Fehlende Bischöfe: Die Gerüchteküche brodelt!

Hirtenhund
Ausgabe Nr. 11
  • Hirtenhund
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©Der SONNTAG

Der Hirtenhund "bellt" über fehlende Bischöfe bei der Bischofskonferenz.

Fotos von Klassentreffen rufen in der Regel zwei Reaktionen hervor: Man attestiert das fortschreitende Altern der Abgebildeten („Mein Gott, ist der/die alt geworden!“) und man schaut genau hin, wer NICHT zu sehen ist. Beim letzten Treffen der Bischofskonferenz war es nicht anders – und es fiel auf, dass zwei Bischöfe fehlten: Militärbischof Werner Freistetter und der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz. Letzterer wegen einer geplanten Untersuchung im AKH. Bedenkt man, dass sich die Bischöfe in St. Georgen am Längsee, also just im früheren „Jagdrevier“ von Bischof Schwarz (er ist schließlich Jäger und Umweltbischof), trafen, wo er seither als Persona non grata gilt, und weder Vollversammlungen noch „geplante Untersuchungen“ plötzlich hereinbrechende Termine sind, regt das natürlich die Fantasie an. Kein Wunder, dass manche Medien das Thema genussvoll aufgriffen. 

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Schließlich bot auch die „Gegenseite“ genügend Stoff: So hat das Domkapitel offenbar eine Einladung der Bischofskonferenz zur Mitfeier eines Gottesdienstes im Rahmen der Vollversammlung abgelehnt – aus „Solidarität mit den Enttäuschten, Verletzten und jenen, die in der Ära von Bischof Schwarz in Kärnten Schaden erlitten haben“, so Dompropst Guggenberger zur „Kleinen Zeitung“, um dann etwas hinterherzuschieben, was das Zeug zum Satz des Jahres hat: „In ihrer Unabgeschlossenheit ist die Sache für uns abgeschlossen.“ Mit Tertullian mag man seufzen: „… Seht, wie sie einander lieben.“ Wie soll Synodalität weltkirchlich gelingen, wenn sie schon an der Packalpe scheitert? 

Es war also faktisch wurscht, was dort in St. Georgen beratschlagt wurde. Dass es um Wesentliches ging wie die Ukraine-Hilfe, den Einsatz für den Frieden im Heiligen Land, aber auch um das synodal-nationale Weiterwurschteln, war letztlich sekundär. Leider. Denn unsere Bischöfe nehmen prononciert Stellung – etwa wenn sie festhalten, dass die Ursache des Leides in der Ukraine ein „schweres Unrecht“, nämlich der russische Angriffskrieg, sei. Das weiß auch der Papst; allein, er spricht gern, wie ihm der papale Schnabel gewachsen ist – und so flutscht ihm die Rede vom „Mut zur weißen Fahne“ heraus, was dann wieder mit allerlei Verrenkungen eingefangen werden musste. Hätte er den österreichischen Bischöfen zugehört, die klar das Ende der Gewalt mit einem „gerechten Frieden“ (der mehr meint als die bloße Abwesenheit von Gewalt) fordern, ihm wäre wohl einiges erspart geblieben. 

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