Hilfe für Frauen und Familien in schwierigen Lebenslagen

Camilla Stockert
Ausgabe Nr. 19
  • Soziales
Autor:
Camilla Stockert unterstützt Schwangere und Mütter in Notsituationen dabei, ihr Leben zu meistern. ©monkeybusinessimages
Das Positive sehen: Ihr Optimismus hilft Camilla Stockert durch den Alltag. ©Sankt Elisabeth-Stiftung

Camilla Stockert spielt eine zentrale Rolle in der Gestaltung von Unterstützungsangeboten für Frauen und Familien in schwierigen Lebenslagen.

Camilla Stockert ist Bindeglied zwischen der Geschäftsführung der Sankt Elisabeth-Stiftung und ihren Mitarbeiterinnen. Sie ist dafür zuständig, die Unterstützungsangebote der Sankt Elisabeth-Stiftung zu gestalten und weiterzuentwickeln. 

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Frau Stockert, was macht Ihnen an Ihrem Beruf am meisten Freude?

Seine Sinnhaftigkeit. Ich erlebe tagtäglich, wie wir Frauen und Familien in herausfordernden Situationen dabei unterstützen, ihr Leben bestmöglich zu meistern. Aufgrund von Sprachbarrieren ist es vielen Personen nicht möglich, dem bürokratischen Aufwand sozialrechtlicher Ansprüche gerecht zu werden. Die Beraterinnen informieren und unterstützen hierbei Betroffene. Ich wiederum stehe meinen Mitarbeiterinnen zur Seite und sorge bestmöglich für einen adäquaten und erfreulichen Arbeitsalltag. 

Sind Sie auch direkt mit den Klientinnen in Kontakt?

In einem geringeren Ausmaß als meine Mitarbeiterinnen, aber doch hin und wieder. Während eines längeren Krankenstandes der Leiterin des Sachspendenlagers etwa habe ich die Ausgabe der Sachspenden übernommen und durfte einige Frauen mit ihren Kindern kennenlernen. Mich berührt dabei immer sehr, wie dankbar die Frauen sind, dass man sich für sie Zeit nimmt. Es ist heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr, gehört oder gesehen zu werden. Dabei hat jeder Mensch ein Recht darauf.  

Gibt es Begegnungen, die Ihnen besonders in Erinnerung bleiben?

Zu Weihnachten beispielsweise holen wir Sachspenden ein und verpacken sie, damit sich die Mütter Packerl abholen können. Eine Mutter kam vorbei und durfte mit zwei vollen Ikea-Säcken wieder nach Hause geben. Beim Verlassen der Beratungsstelle hat sie mehrmals freudig gerufen: ‚Oh mein Gott! Ich kann es kaum glauben! Ich kann jetzt Weihnachten feiern!‘ Ein anderes Beispiel fällt mir aus dem Sachspendenlager ein: Eine Mutter hat mir eine Liste aus der Schule übergeben mit all den Dingen, die ihre Kinder mitnehmen sollten. Ihre Dankbarkeit war sehr groß, als ich ihr alles zusammengesucht und übergeben habe.  

Was bieten Sie neben Sachspenden noch an?

Wir bieten den Frauen immer ein individuelles Angebot an Hilfeleistungen. Bei manchen reicht die Unterstützung bei sozialrechtlichen Themen, andere brauchen psychosoziale Stärkung. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen gibt Hoffnung, weil man sich dadurch nicht alleine und chancenlos fühlt. Ein großes Anliegen ist es, die Frauen ernst zu nehmen. Sie können mit allem, was sie beschäftigt, zu uns kommen und finden hier ein offenes Ohr. Sollten wir ihnen nicht weiterhelfen können, vernetzen wir sie mit den richtigen Stellen.  

Zu Ihnen kommen viele Frauen, die in scheinbar ausweglosen Situationen sind. Kann es wirklich immer gelingen, einen Ausweg zu vermitteln?

„Mir ist es wichtig zu vermitteln, dass es immer Lösungen gibt. In der Sankt Elisabeth-Stiftung sehen wir die Lösung und nicht das Problem.“


Camilla Stockert

Sind Sie selbst ein so positiver Mensch?

Ich versuche aus allem das Positive zu schöpfen. ‚Miteinander füreinander‘ ist meine Devise, die mir hilft, den Herausforderungen des Alltags in meinem Beruf und im Privatleben gerecht zu werden. Darüber hinaus tauche ich durch meine Liebe zur Musik in Klangwelten ein und genieße die Schönheit der Natur, durch die ich die oft notwendige Distanz zu den Dingen erhalte und die meinen Blickwinkel erweitert. 

Autor:
  • Sandra Lobnig
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