beziehungen zwischen den Geschlechtern“, heißt es in dem Bericht.

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