Mit Gottes Hilfe Gräben überspringen

Ausgabe Nr. 37
  • Heiter bis heilig
Autor:
Jugend­erinnerung: Adele Pirker ist seit 50 Jahren Herz-Jesu-Schwester. An das Ordensleben musste sie sich erst gewöhnen, vor allem ans frühe Aufstehen. ©privat

Bernadette Spitzer erzählt gerne Heiteres aus der Welt der Kirche.

Vor gut 50 Jahren trat Adele Pirker in den Orden der Herz-Jesu-Schwestern ein, die das gleichnamige Krankenhaus betrieben. Das Leben im Kloster sprach sie sehr an, aber sie hatte Schwierigkeiten mit dem frühen Aufstehen.

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Um 4:30 Uhr begann der Tag für alle, denn um 5:10 Uhr versammelten sie sich in der Kapelle zum Morgenlob und um 5:30 Uhr feierten sie Messe. Deshalb so zeitig, weil es in der Gemeinschaft ausgebildete Krankenschwestern gab, deren Dienst um 7:00 Uhr begann. Die übrigen Schwestern blieben in der halbdunklen Kapelle und hielten schweigend Betrachtung.

Und dabei passierte es Sr. Adele regelmäßig, dass sie einschlief. Eines Tages hatte sie dabei einen Traum. Darin stand sie vor zwei riesigen Gräben, die sie überwinden, sprich: überspringen musste. Den ersten bewältigte sie problemlos. Der zweite war aber größer und tiefer und die Novizin hatte Angst. „Spring, spring!“, riefen ihr die Mitschwestern im Traum zu. Nach einigen Zurufen überwand sie ihre Angst, fasste sich ein Herz, nahm Anlauf und sprang. Es ertönte ein lauter Krach, und Sr. Adele erwachte. Sie war nicht nur im Traum, sondern tatsächlich gesprungen und hatte dabei ihre Kniebank hochgerissen, die anschließend laut auf den Boden gekracht war. Übrigens schreckten auch andere Schwestern hoch, die ebenfalls eingenickt waren. Die Betrachtung wurde daraufhin von allen hellwach fortgesetzt.

Autor:
  • Bernadette Spitzer
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