Neuerscheinung: Asterix in Kärnten

Ausgabe Nr. 25
  • Hirtenhund
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©Der SONNTAG

Die „Kleine Zeitung“ berichtete jüngst, es könnte ein „Versöhnungstreffen“ zwischen Bischof Alois Schwarz – vormals Kärntner Bischof, jetzt in St. Pölten – und dem Gurker Domkapitel geben.

Wir schreiben das Jahr 2023 n. Chr. Ganz Österreich ist von den Römern besetzt ... Ganz Österreich? Nein! Ein von unbeugsamen Guggenbergern bevölkertes Land im Süden hört nicht auf, den scheinheiligen römischen Einlassungen Widerstand zu leisten … So könnte man mit Asterix jene Geschichte beginnen lassen, die zuletzt durch die Medien wogte. Falls das für Sie alles gallische Dörfer sind, so helfe ich kleiner Idefix gern: Die „Kleine Zeitung“ berichtete jüngst, es könnte ein „Versöhnungstreffen“ zwischen Bischof Alois Schwarz – vormals Kärntner Bischof, jetzt in St. Pölten – und dem Gurker Domkapitel geben. Das habe schließlich „Rom“ selber im Rahmen des letzten Ad-limina-Besuchs der Bischöfe angeregt.

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Zur Erinnerung: 2018, rund um die Versetzung von Schwarz nach St. Pölten, waren Vorwürfe zur Amts- und Lebensführung des Bischofs bekannt geworden, die das Gurker Domkapitel unter Dompropst Engelbert Guggenberger in Folge untersuchte. Die Kärntner Mär geht in etwa wie folgt: „Guggi“ und seine wackeren Aufklärer haben ihren vormaligen Chef seines lästerlichen Lebenswandels und seiner undurchsichtigen Geschäftspraktiken überführt und nach 17 Jahren aus dem heiligen Land Kärnten vertrieben. Eine vielleicht gar dekretierte Versöhnungsgeste ist für den Kirchlichen Kärntner Abwehrkämpferbund natürlich nicht hinnehmbar. Man sei „der falsche Adressat“. Der Bischof müsse sich entschuldigen. Bei allen, die unter ihm „gelitten“ hätten. Mich macht dieses Kärntner Opfernarrativ etwas stutzig. Denn immerhin folgte eine apostolische Visitation durch Erzbischof Franz Lackner, die auch das Domkapitel in keinem guten Licht erscheinen ließ. Außerdem wurden die verschiedenen behördlichen Ermittlungsverfahren, die gegen Schwarz liefen, allesamt eingestellt. Und auch wirkt es doch etwas zweifelhaft, wenn das Domkapitel – immerhin eines der wichtigsten Gremien einer Diözese – behauptet, in all den Jahren nie etwas von den Verfehlungen gewusst oder diese vielleicht gar in Teilen mitgetragen zu haben.

Ja, es bleiben viele Verletzungen, von denen bereits im Zuge der Visitation berichtet wurde. Aber seien wir mal ehrlich: Erwachsene Männer, akademisch gebildet, in Leitungsfunktion, die es offenbar selbst nach fünf Jahren nicht hinbekommen, miteinander zu reden? Und die noch dazu in diesen Tagen wieder in Mariazell über Synodalität beraten, vom Zuhören, der Einmütigkeit und dem gemeinsamen Weg schwärmen? Eine absurde Situation. Vielleicht böte Asterix hier tatsächlich eine Lösung: Keine hochliturgische Versöhnungsgeste, sondern ein Festessen, ein richtiges Gelage – bei dem derjenige, der zu viel und zu laut zirpt, einfach geknebelt und gefesselt wird …

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