Podcast: P. Johannes Paul Abrahamowicz

Die SONNTAGs-Jause
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Pater Johannes Paul Abrahamowicz nimmt den ersten Bissen Pasta.
Ein zufriedener Koch: Pater Johannes Paul Abrahamowicz kocht als Italiener gerne Pasta. ©Sophie Lauringer
Nudeln kochen in einem Topf.
Eine gute Pasta beginnt mit dem Kochen ... ©Sophie Lauringer
Aufgegabelte Pasta
Sophie Lauringer freut sich über die Pasta in Stift Göttweig. ©Johannes Paul Abrahamowicz

Eine würzige SONNTAGs-Jause mit dem Benediktinerpater Johannes Paul Abrahamowicz in Stift Göttweig bei Spaghetti all’aglio, olio e peperoncino und einem Glas Messwein.

Der Benediktiner singt zwischen Pastatopf und Führungskräfteseminar. Pater Johannes Paul Abrahamowicz ist ein talentierter Mann und Mönch. Der lebenslustige und geistreiche Göttweiger Mönch trifft auch Managerinnen und Manager in Führungskräfteseminaren. Ihre Fragen beantwortet er mit Bibelstellen. Denn Pater Johannes Paul ist sicher, dass die Bibel immer eine Antwort geben kann. Ein weiterer wichtiger Hinweis: Fasten hat nichts mit Abstinenz tun.

Die Berufung zum katholischen Ordensmann war ihm nicht gleich in die Wiege gelegt, verwundert aber bei seiner Familiengeschichte auch nicht weiter. In der SONNTAGs-Jause erfährt Johannes Paul Abrahamowicz dazu eine köstliche Anekdote.

Als Primo: Spaghetti, Knoblauch und reichlich Olivenöl

Pasta macht glücklich! Bei Pater Johannes Paul in der Küche geht es routiniert zu. Er weiß: "Spaghetti all’oglio ist wie ein Gulasch, das köchelt vor sich hin und dann gibt man die Pasta hinein. Semplice e facile! Man muss ständig rechnen und kalkulieren."

Er überlässt das Kochen eben nicht gem Zufall und eines ist gewiss: Zu den Spaghetti all’aglio, olio e peperoncino reicht man keinen Parmesan! Der Grund ist traditionell und philosophisch: "Der Geschmack dieses Gerichtes ist geprägt von der Einfachheit der wenigen Zutaten."

Eine Frage ist, warum es bei den Göttweiger Dialogen keinen Kochkurs gibt? Man möge den gut aufgelegten und humorvollen Pater Johannes Paul persönlich fragen.

 

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Zur Person

Pater Johannes Paul Abrahamowicz OSB, geboren 1960 in Wien, trat im Jahr 1978 in das Benediktinerstift Göttweig ein. Er studierte Philosophie und Theologie in Rom und empfing 1985 die Priesterweihe.

Von 1997 bis 2009 lebte er wieder in Rom. Hier schätzte er die Internationalität der Gemeinschaften. Er selbst ist durch seine Mutter halber Italiener. Zunächst war Pater Johannes Paul in der Päpstlichen Benediktinerhochschule  Athenäum Sant’Anselmo und danach als Prior in der weltberühmten Basilika St. Paul vor den Mauern tätig.

Seit 2009 ist Pater Johannes Paul wieder in Stift Göttweig. Er ist Assistent im Exerzitienhaus, Gastmeister, Liturgiemagister und Kantor.

Die Mutter Pianistin, der Sohn Komponist

Interessantes Detail: Pater Johannes Paul ist Musiker seit seiner Kindheit. Er komponiert auch – kein Wunder: Seine Mutter Maria Teresa war Pianistin, auch sein Vater Alexander, genannt Sascha, war sehr musikalisch und spielte Cello. Die Eltern lernten einander bei einer Aufführung der Matthäus-Passion in Wien kennen.

Teller mit Spaghetti all’aglio, olio e peperoncino

Das Rezept zur SONNTAGs-Jause


Spaghetti all’aglio, olio e peperoncino als Primo  

Ein Rezept, dass der Italiener Pater Johannes Paul aus Rom mit nach Göttweig gebracht hat. Manchmal kocht er auch in der Gemeinschaft der Mitbrüder. Für die SONNTAGs-Jause hat er "ausnahmsweise einen kleinen Zweig Rosmarin hinzugefügt, weil ich den gerade frisch aus dem Garten geerntet habe". Ein neuer geschmacklicher Aspekt, der an dieser Stelle weiterempfohlen wird.

 

Zutaten pro Person

100 Gramm Spaghetti aus Hartweizen

zwei Knoblauchzehen

nach Belieben Peperoncino (scharfe Paprikaschoten) im Sommer frisch geerntet, im Winter getrocknete Flocken in etwas Wasser eingeweicht

Olivenöl, nicht zu sparsam

1 Esslöffel grobes Salz

 

Zubereitung

Wasser in einem größeren Topf und aufkochen.

Reichlich Olivenöl in eine Pfanne gießen.

Die Knoblauchzehen schälen, und – je nach Geschmack – entweder mit dem Messerrücken zerdrücken und klein hacken, wenn man sie mitessen will, oder nur zerdrücken, wenn man sie vor dem Servieren wieder herausnehmen will. 

Den so zubereiteten Knoblauch in das kalte Öl geben.

Das Öl und den Knoblauch in der Pfanne gemeinsam langsam erhitzen, damit das Öl das Aroma annimmt.

Warten, bis das Wasser kocht, dann Salz und die Spaghetti hinein geben. Ständig rühren.

Zugleich auf den Knoblauch achten: Sobald er goldgelb wird, Flamme abdrehen. Eventuell mit ein wenig Kochwasser löschen.

Den frischen Peperoncino klein hacken bzw. die trockenen, aber eingeweichten Flocken nehmen und ins Öl geben.

Nach halber Kochzeit die Spaghetti herausnehmen und in der Pfanne schwenken. 

Achtung für jene, die lieber abseihen: Das Kochwasser nicht wegschütten!

Die zweite Hälfte der Kochzeit garen die Spaghetti im Olivenöl.

Die Spaghetti dürfen in der Pfanne nicht austrocknen. Je nach Bedarf Etwas Kochwasser zugeben. 

Die Spaghetti sind fertig, wenn sie bissfest (= „al dente“) sind. 

Die fertigen Spaghetti mit einer großen Gabel aufdrehen und anrichten.

 

Tipps von Pater Johannes Paul

Die Zubereitung ist fast ein wenig wie Chemie und Mathematik zugleich: 

 

Chemie: Der Knoblauch und das Olivenöl werden gemeinsam langsam erwärmt, weil dadurch das Olivenöl die ätherischen Öle des Knoblauchs aufnimmt. Hingegen würde der Knoblauch, wenn man ihn in heißes Öl einlegt, sofort anbraten, und das Olivenöl bliebe bei seinem Geschmack. Zusätzlich empfiehlt es sich, die Pfanne zuzudecken und so die Aromen im Dampf zu sammeln. Ebenso wird ein wenig Kochwasser gemeinsam mit den Spaghetti in die Pfanne gegeben, damit die im Wasser entstandene Stärke die Sauce in der Pfanne cremig werden lässt.

 

Die Mathematik besteht darin, dass bei halber Kochzeit der Spaghetti im Topf gleichzeitig die Sauce in der Pfanne fertig sein muss. Das heißt: Der Knoblauch darf nicht anbraten. Gegebenenfalls muss man den Kochprozess in der Pfanne stoppen, indem man die Sauce mit Kochwasser löscht. 

Autor:
  • Sophie Lauringer

SONNTAGs-Jause mit Pater Johannes Paul Abrahamowicz

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