„Longinus“ und die Passion

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Jesus wäscht den Aposteln die Füße. ©Erzdiözese Wien/Raphaela Hafellner
Eindrucksvoll: Das letzte Abendmahl. ©Erzdiözese Wien/Raphaela Hafellner
Ergreifend: Das Gebet Jesu in Getsemani, die drei Jünger schlafen. ©Erzdiözese Wien/Raphaela Hafellner
Jesus fällt unter dem Kreuz. ©Erzdiözese Wien/Raphaela Hafellner
Simon von Kyrene hilft Jesus das Kreuz tragen. ©Erzdiözese Wien/Raphaela Hafellner
Kreuzigung und Tod Jesu am Kreuz. ©Erzdiözese Wien/Raphaela Hafellner

Jugendliche aus der Pfarre St. Markus haben am 20. März passend zur Karwoche ein Passionsspiel aufgeführt. Unser Redakteur hat sich das bewegende "Schauspiel" angesehen.

Am 20. März stellten Kinder, Firmkandidaten und Jugendliche der Pfarre St. Markus (Wien 21) in der Pfarrkirche die Leidensgeschichte und die Auferstehung Jesu Christi auf eindrucksvolle Weise dar. Die Pfarre in Floridsdorf feierte damit heuer „25 Jahre Passionsspiel in St. Markus“. Der SONNTAG war bei der Aufführung dabei.

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Das Passionsspiel in der dunklen Kirche war berührend. Es begann mit dem Abschied Jesu von seiner Mutter Maria. Auch sehr stark: der Dialog der zwei Frauen mit Petrus – vor dem Hahnenschrei. Und überhaupt die Figur des bösen römischen Soldaten „Longinus“, dessen blindes Auge nach dem Lanzenstich in die Seite Jesu geheilt wird.

„Mich begeistert einfach, wie Jesus seinem Auftrag treu geblieben ist in diesen Stunden und was er für uns getan hat“, sagt Jesus-Darsteller Martin Ballabani zum SONNTAG. Er spielte Jesus jetzt zum zweiten Mal. Seit zehn Jahren ist Martin beim Passionsspiel engagiert. „Schauspiel ist Übungssache“, meint er: „Vor sechs Wochen haben wir mit den Proben für diese Aufführung begonnen.“ Gleich drei Rollen hatte Denise Katterbauer. Sie spielte Petrus, die Frau des Pilatus und Maria, die Mutter Jesu. 2014 war Denise erstmals dabei, und dann wieder 2023. „Maria darzustellen ist schon eine Herausforderung“, sagt sie: „Maria ist die starke Frau, die leidet, die den Leidensweg von Jesus begleitet.“ Anders hingegen die Rolle des Petrus. „Er ist Jesu Freund, und verrät ihn dann“, unterstreicht Denise. Die große Herausforderung für dieses Passionsspiel bestehe darin, „dass wir jedes Jahr eine neue Besetzung haben“, sagt Denise: „Denn es kommen jedes Jahr neue Firmlinge dazu, die dann erst in ihre Rollen eintauchen müssen.“

Eine ungewöhnliche Rolle spielte Katharina Miklas, nämlich den römischen Soldaten Longinus, der an sich nicht namentlich in den Passionsberichten der vier Evangelien vorkommt. „Ich spielte den Longinus jetzt bereits das fünfte Mal“, erzählt Katharina: „Er ist ein böser Soldat, dessen blindes Auge dann aber geheilt wird.“ Katharina spielte bereits „als Erstkommunionkind“ beim Passionsspiel mit. „Ich bin damit in der Pfarre aufgewachsen“, sagte sie: „Dadurch habe ich Jahr für Jahr Jesus besser kennengelernt.“

Der Initiator des Passionsspiels der Pfarre St. Markus ist Diakon Zlatko Saravanja. Er stammt aus der Herzegowina und kennt die Passionsspieltradition in seiner Heimat. Vor 25 Jahren initiierte er das erste Passionsspiel der Pfarre. „2018 kam die Szene mit der Auferstehung hinzu“, sagt Diakon Zlatko zum SONNTAG. „Viele Darstellerinnen und Darsteller begannen als Erstkommunionkinder beim Passionsspiel mitzuspielen, dann machten sie auch noch als Firmlinge mit und manche sind auch jetzt noch dabei“, zählt der Diakon auf. Er ist u. a. zuständig für die Kinder- und Jugendarbeit in der Pfarre, in deren Rahmen Passionsspiele und auch ungewöhnliche Krippenspiele aufgeführt werden. Den Soldaten „Longinus“ hat der Diakon in das Passionsspiel integriert, „um einen Weg der Heilung zu zeigen, vom bösen römischen Soldaten zum von Jesus Geheilten“. 

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