Frohbotschaft Gottes

Hochfest der Geburt des Herrn – Lesejahr A, 25. Dezember 2022
Ausgabe Nr. 51
  • Sonntag
Autor:
Gemälde "Geburt Christi" von Meister von Raigern
Meister von Raigern - Geburt Christi, KHM Wien © Public Domain

Kommentar zur 1. Lesung von Elisabeth Birnbaum, Direktorin des Österreichischen Bibelwerks.

Eine Frohbotschaft an Zerbrochene

Dieser schöne und bekannte Text geht mir heuer ganz besonders nahe. Freuden- und Friedensbotschaften kann unsere krisengeschüttelte Welt ja mehr denn je gebrauchen. 
Gerichtet ist der Text an „die Trümmer Jeru­sa­lems“: an diejenigen, die zerbrochen sind, hoffnungslos, verzweifelt, „kaputt“. An sie ergeht die Einladung zu jubeln – obwohl noch alles in Schutt und Asche liegt. Und sie sollen wieder hoffen, weil Gott einer ist, der „seinen heiligen Arm entblößt“, also bildlich gesprochen die Ärmel aufkrempelt, um Verzweifelten zu helfen.

Nähe schenken

Damit sie jedoch hoffen können, braucht es Freudenboten und Wächter: Die Freudenboten bringen frohe Botschaft und verkünden Frieden. Willkommen geheißen werden allerdings ihre Schritte (wörtlich: die Füße). Das ist spannend, zeigt es doch, dass auch die schönste, wunderbarste Botschaft nur glaubhaft wird, wenn sie mir jemand persönlich nahebringt. Wenn sich jemand dafür auf den Weg zu mir macht, sogar auf einen Berg hinaufsteigt. Solche tätigen Freudenboten braucht es.

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Freude teilen

Und es braucht Wächter: Menschen, die sich von der nahegebrachten Freudenbotschaft so berühren lassen, dass sie selbst „mit eigenen Augen“ Gott sehen. Die also Gottes Nähe wahrnehmen und die Freude darüber mit anderen teilen.  Aufstehen, zu anderen hingehen und sie den Frie­den sehen lassen; oder frohe Botschaften hören, glauben und die eigene Zuversicht teilen. Jedenfalls alles tun, da­mit auch die Zerbro­chenen wieder jubeln können: Was könnte schwieriger sein? Und was schöner?

1. Lesung Jesája 52,7–10

Alle Enden der Erde werden das Heil unseres Gottes sehen.

Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten, der Frieden ankündigt, der eine frohe Botschaft bringt und Heil verheißt, der zu Zion sagt: Dein Gott ist König.
Horch, deine Wächter erheben die Stimme, sie beginnen alle zu jubeln. Denn sie sehen mit eigenen Augen, wie der Herr nach Zion zurückkehrt.
Brecht in Jubel aus, jauchzt zusammen, ihr Trümmer Jerusalems! Denn der Herr hat sein Volk getröstet, er hat Jerusalem erlöst. Der Herr hat seinen heiligen Arm vor den Augen aller Nationen entblößt
und alle Enden der Erde werden das Heil unseres Gottes sehen.

2. Lesung Hebräer 1,1–6

Gott hat zu uns gesprochen durch den Sohn.

Vielfältig und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; am Ende dieser Tage hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben von allem eingesetzt, durch den er auch die Welt erschaffen hat; er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens; er trägt das All durch sein machtvolles Wort, hat die Reinigung von den Sünden bewirkt und sich dann zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt; er ist umso viel erhabener geworden als die Engel, wie der Name, den er geerbt hat, ihren Namen überragt.
Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt, und weiter: Ich will für ihn Vater sein und er wird für mich Sohn sein?
Wenn er aber den Erstgeborenen wieder in die Welt einführt, sagt er: Alle Engel Gottes sollen sich vor ihm niederwerfen.

 

Evangelium Johannes 1,1–5.9–14

Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.

Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist. In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.
Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Allen aber, die ihn aufnahmen,
gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt
und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater,
voll Gnade und Wahrheit.

 

 

Quelle: Lektionar für die Bistümer des deutschen Sprachgebiets. Authentische Ausgabe für den liturgischen Gebrauch. Band I: Die Sonntage und Festtage im Lesejahr A, Freiburg u. a. 2019. © staeko.net

Autor:
  • Portrait Elisabeth Birnbaum
    Elisabeth Birnbaum
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