Unterwegs in einer Mission

Von Gott begleitet
Ausgabe Nr. 12
  • Meinung
Autor:
In den Startlöchern: David Schwarzbauer freut sich auf das, was kommt. ©Franz Schöffmann

David Schwarzbauer hat seinen Job als Lehrer gekündigt. Der 45-jährige Familienvater arbeitet jetzt als Missionar im Zentrum Johannes Paul II.

Erst vor wenigen Wochen hat Familie Schwarzbauer Nachwuchs bekommen. Dabei hatten David und seine Frau auch ein großes Fragezeichen Gott gegenüber, wie der Familienvater im Interview sagt.

Herzlichen Glückwunsch zu eurer Tochter Shiloah! Wie geht es euch zu siebt?

Die kurze Antwort lautet: Es geht uns sehr gut! Wenn ich etwas länger antworten darf: Wir haben in fünfzehn Jahren vier Kinder bekommen, mussten uns aber auch von sechs wieder verabschieden, bevor sie auf die Welt kommen durften. Von Anfang an haben wir uns fünf Kinder gewünscht. Es war für uns also lange ein Ringen, ein großes Fragezeichen Gott gegenüber. Deswegen bin jetzt so unglaublich dankbar für unsere Tochter. Die Geburt war für mich sehr besonders und hat mir gezeigt, wie sehr Gott auf unsere Sehnsüchte eingeht. Eine zweite Sache, die mir bewusst geworden ist: Ich habe meine Tochter angeschaut und im Bruchteil einer Sekunde habe ich begonnen, sie zu lieben. So schaut auch Gott uns an, er liebt uns von der ersten Sekunde an, ohne dass wir dafür etwas tun müssten.

Die Geburt eurer Tochter ist nicht die einzige große Veränderung in deinem Leben. Du hast vor Kurzem deinen Job als Lehrer gekündigt und bist jetzt Missionar in der Gemeinde im Zentrum Johannes Paul II. Warum?

Ich war eigentlich sehr gern Lehrer. Als Literaturlehrer konnte ich mit den Schülern über viele Themen reden, was ich sehr genossen haben. Und trotzdem hatte ich den Eindruck, der von Woche zu Woche stärker wurde, dass Gott mich ruft, mehr für ihn zu tun – auch in meinem Beruf. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mich entscheiden muss: Gebe ich meine Sicherheiten auf? Ich lebe ja jetzt als Missionar von dem, was andere, die meine Arbeit unterstützen wollen, mir an finanziellen Mitteln zur Verfügung stellen. Dafür habe ich in den vergangenen Monaten sehr viele Gespräche mit Menschen geführt, ihnen von Gottes Ruf, von der Gemeinde und dem, was wir dort tun, erzählt. Ich habe sie eingeladen, hinzuhören, ob sie mich unterstützen wollen. So wirkt Gottes Vorsehung: Durch Menschen, die durch ihr Gebet und ihren Beitrag ein Teil dieser Mission sein wollen.

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Wie schwer oder leicht ist es dir als Familienvater und Alleinverdiener gefallen, diese Entscheidung zu treffen?

Natürlich war es keine leichtfertige Entscheidung. Ich habe mir ausgerechnet, wie viel Geld wir eigentlich als Familie brauchen und bin zu dem Schluss gekommen, dass wir das Gott und den Leuten nicht zumuten können. Einige Tage lang habe ich dann im Gebet immer wieder gespürt, dass Gott mir aufzeigt, wie groß er und wie klein mein Denken ist. Schließlich haben meine Frau und ich uns dazu entschlossen, alles auf eine Karte zu setzen, auf das Versprechen Gottes, dass er für uns sorgen wird. Für meine Frau war übrigens von Anfang an klar, dass wir diesen Weg gehen sollen.

Was antwortest du, wenn dich heute jemand nach deinem Beruf fragt?

(Lacht.) Wenn ich provokant sein möchte, sage ich, dass ich Missionar bin. Dieses Wort weckt viele Emotionen in den Menschen, und zwar nicht nur gute. Aber letztlich stimmt es: Ich bin in einer Mission unterwegs. Was ich konkret mache: Ich bin in der Gemeinde dafür zuständig, Inhalte gut aufzubereiten, damit wir eine Sprache finden, welche die Menschen verstehen. Wir machen Podcasts, Predigtserien, Weiterbildungsprogramme.

Ich war sehr gerne Lehrer. Trotzdem hatte ich den Eindruck, dass Gott mich ruft, mehr für ihn zu tun.

David Schwarzbauer

Bis jetzt war für uns stark spürbar, dass Gott diesen Weg segnet. Dabei hat die Arbeit gerade erst begonnen. Ich scharre in den Startlöchern und merke, wie sehr ich mich auf das freue, was noch kommt.

Autor:
  • Sandra Lobnig
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