Neue Wege mit Predigt-Contest

Wie heute predigen?
Ausgabe Nr. 6
  • Wien und Niederösterreich
Autor:
Pia Hecht: „Eine Anregung zum eigenen Nachdenken.“ ©Stefan Kronthaler

Gute Predigten berühren Hirn und Herz. Worum es bei dem sogenannten Predigt-Contest konkret geht, erklärt Pia Hecht, Bereich „Bibel – Liturgie – Kirchenraum“ des Pastoralamts, im Gespräch mit dem SONNTAG. Es gibt dabei auch etwas zu gewinnen: Die zehn besten Predigten werden ausgezeichnet, die Gemeinden bekommen ein neues Evangeliar.

Die richtigen Worte in eine bestimmte Situation hinein zu sprechen ist risikoreich und kann scheitern. Sie überhaupt zu finden, sie zum Ausdruck zu bringen und sich dabei ganz auszusetzen, ist die zentrale Aufgabe für jeden und jede, der/die verkündigt“: Das schreiben die österreichischen Pastoraltheologinnen Maria Elisabeth Aigner und Hildegard Wustmans und der Pastoraltheologe Johann Pock in dem von ihnen herausgegebenen Buch „Wie heute predigen? Einblicke in die Predigtwerkstatt“. Wenn die Predigt eine Gemeinde berührt und den Menschen die Heilige Schrift eröffnet, kann wohl Großartiges geschehen: Menschen gehen bereichert, manchmal werden sie auch verwandelt – und sie kommen gerne wieder. Im Gespräch mit dem SONNTAG erläutert Pia Hecht, Bereich „Bibel – Liturgie – Kirchenraum“ des Pastoralamts, den Predigt-Contest, der bis zum 16. April in der Erzdiözese Wien läuft.

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Was genau ist der Predigt-Contest, was kann man dabei gewinnen?

PIA HECHT: Der Predigt-Contest möchte Predigten, die Menschen ansprechen und etwas in ihnen auslösen, ins Rampenlicht holen und einem weiteren Hörerkreis zugänglich machen. Wir sind überzeugt davon, dass in den Gottesdiensten in unserer Erzdiözese viele gute Predigten gehalten werden. Die zehn besten eingereichten Predigten wollen wir beim Predigt-Contest prämieren und dazu der Gemeinde ein neues Evangeliar schenken.

Wer darf und soll dabei mitmachen?

Eingeladen sind Priester, Diakone und Leitende von Wort-Gottes-Feiern, jeweils eine Predigt pro Person einzureichen. Natürlich kann dies – in Absprache mit dem Prediger – auch durch ein Gemeindemitglied geschehen.

Was sind die Kriterien dafür?

  1. Die Predigt muss in einem Gottesdienst gehalten und aufgenommen worden sein (Tonaufnahme).
  2. Pro Prediger kann nur eine Predigt eingereicht werden – aus einer Pfarre können das aber natürlich mehrere sein, z. B. eine vom Diakon, eine von der Pastoralassistentin, eine von einem Wort-Gottes-Feier-Leiter und eine vom Pfarrer.
  3. Die Anmeldung zum Contest erfolgt online. Bis zum Weißen Sonntag, dem 16. April 2023, müssen die eingereichten Predigten bei uns eingelangt sein.
  4. Die Predigten werden online der Öffentlichkeit mit dem Namen des Predigers zugänglich gemacht.

Eine gute Predigt schlüsselt die biblische Botschaft immer wieder neu auf.

Pia Hecht

Was macht eine gute Predigt aus?

Eine gute Predigt schöpft aus den im Gottesdienst verkündeten biblischen Texten und bringt diese in Dialog mit dem Heute und den Menschen. Sie schlüsselt die Botschaft immer wieder neu auf, vermittelt die Relevanz des Wortes Gottes auch in unserem Leben und regt dabei auch zum eigenen Nachdenken an.

Wie wird bei diesem Predigt-Contest eine Predigt beurteilt?

Die eingereichten Predigten werden einer Jury übergeben, die ein breites Spektrum abdeckt. Sie umfasst etwa Gemeindemitglieder, Bibelwissenschaftler, Pastoraltheologen, Liturgen, Priester, Pastoralassistenten, Diakone etc. Diese Jury hört sich die Predigten an und gibt ihre Bewertungen ab, jeder aus der eigenen Perspektive. Daher war es uns wichtig, eine möglichst große Vielfalt an Personen mit den unterschiedlichsten Qualifikationen in der Jury vertreten zu haben.

Wer darf überhaupt und wann predigen?

In der Eucharistiefeier ist die Predigt/Homilie nach dem Kirchenrecht dem Priester bzw. Diakon vorbehalten. In anderen Gottesdienstformen, wie etwa der Wort-Gottes-Feier, können dies auch Laien übernehmen.

Der Hirtenhund kommentiert den Predigt-Versuch mit der Software „ChatGPT“

Autor:
  • Stefan Kronthaler
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