KI und Kirche?

Hirtenhund
Ausgabe Nr. 25
  • Hirtenhund
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Wie passt künstliche Intelligenz zur Kirche?
Wie passt künstliche Intelligenz zur Kirche? ©istock
Künstliche Intelliqenz
Schöne neue Welt: Werden Computersysteme die menschliche Intelligenz übertreffen? ©generiert von OpenAI
©Der SONNTAG

Unser Hirtenhund ist am Puls der Zeit - selbstverständlich beschäftigt er sich auch mit dem Thema "Künstliche Intelligenz". Bei einem Experiment hat er diese neue Entwicklung, ganz nach seiner Manier, kritisch beschnüffelt.

****, ****! Wenn der wilde Dackel mit mir durchgeht, gibt’s nichts Befreienderes, als im Dialekt zu fluchen. So ging es mir beim Auftaktspiel unserer Mannschaft gegen Frankreich. Die Burschen haben ja tatsächlich ein ordentliches Kickerl hingelegt. Aber, heast, warum hot der Wöber sein Plutzer do so deppat eini ghoidn? Eine Frage, auf die mir keine vegetative Intelligenz eine befriedigende Antwort geben konnte. Also habe ich die künstliche Intelligenz gefragt. In exakt obigem Wortlaut. Und was macht der Computer? Er antwortet nicht nur siebengescheit – er tut dies auch noch im Dialekt! „Da Wöber hot wahrscheinlich in dem Moment einfach an Hirnaussetzer g’habt oder isch durch den Druck und d’Nervosität in an blödn Platz komm’n. Des passiert hoid amoi, a bei de Besten.“ Ich war baff! Dass die KI bessere Predigten schreibt als manch gesalbtes Haupt – erwiesen und geschenkt. Aber dass die Maschine schon meint, mir auf vierpfotiger Augenhöhe begegnen zu müssen, eine Frecherei! 

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"Algorethik"?

Vielleicht war ein ähnliches Erlebnis Grund für Papst Franziskus, beim jüngsten G7-Treffen ans Rednerpult zu treten und eine klare Regulierung von KI-Anwendungen und eine „Algorethik“ zu fordern. „Ja, wos is jetzt des?“, habe ich ChatGPT gefragt. Antwort: „Jo, des is a gschicktes Wortspiel. Es geht drum, dass de Computer ned nur effizient san, sondern a moralisch korrekt handeln.“ Tatsächlich waren die Ausführungen des Papstes ausgewogen, bedacht und so wohldosiert formuliert, wie dies nur eine „KI in Weiß“ leisten kann. Die katholische Intelligenz. Leider aber vermute ich, dass dies genau auch der Grund sein wird, warum seine Eingaben letztlich folgenlos bleiben werden. Wer braucht die katholische Intelligenz, wenn er eine künstliche hat?

Auf der Hut sein ist das Gebot der Stunde

Und so wird die Gefahr von Fake News weiter steigen und damit auch die Herausforderung für uns „User“, zwischen wahr und falsch zu unterscheiden. Wenn Sie also in den nächsten Tagen lesen, dass ein Papst als GI vor den K7 referiert hat, seien Sie auf der Hut! Vielleicht sind da von einer KI ein paar Wegstaben verbuchselt worden – vielleicht aber stimmt die Story zumindest fast: Denn tatsächlich hat Franziskus als „General-Intelligenz“ (GI) den früheren K7 – seinen Kardinalsrat – in diesen Tagen zusammengerufen (er ist jetzt ein K9), um mit ihm über „anstehende Reformfragen“ zu beraten. ChatGPT empfiehlt diesbezüglich: „Hört’s auf de Stimmen von de Gläubigen, seids transparent und mutig bei Veränderungen, und bindet’s Frauen und junge Leit stärker ein.“ Schauen wir einmal! 

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