Meine neue Advent- To-do-Liste

Gedanken zum 2. Adventsonntag – 10. Dezember
Ausgabe Nr. 49
  • Sonntag
Jemand füllt eine To-Do-Liste aus
Oft steht im Advent eine Fülle an Aufgaben an. Umso wichtiger ist es, sich Zeit zu nehmen, Gott einen Weg zu bereiten. ©Glenn Carstens-Peters/unsplash.com

Gedanken zum Evangelium von Stefanie Krüger.

2. Adventsonntag, Lesejahr B, 10. Dezember 2023

Adventzeit: Die To-do-Liste wird mal wieder länger und länger. Mit einem Blick in meinen Kalender habe ich das Gefühl, nicht mehr hinterherzukommen. Und das, obwohl ich mir heuer (mal wieder) vorgenommen hatte, den Advent ruhig anzugehen: wenig Termine anzunehmen, mir Zeit mit der Familie einzuplanen, nicht in Hektik zu verfallen.

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Eine Stimme ruft: „Bahnt dem Herrn einen Weg in der Wüste!“

Vor allem dieser Vers hat mich bei der Lesung aus dem Jesajabuch angesprochen. Denn was ist die Botschaft des Advents? Es geht um die Ankunft Gottes in meiner Welt, in meiner Wüste des Lebens. Gott kommt mir entgegen und raunt mir zu: „Fürchte dich nicht!“ Er möchte mein Wegbegleiter sein, durch die Krisen wie ein guter Hirte mit mir gehen. Er kommt in mein nicht geputztes Haus, in meine kleinen und großen Sorgen, in meine Lustlosigkeit und Resignation.
Und ich? Ich bin eingeladen, bereit zu sein. Darf ihm den Weg bereiten. Damit Gott überhaupt eine Chance hat, einen Weg durch die Advent-To-dos zu mir zu finden. Ich bin eingeladen, mich zu öffnen, den Blick zu heben, mich neu zu orientieren. Die Lesung wird eine Einladung für mich, eine neue, wichtige To-do-Liste zu schreiben.

Meine neue Advent-To-do-Liste oder „Einen Weg bereiten für Gott“:

  1. Sich nicht abhetzen. Die Tage nicht zu vollpacken.
  2. Kleine Momente der Stille für und mit Gott einplanen.
  3. Sich immer wieder neu ausrichten: Um was geht es eigentlich?
  4. Positiv denken, dankbar sein.
  5. Zeit für die Familie und Freunde nehmen. Segen füreinander sein.
  6. Zeit für mich nehmen.

1. Lesung Jesaja 40,1–5.9–11

Mitten im babylonischen Exil, am Höhepunkt der Hoffnungslosigkeit verkündet Jesaja, dass ein neuer Anfang möglich werden soll, der Weg soll für Gott geebnet werden: Bahnt für IHN einen Weg in der Wüste.

Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Redet Jerusalem zu Herzen und ruft ihr zu, dass sie vollendet hat ihren Frondienst, dass gesühnt ist ihre Schuld, dass sie empfangen hat aus der Hand des HERRN Doppeltes für all ihre Sünden! Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt den Weg des HERRN, ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott! Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben. Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN, alles Fleisch wird sie sehen. Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen.
Steig auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht! Sag den Städten in Juda: Siehe, da ist euer Gott. Siehe, GOTT, der Herr, kommt mit Macht, er herrscht mit starkem Arm. Siehe, sein Lohn ist mit ihm und sein Ertrag geht vor ihm her. Wie ein Hirt weidet er seine Herde, auf seinem Arm sammelt er die Lämmer, an seiner Brust trägt er sie, die Mutterschafe führt er behutsam.

2. Lesung 2 Petrus 3,8–14

Wir erwarten einen neuen Himmel und eine neue Erde, in der Gerechtigkeit wohnt. Arbeiten wir mit an dieser Welt.

Dies eine, Geliebte, soll euch nicht verborgen bleiben, dass beim Herrn ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sind. Der Herr der Verheißung zögert nicht, wie einige meinen, die von Verzögerung reden, sondern er ist geduldig mit euch, weil er nicht will, dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle zur Umkehr gelangen. Der Tag des Herrn wird aber kommen wie ein Dieb. Dann werden die Himmel mit Geprassel vergehen, die Elemente sich in Feuer auflösen und die Erde und die Werke auf ihr wird man nicht mehr finden. Wenn sich das alles in dieser Weise auflöst: Wie heilig und fromm müsst ihr dann leben, die Ankunft des Tages Gottes erwarten und beschleunigen! An jenem Tag werden die Himmel in Flammen aufgehen und die Elemente im Feuer zerschmelzen. Wir erwarten gemäß seiner Verheißung einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt.

Deswegen, Geliebte, die ihr dies erwartet, bemüht euch darum, von ihm ohne Makel und Fehler in Frieden angetroffen zu werden!

Evangelium Markus 1,1–8

Johannes der Täufer wird im heutigen Evangelium mit Jesaja verglichen. Auch er ist ein Wegbereiter.

Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, Gottes Sohn. Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja – Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird. Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen! –, so trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig. Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

Quelle: Lektionar für die Bistümer des deutschen Sprachgebiets. Authentische Ausgabe für den liturgischen Gebrauch. Band I: Die Sonntage und Festtage im Lesejahr A, Freiburg u. a. 2019. © staeko.net

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