Asteroid und Obelisk

Ausgabe Nr. 10
  • Die Kirche und ich
Autor:
Finger auf Computertastatur
©iStock

Gerade die Päpste der Renaissance waren am Aufblühen der Wissenschaft höchst interessiert.

Vor wenigen Tagen hat die Internationale Astronomische Union dem Asteroid  560794 den Namen „Ugoboncompagni“ gegeben. Das ist eine Würdigung des Ugo Boncompagni, der 1572 als Gregor XIII. zum Papst gewählt wurde. Die Würdigung ist nicht nur verdient: Gregor errichtete in den vatikanischen Gärten eine der ersten Sternwarten des Abendlandes – um damit genauer seine Kalenderreform zu berechnen. Den nach ihm benannten gregorianischen Kalender verwenden wir noch heute. Die Würdigung ist auch ein schönes Zeichen gegen das vor allem im 18. Jahrhundert aufgekommene Propagandamärchen, die Kirche habe über Jahrhunderte die Naturwissenschaft bekämpft.

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Gerade die Päpste der Renaissance waren am Aufblühen der Wissenschaft höchst interessiert. Gregors Nachfolger Sixtus V. ließ etwa einen großen Wettbewerb ausschreiben für die Versetzung des Obelisken auf den Petersplatz, an dem 500 Mathematiker und Ingenieure teilnahmen. In die Zeit seines Nach-Nachfolgers Urban VIII. fällt zwar der Prozess gegen Galileo Galilei. Aber Urban war alles andere als ein Wissenschaftsfeind. Unter anderem gab er viel Geld aus, um den Universalgelehrten Athanasius Kircher den Habsburgern wegzuschnappen und an das Spitzenforschungsinstitut Collegium Romanum zu holen.

Heute verweisen immer mehr Studien auf den immensen Beitrag christlicher, gerade auch katholischer Forscher zur Wissenschaftsgeschichte. Es war wohl auch kein Zufall, dass sich die Naturkunde gerade im christlichen Europa so entwickeln konnte: Glauben wir doch, dass wir uns den Werken eines vernünftigen Schöpfers mit Vernunft nähern können und es daher möglich ist, sie immer besser zu verstehen. Ein Glaube also, der Wissenschaft geradezu stimuliert.

Autor:
  • Michael Prüller
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