Anekdoten gesucht!

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Der SONNTAG veröffentlicht unter dem Titel „Heiter bis heilig“ Anekdoten aus der Welt der Kirche. "Dafür bin ich ständig auf der Suche nach Geschichten", sagt Redakteurin Bernadette Spitzer. "Ich würde mich sehr freuen, wenn auch Sie mir Ihre Erlebnisse, die Sie zum Schmunzeln gebracht haben, zukommen lassen würden."

Was genau wird gesucht?

Heitere Begebenheiten „rund um die Kirche“. Geschichten, die Sie in Ihrer Gemeinschaft, in Ihrer Kindheit und Jugend, bei Messen, in der Pfarre, im Religionsunterricht, in der Klosterschule, in Jungschar- und Jugendgruppen, im Kirchenchor, bei religiösen Familienfeiern usw. erlebt haben. Ebenso Erlebnisse außerhalb des kirchlichen Raums, die einen Bezug zum Glauben oder Religion haben. Es ist egal, wie lange die Begebenheiten zurückliegen. Sie müssen nicht aktuell sein.

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Beispiel 1: Der göttliche Wecker 

Sr. Petra Rosenberger von den Grazer Schulschwestern studierte Englisch. Um ihre Kenntnisse auch in den Ferien zu vertiefen, durfte sie 1976 in Cambridge an einem Sommerkurs teilnehmen. Sie war in einem Studentenheim untergebracht. Zu ihrer Freude wurde jeden Morgen in der katholischen Kirche eine Frühmesse gefeiert. Sie wollte natürlich daran teilnehmen. Leider hatte sie ihren Wecker in der Heimat vergessen. Sie wusste sich allerdings zu helfen, indem sie ihre innere Uhr durch das Abendgebet programmierte: „Lieber Gott! Ich würde morgen sehr gern zur Messe gehen, Wenn du es auch willst, wecke mich bitte rechtzeitig!“ Und es klappte! Sie wachte jeden Tag rechtzeitig auf.  
 

Eines Morgens allerdings versagte der „göttliche” Wecker. Als Sr. Petra erwachte, war es heller Tag. „Gott, was bedeutet das?”, fragte sie sich. Sie beschloss, dennoch in die Kirche zu gehen, um dort zu beten. Als sie dort ankam, standen die ihr bereits bekannten Gottesdienstbesucher vor der Tür und sagten ihr: „Der Pfarrer hat verschlafen, er ist gleich da, und dann erst beginnt die Messe.“


(Quelle: Sr. Petra Rosenberger, Generaloberin der Grazer Schulschwestern) 

Wie kommen die Geschichten in die Redaktion?

Bitte nehmen Sie zunächst Kontakt per E-Mail auf: anekdoten@dersonntag.at.  Danach kontaktiert Sie Bernadette Spitzer und macht sich mit Ihnen aus, wie es für Sie am bequemsten ist - ob per Mail oder per Tonaufnahme. 

©Stephan Schönlaub

Bernadette Spitzer ist Redakteurin im Medienhaus der Erzdiözese Wien. Sie erzählt gerne Heiteres aus der Welt der Kirche. 

Beispiel 2: Der uncharmante Jubilar

Der Augustiner Pater Matthias Schlögl bemüht sich, die Priester und Seelsorger, die auf seinem Pfarrgebiet in der Wiener Innenstadt wohnen, an ihren Geburtstagen zu besuchen. Im Jänner 2021 wurde er bei Bruder Odilo Schweiger vorstellig, der seinen 95. Geburtstag feierte. Der Jubilar freute sich sehr. Pater Matthias gratulierte ihm im Namen der Pfarre und der Augustiner, und die beiden Priester begannen zu plaudern. Nach einer Weile schlug Bruder Odilo vor: „Wir können doch eigentlich auch DU zueinander sagen!“ Pater Matthias stimmte natürlich zu, und dadurch wurde das Gespräch gleich viel ungezwungener. 
 

Plötzlich fragte ihn Bruder Odilo: „Du, Matthias, bist Du damals auch beim Rosenkranz-Sühnekreuzzug dabei gewesen, als wir nach dem Krieg mit Pater Petrus Pavlicek betend auf der Ringstraße gingen?“ Pater Matthias wurde 1972 geboren – also gut 25 Jahre später - und klärte sein Gegenüber darüber auf, dass er damals noch nicht auf der Welt war. Bruder Odilo schaute ein wenig irritiert und fragte weiter: „Und wie hast Du damals die liturgischen Änderungen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil erlebt? Hast Du Dir schwergetan, nicht mehr auf Latein zu zelebrieren?“ Das Konzil dauerte von 1962 bis 1965. Entsprechend antwortete Pater Matthias: „Aber, Bruder Odilo, damals war ich auch noch nicht auf der Welt!“ Ungläubig fragte dieser nach: „Was??? Ja, wie alt bist Du denn eigentlich?“ – „Ich bin 1972 geboren.“ Darauf der erstaunte 95-Jährige: „Erst 1972? Aber dafür schaust Du ziemlich alt aus!“ 

 

Bruder Odilo ist am 30. September 2021 mit 99 Jahren verstorben. Und Pater Matthias lacht noch immer gerne über diese an sich sehr uncharmante Bemerkung.  

 

(Quelle: P. Matthias Schlögl OSA) 

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