| Furchtloser Bischof | ||||
Am 6. Dezember wird dem austro-brasilianischen Bischof Erwin Kräutler der alternative Nobelpreis verliehen. Für den Bischof ist diese Auszeichnung eine „Rückendeckung sondergleichen” im Kampf für die Rechte der Indios und gegen die Zerstörung ihres Lebensraumes. |
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Er ist für seinen Einsatz für die Rechte der indigenen Völker und für sein unermüdliches Engagement gegen die Zerstörung des Amazonas-Gebiets bekannt: Der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler. Nun wird er für seinen unermüdlichen Einsatz mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. In den vergangenen Monaten hat der 71-jährige Bischof vor allem mit seinem Widerstand gegen das Mega-Wasserkraftwerk Belo Monte im Amazonasgebiet von sich reden gemacht. Das Kraftwerk stelle eine Gefahr für Natur und Menschen dar, warnte Kräutler wiederholt. Für den Bischof am Xingu ist das Projekt, das seine Wurzeln in der Militärdiktatur hat, ein diktatorisches geblieben – die Regierung unterschlage Informationen, verändere Daten und verletze die Bundesverfassung. „Das Gebiet 100 Kilometer entlang der Großen Kurve des Xingu, an der zwei indigene Völker wohnen, werden – bedingt durch die Staumauer und die Wasserableitung – nur einen Wasserstand von 30 bis 40 Zentimetern aufweisen. Wie soll hier das Leben in seiner bisherigen Intensität weitergehen?” so Kräutler. „Die Lebewesen im und entlang des Flusses werden verhungern.” RückhaltDie Sorge des Bischofs gilt bereits seit Jahrzehnten sowohl den Indios als auch den Hunderttausenden marginalisierten Kleinbauern und Landarbeitern seiner Diözese und er nimmt für sein Engagement viele persönliche Einschränkungen und Gefahren in Kauf. 1983 wurde Kräutler wegen Teilnahme an einer Solidaritätsaktion von der Militärpolizei festgenommen und verprügelt. 1987 wurde der Bischof durch einen inszenierten Unfall schwer verletzt: Ein Kleinlastwagen hatte frontal sein Auto gerammt. Seit nunmehr vier Jahren steht er unter ständigem Polizeischutz. „Allein bin ich nur in meinem Zimmer und in meinem Büro.” In seinen 840 Gemeinden ist der meist leger gekleidete Bischof überaus beliebt. Wenn bei Pfarrvisitationen und sonstigen Gemeindebesuchen Plakate hochgehalten werden mit Botschaften wie „Dein Leid ist auch unser Leid, Bischof Erwin, wir lieben Dich”, dann sei er sich sicher, dass das Reich Gottes hier und jetzt beginne. Mit diesem Rückhalt hält er es auch aus, rund um die Uhr von Sicherheitsleuten beschützt zu werden. Ermutigung
Der Linzer Bischof Ludwig Schwarz, der in der österreichischen Bischofskonferenz für Mission und Entwicklungszusammenarbeit zuständig ist, zeigte sich über die Verleihung des Alternativen Nobelpreises an Bischof Kräutler hoch erfreut. Schwarz hob vor allem den unermüdlichen Einsatz des austro-brasilianischen Bischofs für Indianer, Landlose und Kleinbauern hervor. Es sei bewundernswert, mit welchem Engagement sich Kräutler trotz aller Gefahren für die „Ärmsten der Armen” einsetze. Erfreut zeigte sich auch der Geschäftsführer der „Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission” (KOO), Heinz Hödl. Er hob vor allem Kräutlers Furchtlosigkeit und Konsequenz hervor. Auch Bundespräsident Heinz Fischer hat Bischof Kräutler zur Verleihung des Alternativen Nobelpreises gratuliert. Die Auszeichnung solle für den Bischof „eine Ermutigung sein, seine Arbeit im Sinne von Menschenrechten und Umweltschutz konsequent fortzusetzen.” Die in der Dreikönigaktion für Lateinamerika zuständige Angela Kemper sagte: „Es ist zu hoffen, dass der Preis dazu beiträgt, den Anliegen der Indianer in Brasilien mehr Beachtung und Gehör zu verschaffen.” (red) |
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Am 6. Dezember wird dem austro-brasilianischen Bischof Erwin Kräutler der alternative Nobelpreis verliehen. 
