EURO 2024: Österreich als Geheimtipp

Fußball-EM
Ausgabe Nr. 24
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"Dieses Österreich ist so stark wie noch nie.“
"Dieses Österreich ist so stark wie noch nie“, schrieb die schweizerische Zeitung „Blick“. ©istock
Ab Freitag 14. Juni 2024 wird wieder mitgefiebert bei der Fußball-EM.
Ab Freitag 14. Juni 2024 wird wieder mitgefiebert bei der Fußball-EM. ©istock

Vom 14. Juni bis zum 14. Juli wird in Deutschland die Fußball-Europameisterschaft der Männer ausgetragen. Auch die katholische und die evangelische Kirche haben sich dabei ihren Platz gesichert.

Österreichs fußball-affine Bischöfe zeigen sich, was die Chancen unserer Nationalmannschaft betrifft, vorsichtig optimistisch. "Dieses Österreich ist so stark wie noch nie.“ Eine Schlagzeile wie Balsam für die österreichische Fußballseele lieferte die schweizerische Zeitung „Blick“ am vergangenen Samstag Abend nach dem Freundschaftsspiel der Schweiz gegen Österreich, das unentschieden ausging und damit das 7. Spiel in Folge war, das Österreich nicht verloren hatte. Unserer Nationalmannschaft wird bei der Europameisterschaft 2024 in Deutschland tatsächlich eine Menge zugetraut. Von „Geheimtipp“ sprachen da im Vorfeld der EURO nicht nur die Kommentatoren aus der Schweiz, sondern auch aus Deutschland und sogar Großbritannien. Von einer Mannschaft, der man „alles zutrauen sollte“, war die Rede. 

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Einer für alle, alle für einen

Und trotzdem bleibt die Frage: Wird da zu viel von Ralf Rangnicks Team erwartet? Am 14. Juli, dem Tag des Finales, wissen wir mehr. Bei der Verabschiedung des Nationalteams vergangene Woche versprach David Alaba, der trotz Knie-Verletzung als „Non Playing Captain“ zur EURO reiste in jedem Fall, dass „jeder Einzelne sein Bestes geben wird.“ Fußball-Österreich kann also voller Zuversicht in das Turnier gehen. Auch bei jenen österreichischen Bischöfen, die eine gewisse Fußball-Begeisterung zeigen, herrscht vorsichtiger Optimismus. Und weder „Sportbischof“ Alois Schwarz (Diözese St. Pölten) noch Manfred Scheuer (Diözese Linz) Wilhelm Krautwaschl (Diözese Graz-Seckau) Hermann Glettler (Diözese Innsbruck) oder Franz Lackner, (Erzdiözese Salzburg und Vorsitzender der Bischofskonferenz) befürchtet ein Aus schon in der Vorrunde. „Unsere österreichische Nationalmannschaft hat in den letzten Jahren viel Engagement und Fortschritt gezeigt“, so Bischof Schwarz.
 

Glaube und die Fußball-EM

„Unsere Mannschaft ist jetzt zusammengeschweißt, sie treten als Team auf – einer für alle und alle für einen“, sagt auch Rapid-Seelsorger Christoph Pelczar im Gespräch mit radio klassik Stephansdom Redakteur Stefan Hauser. Genau das könne beim Turnier den Unterschied machen. Zunächst müsse man aber die durchwegs schwierige Anfangsphase in der die Niederlande, Frankreich und auch Polen als Gegner warten, überstehen. Er selbst werde sich als gebürtiger Pole gerade bei den Spielen gegen seine Heimat durchwegs ein bisschen schwer tun. Aber: „Das Herz hat zwei Klappen und eine Klappe schlägt für rot Weiß rot, die andere vier für weiß rot“, lacht er. „Ich bin für ein faires Spiel und der Bessere soll gewinnen. Und wenn ich das jetzt so näher betrachte, dann muss ich ehrlich sagen, dass ich zur österreichischen Nationalmannschaft mehr Beziehung habe durch die Spieler, die ich kenne und mit denen ich in engem Kontakt bin. Und wir haben auch sehr, sehr viele gläubige Spieler in der Nationalmannschaft.“
 

Die Kirchen in Deutschland unterstützen die Fußball-EM

Auch in Deutschland selbst hat das Fußball-Fieber die Kirchen gepackt. So hat man etwa hier mit der Plattform host4euro.com eine Möglichkeit geschaffen, Unterkünfte in einem kirchlichen Umfeld zu suchen und zu finden. Und noch eine zweite Aktion der deutschen Kirchen gibt es im Rahmen der EURO 2024. Auf fußball-begeistert.de  können Gemeinden, Organisationen und Fußballbegeisterte Ideen und Materialien für Initiativen, Aktionen, Gottesdienste und Impulse finden. Die Motivation hinter dem Engagement ist denkbar einfach: „Als Kirchen wollen wir mithelfen, dass Deutschland ein weltoffener, guter Gastgeber der EM ist, dass die Spiele fair und wir alle dabei bleiben – im selben Geist und gemeinsam. Das leben wir in unseren Gemeinden Tag für Tag“, so der deutsche katholische Sportbischof Stefan Oster und der Präses Thorsten Latzel, Sportbeauftragter der Evangelischen Kirche in einer gemeinsamen Stellungnahme. „Weltoffenheit und Gastfreundlichkeit sind Ausdruck unseres christlichen Glaubens.“

LEBENSWEGE MIT CHRISTOPH PELCZAR

Christoph Pelczar stammt aus Polen. Der Pfarrer in Weikendorf macht spirituelles Training mit Fußballern des SK Rapid Wien und ist Obmann des Zweitligaklubs SV Stripfing/Weiden. Wie schafft der Tausendsassa den Spagat zwischen Sonntagsmesse und Fußballplatz? Antworten darauf gibt die Sendung auf radio klassik Stephansdom von Stefan Hauser.


Sendungsbeginn: 16. Juni 2024, 17:30 Uhr

Autor:
  • Portraitfoto von Andrea Harringer
    Andrea Harringer
  • Stefan Hauser
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