Hunderte lassen sich im Stephansdom impfen

Impfstation in der Barbarakapelle
Ausgabe Nr. 33
  • Leben
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Kardinal Christoph Schönborn mit Maltesern und Johannitern im Stephansdom
Kardinal Christoph Schönborn mit Maltesern und Johannitern im Stephansdom ©Georges Schneider / picturedesk.com, Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub
Toni Faber, Michael Ludwig, Christoph Schönborn und Peter Hacker
Toni Faber, Michael Ludwig, Christoph Schönborn und Peter Hacker ©Georges Schneider / picturedesk.com, Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub

Seit 12. August kann man sich im Stephansdom ohne Voranmeldung gegen das Corona-Virus impfen lassen. Der Dom als Ort der seelischen Gesundheit wird dadurch auch zum Ort der körperlichen Gesundheit.

Das religiöse Leben im Stephansdom wird durch die derzeit laufende Impfaktion nicht beeinflusst.“ Das betonte Dompfarrer Toni Faber in seiner wöchentlichen Kolumne in der Tageszeitung „Kurier“ am 15. August. Damit reagierte er auf Stimmen, die Kritik an der Impfaktion in Österreichs bekanntester Kirche geübt hatten. Er habe in Gesprächen erfahren, dass „nicht wenige diese Gelegenheit als Einladung und Anstoß verstanden haben“. Der große Ansturm der ersten Tage spreche zudem eine eigene Sprache, zeigte sich Faber vom Erfolg der Aktion überzeugt. Denn mit einem „überraschend großen Andrang von früh bis spät“ ist der erste Öffnungstag der Impfstation im Stephansdom allein am 12. August zu Ende gegangen.

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Impfstation im Stephansdom

Knapp 200 Menschen nahmen das Angebot der Stadt Wien wahr und ließen sich spontan und ohne Anmeldung in der Barbarakapelle gegen das Coronavirus impfen. In Betrieb ist die Impfstation im Stephansdom jeweils von Donnerstag bis Sonntag zwischen 10 und 21 Uhr, Mittagspause ist von 15 bis 16 Uhr. Über 18-Jährigen wird im Stephansdom der Impfstoff von Johnson & Johnson verabreicht, Zwölf- bis 17-Jährige bekommen jenen von Biontech/Pfizer. Vorerst läuft die Aktion bis 22. August.

Impfen als Akt der Nächstenliebe

„Wir sind in einer Gesundheitskrise, die alle Menschen betrifft, da braucht es außergewöhnliche Maßnahmen“, begründete Wiens Gesundheits-Stadtrat Peter Hacker die Wahl des Doms als Impfstelle. Er hoffe, dass möglichst viele Menschen das Angebot annehmen werden, „sei es aus purem Egoismus oder aus Nächstenliebe“. Die Impfung ist nach den Worten von Wiens Bürgermeister Michael Ludwig ein „Akt des Selbstschutzes, der Solidarität und der Nächstenliebe“: „Der Stephansdom ist ein kulturelles und spirituelles Zeichen, ein Zeichen des Wiederaufbaus“. „Der Stephansdom gehört allen Menschen der Stadt Wien. Er soll dem Inneren, Geistlichen dienen und auch der körperlichen Gesundheit“, unterstrich Dompfarrer Toni Faber. „Wer die Geschichte des Doms in Erinnerung hat, weiß, dass er ein gemeinsames Werk aller Menschen in Österreich ist“, betonte Kardinal Christoph Schönborn.

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  • Der SONNTAG Redaktion
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