| Herausforderung: Zukunft gestalten | ||||
| Gemeinden sind das Herzstück der Kirche. Ihrer Zukunft war ein Studientag am 18. September gewidmet. Abschied von Vertrautem, Erkennen von Neuem sowie Aufbruch zu neuen Formen werden die Erzdiözese noch sehr beschäftigen. |
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Die Kirche steht in einer Umbruchszeit, in der das Christentum „neu buchstabiert” werden muss. Dabei gibt es „Abschied” von Vertrautem und „Aufbruch” zu Neuem. Zu intensivem Nachdenken darüber lud der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, am Studientag am 18. September ein. Ins – nicht zuletzt bei den beiden Diözesanversammlungen – viel diskutierte Thema führte noch einmal der Paderborner Pastoraltheologe und Pastoralpsychologe Christoph Jacobs ein. Das „Neue” sei vielfach schon da. Getaufte und Gefirmte würden künftig noch mehr gefordert und im Sinne des Zweiten Vatikanums „Träger der Pastoral” sein. Freilich gelte es dabei auch, Abschied zu nehmen – etwa von „Sozialformen”, die im 19., 20. Jahrhundert gebildet worden seien und „von denen wir annehmen, sie seien Kirche”. Christus wolle nicht, „dass man sich auf Sozialformen verlässt, sondern auf ihn – auf ihn persönlich”, betonte Jacobs. So werde in Zukunft die Bereitschaft zur Bildung kleiner überschaubarer Gemeinden zunehmend wichtig sein. „Gemeinde” und „Pfarre” müssten nicht mehr deckungsgleich und nicht jeder Priester müsse Pfarrer sein, aber „den Charismen der Gläubigen dienen”. Es sei die Anzahl und Verfügbarkeit von charismatischen Gaben, die in der Kirche eine bedeutende Rolle spiele. Der frühere Generalvikar Msgr. Helmut Schüller (Pfarrer von Probstdorf und Hochschulseelsorger) unterstrich in seinem Kurzreferat, es gehe ihm um die lebendige sakramental geprägte Gemeinde am Ort: „Es reicht nicht, dass ein Priester vorbeikommt, Messe feiert und wieder wegfährt.” Es gehe darum, Zeichen des Heiles weiterzugeben, die erleichternde, entlastende Botschaft zu verkünden, und um Verbundenheit mit und Nähe zu den Menschen. Überraschung in Wien
Verblüfft zeigte sich Christoph Jacobs über das Ergebnis der ersten Arbeitsrunde: Die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gesammelten Zeichen des „Aufbruchs” hatten die ebenfalls zahlreichen Signale für „Abschiednehmen” zahlenmäßg übertroffen. Darin unterscheide sich Wien sehr von anderen Diözesen des mitteleuropäischen Raums, betonte Jacobs. Bei der anschließenden Pressekonferenz unterstrich der Pastoraltheologe, die Zukunft gehöre „einer spirituellen, einer geschwisterlichen Kirche, einer Kirche, die vom Selbstbewusstsein aller Getauften und nicht nur der Kleriker” lebe, sowie „einer demütigen Kirche, die auf Jesus Christus schaut”. Von Korinth bis ins heutige WienDer Wiener Erzbischof wies in der Pressekonferenz darauf hin, dass in den letzten zehn Jahren in der Erzdiözese Wien die Zahl der Katholiken zurückgegangen sei. Diese Realität gelte es ehrlich anzuschauen. Daraus ergebe sich auch Reformbedarf bei den Pfarrstrukturen. Wenn dieses Thema nicht ernsthaft angegangen werde, würde es einem aufgezwungen. Der Wiener Erzbischof erinnerte in diesem Zusammenhang an den Strukturwandel der Gemeinden – von Korinth bis heute. Es habe in Wien im 19. Jahrhundert, aber auch noch nach 1945 eine Zeit zahlreicher Pfarr- und Gemeindegründungen gegeben, heute müsse das eine oder andere zurückgebaut werden. Auch Schönborn betonte, dass es künftig verstärkt darum gehen werde, das, was gemeinsames Priestertum bedeutet, intensiv zu bedenken. (red) 23.09.2010 |
Kurz notiert
Anglikaner konvertieren |
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In Großbritannien sind nach Vatikanangaben zu Ostern rund 220 Anglikaner zur katholischen Kirche übergetreten. Unter ihnen waren 20 Priester, wie die Zeitung „Osservatore Romano” berichtet. Im Süden Londons wechselt fast die Hälfte einer anglikanischen Gemeinde gemeinsam mit ihrem Pfarrer zur katholischen Kirche. Der 63-jährige Priester Donald Minchew aus Croydon kehrte der anglikanischen Kirche aus Protest gegen Frauenpriestertum und Zulassung von Bischöfinnen den Rücken. |


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