Geburtstagstorte mit Weihnachtskeksen

Geboren am Heiligen Abend
Ausgabe Nr. 51
  • Leben
Autor:
Mädchen mit Geschenkspackerl
Doppelt beschenkt? Am 24. Dezember Geburtstag zu haben, ist etwas Besonderes. ©iStock/Gorica Poturak
Mary Higgins Clark
Mary Higgins Clark – Krimiautorin ©Wikicommons
Harald Serafin
Harald Serafin – Sänger und Musikintendant ©Manfred Werner
Kaiserin Elisabeth
Elisabeth – Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn ©Georg Raab
Ava Gardner
Ava Gardner – Schauspielerin ©Wikicommons
Helmut Schüller – Landpfarrer und Hochschulseelsorger ©kathbild.at/Rupprecht

Der 24. Dezember. Keine Frage – mit diesem Geburtsdatum fällt man auf! Aber wer genau am Tag des Heiligen Abends Geburtstag hat, hat nicht nur doppelten Grund zu feiern, sondern ist auch noch in prominent-guter Gesellschaft. Der SONNTAG hat in diesem Jahr für Sie einige der bekanntesten „Christkindln“ zusammengetragen und stellt sich die Frage, wie das eigentlich so ist, zu Weihnachten Geburtstag zu haben.

Große (Mit)Freude – „Wie schön, dann kannst Du ja doppelt feiern“ oder aufrichtiges Mitleid – „Aber da geht Dein Geburtstag ja total unter und Du bekommst auch nur einmal im Jahr Geschenke“. Wenn man Menschen glauben darf, die am 24. Dezember ihr Wiegenfest begehen, sind das die häufigsten Reaktionen, die sie bekommen, wenn sie anderen davon erzählen. 

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In den meisten Familien wird eine gute Feierkultur zwischen diesen beiden Polen gefunden. Viele trennen die beiden Feste strikt – feiern etwa am Vormittag den Geburtstag des Familienmitgliedes und am Abend dann Weihnachten. Quasi Happy Birthday ganz ohne Glockenklang. Oder es wird der Geburtstag kurzerhand auf einen anderen – nahen – Tag verlegt.  Oder – aber das ist nur für erwachsene „Christkindln“ eine echte Option: Es wird einfach in den Geburtstag hineingefeiert. Frei nach dem Motto „Wann gefeiert wird, ist nicht so wichtig. Hauptsache, es wird ordentlich gefeiert. 

Wie Kaiserin Elisabeth, Ava Gardner oder Mary Higgins Clark dazu gestanden sind, am 24. Dezember ihren Geburtstag zu feiern, und wie sie diesen Tag verbrachten, ist nicht wirklich bekannt. Vergeblich durchforstet man das Internet nach Zitaten oder Anekdoten. Quicklebendige „Christlkindln“ wie Harald Serafin oder Helmut Schüller wissen vor allem davon zu berichten, dass sie ihren Geburtstag immer als einen besonders schönen Tag erlebt haben. Einen ebensolchen wünschen auch wir vom „SONNTAG“ allen Leserinnen und Lesern, die am 24. 12. Geburtstag feiern. Feiern Sie so schön wie möglich – Ihren und auch den Geburtstag Jesu. Mit Geburtstagstorte und Weihnachtskeksen. 

Mary Higgins Clark – Krimiautorin

Geburtsjahr: 1927 in New York 
Sterbejahr: 2020 in Naples, Florida

Leben und Wirken: Bevor Mary Higgins Clark zur weltbekannten Autorin avancierte und sich ihren Ruf als „Queen of Suspense“, als „Königin der Spannung“ erarbeitete, war die Tochter irischer Einwanderer Sekretärin. Später arbeitete sie in einer Werbeagentur und war Stewardess bei der amerikanischen Fluglinie PanAm. 1949 heiratet sie ihren Jugendfreund Warren Clark und begann danach mit dem Schreiben – allerdings zunächst mit mäßigem Erfolg. Ihren ersten Bestseller landete sie 1975 mit dem Buch „Where Are the Children“, die deutsche Ausgabe trug den Titel „Wintersturm“ und wurde ganze 75 Mal aufgelegt.

Wir werden zu schnell alt und zu spät klug.

Mary Higgins Clark

Insgesamt umfasst das Werk von Mary Higgins Clarks mehr als 50 Bücher. Nach dem frühen Tod ihres ersten Mannes, mit dem sie fünf Kinder hatte, heiratete sie 1996 ein weiteres Mal. Sie war Ehren- und Devotions-Dame des Malteserordens und lebte bis zu ihrem Tod mit ihrer Familie in Saddle River, New Jersey.

Harald Serafin – Sänger und Musikintendant

Geburtsjahr: 1931 in Kybartai, Litauen

Leben und Wirken: Seine ersten „Weihnachtsbilder“ sind die Schlittenfahrten in die Kirche bei Temperaturen bei minus 40 Grad. Dafür begeisterte der kleine Harald schon mit fünf Jahren die Kirchenbesucher mit seinem Sopran. Nach dem zweiten Weltkrieg landete die Familie in Bamberg. Das Medizinstudium hängte der sangesfreudige Harald an den Nagel, studierte Gesang und reüssierte bald als Bariton. Sein Freund Otto Schenk engagierte ihn für die „Fledermaus“, der Beginn einer jahrzehntelangen Karriere. Nach einer Stimmbandoperation übernahm Serafin die Intendanz der Seefestspiele Mörbisch. Bis zu 220.000 Besucherinnen und Besucher kamen im Sommer zu den Aufführungen ins „Mekka der Operette“ an den Neusiedler See. Seine Kinder folgten ihm auf die Bühne: Tochter Martina ist Sopranistin, Sohn Daniel ist Bariton.

Wunderbar!

Harald Serafin

Beinahe Kultstatus erlangte sein wohlwollender Kommentar „Wunderbar!“ in der ORF-Prominenten-Tanzshow „Dancing Stars“. Die Ausrufe machten den Charmeur Harald Serafin zu „Mister Wunderbar“. Im Vorjahr feierte er, gewohnt gut gelaunt, seinen 90. Geburtstag.

Elisabeth – Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn

Geburtsjahr: 1837 in München
Sterbejahr: 1898 in Genf

Leben und Wirken: Die geborene Prinzessin in Bayern heiratete mit 17 Jahren ihren Cousin Kaiser Franz Joseph (1830-1916). Von den vier gemeinsamen Kindern starb ein Mädchen bereits mit zwei Jahren. Nach dem  tragischen Selbstmord ihres Sohnes Rudolf  im Jahr 1889 trug die Kaiserin nur mehr schwarze Kleidung. In der Familie „Sisi“ genannt,  engagierte sie sich politisch nur 1867 in der Frage des Ausgleichs mit Ungarn, wo sie bis heute sehr verehrt wird. Die Kaiserin galt als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit. Sie war aber auch gebildet und eine erfolgreiche Reiterin. Glück fand Elisabeth jedoch nicht – weder in der Ehe noch in den zahlreichen langen Reisen fernab ihrer Pflichten als Monarchin. 

Unser Inneres ist wertvoller als alle Titel und Würden.

Kaiserin Elisabeth


Bis heute prägen die Sissi-Filme mit Romy Schneider das Bild der süßen Kaiserin. Seit 1992 stellt das Erfolgsmusical „Elisabeth“ die Todessehnsucht der Kaiserin die von einem italienischen Anarchisten ermordet wurde, in den Mittelpunkt. In Erinnerung an die Monarchin sind einige Elisabeth- bzw. Sisi-Kapellen nach ihr benannt. Ihre letzte Ruhestätte fand die im Leben Rastlose in der Wiener Kapuzinergruft. 

Ava Gardner – Schauspielerin

Geburtsjahr: 1922 in Grabtown bei Smithfield, North Carolina
Ihr Geburtstag jährt sich heuer zum 100. Mal.
Sterbejahr: 1990 in London

Leben und Wirken: Ava Gardner erblickte als siebentes Kind einer Farmerfamilie in North Carolina das Licht der Welt. Nach einer Ausbildung zur Sekretärin versuchte sie sich in ersten Filmrollen. Ihren ersten Erfolg schaffte Ava Gardner 1946 als verführerische Femme fatale neben Burt Lancaster im Film-noir-Klassiker „Rächer der Unterwelt“. International bekannt wurde die klassische Schönheit durch die Hemingway-Verfilmung „Schnee am Kilimandscharo“ (1952) mit Gregory Peck und durch „Mogambo“ (1953) an der Seite von Clark Gable. 

Im Leben muss man durchhalten. 

Ava Gardner

Ihre Ehen hat sie allerdings  nicht durchgehalten: Ava Gardner war drei Mal verheiratet, zuletzt mit Frank Sinatra (1915–1998). Auch diese Ehe scheiterte. Die Gründung einer Familie hatte die Schauspielerin zugunsten ihrer Karriere abgelehnt, eine Entscheidung, die sie später bereute. Ab 1953 lebte Ava Gardner in Madrid und war eng mit Ernest Hemingway befreundet. 1968 zog sie nach London. Immer wieder von schwerer Alkoholsucht geplagt, starb Gardner nach mehreren Schlaganfällen an einer Lungenentzündung.
 

Helmut Schüller – Landpfarrer und Hochschulseelsorger

Geburtsjahr: 1952 in Wien
Er feiert heuer seinen 70. Geburtstag.

Leben und Wirken: Was er mit seinem Geburtstag als „Christkindl“ verbindet? „Dass es immer ein feierlicher Tag mit besonders schönen Gottesdiensten ist. Und dass ich immer, wenn ich irgendwo mein Geburtsdatum angeben muss, damit ein Lächeln auslöse – auch mitten in einer trockenen Amtshandlung“, sagt Helmut Schüller zum SONNTAG. Nach dem Theologiestudium in Wien und Freiburg im Breisgau war er als Kaplan in Wien tätig, 1981 wurde er Diözesanjugendseelsorger. 1988 übernahm er das Amt des Direktors der Caritas der Erzdiözese Wien und 1991 jenes des Präsidenten der Caritas Österreich. Als Generalvikar – vom September 1995 bis zum Februar 1999 – brachte er frischen Wind in die Erzdiözese Wien.

Wenn ich mein Geburtsdatum nenne, löse ich ein Lächeln aus.

Helmut Schüller


2006 stellte Schüller die Pfarrer-Initiative der Öffentlichkeit vor, 2011 den „Aufruf zum Ungehorsam“. Schüller ist Pfarrer in Probstdorf und Universitätsseelsorger mit Aufgaben im Bereich der Hochschulseelsorge der Katholischen Aktion.

Autor:
  • Redaktion
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