Im Himmel fährt Gott eine Harley

Motorradfahren für Menschen in Not
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Roland Bürger auf seiner Harley
Roland Bürger auf seiner Harley ©Privat
Robert Bürger
Robert Bürger ©ROBINCONSULT_Lepsi

Nein, ein bloßes Hobby ist es nicht. Für Roland Bürger ist das Fahren auf seiner Harley-Davidson viel mehr als das. Es ist Leidenschaft. Eine Leidenschaft, die ihn als Kind gepackt und seitdem nicht mehr losgelassen hat. Mit dreißig Jahren hat er sich seinen Wunsch erfüllt und seine erste Harley gekauft.

Mittlerweile besitzt der 49-jährige Niederösterreicher seine neunte. „Ich geb’ zu, es gefällt mir, wenn ich auf meinem Motorrad fahre und merke, dass die Leute schauen. Es schaut einfach cool aus. Und es ist ein unglaubliches Glücksgefühl, auf so einer Harley zu fahren“, schwärmt Roland. Wenn das Wetter passt, fährt er jeden Tag auf dem Motorrad in die Arbeit. Wie Urlaub ist das Biken, sagt er, ein Gefühl von Freiheit stellt sich ein und Kreativitätsprozesse werden in Gang gesetzt.

Es ist allerdings nicht nur das Fahren selbst, sondern die Community, deren Teil man als Fahrer einer Harley-Davidson wird, die den Inhaber einer Marketingagentur fasziniert. „Unter den Harleyfahrern gibt es keine Klassenunterschiede, ein Millionär ist hier nicht anders als ich als Marketingmensch. Man sitzt zusammen und redet ganz normal miteinander, egal welchen Hintergrund man hat. Das gefällt mir sehr.“

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Mit der Harley Spenden sammeln

Rolands Leidenschaft fürs Motorradfahren verknüpft er mit seinem Engagement für Menschen in Not. Als Vorstandsmitglied des Harley Owners Charity Club (www.hocc.at) organisiert er regelmäßig Charity-Events. Wie zum Beispiel die Harley-Sternfahrt anlässlich des Muttertages vor knapp einem Jahr für die St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien, die Mütter und Kinder in Not unterstützt. Roland war selbst überrascht, wie viele Biker der Einladung zum Charity-Ride gefolgt sind. „Die Aktion ist extrem gut angekommen und hatte einen unheimlichen Spirit. Die Kombination Kinder-Mütter-Harley hat viele angesprochen.“

Diese Verbindung von Weltlichem mit Gott finde ich super.“

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint: „Viele Biker sind sehr wohl sehr gläubig. Und Mütter sind ihnen ein hohes Gut.“ Auf zwei Routen sind die Biker mit Zwischenstopps auf den Park&Pray Plätzen bei verschiedenen Kirchen aus Niederösterreich zum Stephansplatz gefahren, wo sie von Dompfarrer Toni Faber empfangen und gesegnet wurden. Rolands persönliches Highlight: „Als wir weggefahren sind, hat der Dompfarrer die Türen des Doms geöffnet und drinnen haben alle die Motorräder gehört. Diese Verbindung von Weltlichem mit Gott finde ich super.“

Der Grundspirit ist da

„Ich tu’ mit meiner Harley was Gutes und hab’ das Gefühl, Gott schaut runter und passt auf mich auf.“ Biken und Glaube passen gut zusammen, findet Roland: „Bei uns gibt es den Spruch: Gott im Himmel fährt ’ne Harley.“ Roland fühlt sich beschützt, der Glaube an Gott ist ihm wichtig. „Ich bin ehrlich, ich geh nicht jeden Sonntag in die Kirche. Ich arbeite viel und verbringe dann am Wochenende Zeit mit meinen Kindern. Aber der Grundspirit ist da.“ Für Roland ist Gott „mein Weg. Wenn ich nicht mehr weiter weiß, sag’ ich ‚Hilf mir!‘ Und ich merke, er ist da.“

Biken und Glaube passen gut zusammen.

Autor:
  • Sandra Lobnig
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