Ausgabe Nr. 06 - 12.02.2012
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Achtung vor der Schöpfung
Vom 1. September bis zum 4. Oktober wird die „Schöpfungszeit” begangen.

Ob die Hackschnitzelheizung in Mönichkirchen, der „Kirchgang ohne Autos” in Großrußbach oder die „Schöpfungs-Tage” in Dornbach: Die auch päpstlich immer wieder angemahnte Verantwortung für die Schöpfung wird mehr und mehr wahrgenommen.

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Rechts vor Pfarrkirche und Pfarrhof befindet sich die neue Hackschnitzelanlage der Pfarre Mönichkirchen.

Die Pfarre Mönichkirchen errichtete im Jahr 2009 eine Hackschnitzelheizung für den Pfarrhof und die Kirche. Sie ersetzt die alte Ölheizung im Pfarrhof und die Nachtspeicheröfen in der Kirche. „Hauptbeweggrund waren für den Pfarrgemeinderat die in den letzten Jahren stark gestiegenen Öl- und Stromkosten sowie der Umstand, dass in unserem Pfarrgebiet Energieholz in großer Menge vorhanden ist”, berichtet Pfarrer Dietmar Orglmeister: „Wir entschieden uns für eine Hackgutanlage der Firma Hargassner HSV 80 S WTH 80 für 80kw mit Raumaustragung 500, die von unserem Hausinstallateur Friedrich Wilfinger aus Schäffern montiert wurde.”

Ein besonderer Dank gilt dem Pfarrgemeinderatsmitglied Karl Brandstetter, der die Errichtung des Heizhauses und Hackgutlagers mit vielen freiwilligen Helfern in Eigenregie bewerkstelligt hat. Orglmeister: „Die Anlage wurde am 2. Oktober 2009 in Betrieb genommen und funktioniert zur vollsten Zufriedenheit. Wir konnten damit die Heizkosten der Pfarre von  früher 10.000 bis 12.000 Euro für Öl und Strom auf ca. 4.500 Euro für Energieholz senken.”

Und das Holz wird zur Gänze im Pfarrgebiet gekauft: „Die Wertschöpfung bleibt also im Ort und es fallen kaum Wegkosten an.” Die Organisation dafür hat Pfarrgemeinderatsmitglied Johann Tauchner, selbst Schlägerungsunternehmer, übernommen.

Zu Fuß und gemeinsam

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Nach dem „Kirch-GANG” in Großrußbach wartete ein faires Frühstück auf alle.

„Unseren Schöpfungs-Sonntag mit Kirchgang organisierte ich zum ersten Mal am 26. September 2004. Ab da fand er alle Jahre statt. Der nun zum sechsten Mal stattfindende Schöpfungssonntag ist heuer am 5. September”, erzählt Andrea Gschlent, Pfarrgemeinderatsmitglied in Großrußbach und Umweltbeauftragte der Pfarre.

Die Pfarrgemeinde Großrußbach umfasst vier Filialorte: Wetzleinsdorf, Kleinebersdorf, Hipples und Hornsburg. Diese Orte liegen alle 3 bis 4 Kilometer von Großrußbach entfernt. Gschlent: „Am Schöpfungssonntag werden die Gläubigen von Pfarrer Thomas Natek und dem Pfarrgemeinderat eingeladen, das Auto stehen zu lassen und zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Kirche zu kommen.”

Der Hintergrund, so Gschlent:  „Zum einen waren da Gespräche mit Gläubigen aus unseren Filialen. Sie erzählten mir von längst vergangenen Tagen, an denen sie die Messe jeden Sonntag, bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit zu Fuß besuchten. Das war für sie sehr mühsam, doch genossen sie die Gesellschaft der anderen Ortsbewohner und die Gespräche, die sich daraus ergaben. In dieser arbeitsreichen Zeit ergab es sich sonst sehr selten, sich zu unterhalten. Dabei stellten sie fest, wie schön doch diese Gespräche waren und dass sie sie richtig vermissen.”

Da war die Idee geboren, wieder gemeinsam zur hl. Messe zu marschieren und dabei sich wie in guter alter Zeit mit den Mitgehenden angeregt unterhalten. Gschlent weiter: „Viele Gläubige in unserer Gemeinde, die berufstätig sind, beklagten sich, dass der autofreie Tag immer ein Arbeitstag ist, und dass sie, auch wenn sie es wollten, auf ihr Auto nicht verzichten könnten. Durch unseren Kirchgang können auch sie einen Teil zur CO2-Reduktion beitragen.”

Nach der Mitfeier der Sonntagsmesse in Großrußbach können sich alle bei einem gesunden, fair gehandelten Frühstück für den Fußmarsch nach Hause stärken. Obst, Gemüse und verschiedenste Müslisorten aus regionaler Erzeugung und saisonalem Angebot decken reichlich den Tisch. Gschlents Resümee: „Dieser Kirchgang freut alle in der Pfarre und ist schon fixer Bestandteil in unserem Pfarrkalender.”

„Fair trade” kaufen

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In der Pfarre Dornbach finden zum ersten Mal die „Dornbacher Schöpfungstage” statt.

„Die Ängste der Menschen im Hinblick auf die Veränderung unseres Planeten sind groß. Eine Orientierung zur Bewahrung der Schöpfung ist daher ein Gebot der Stunde”, sagt Margaretha Mikula von der „EineWeltGruppe” der Pfarre Dornbach (Wien 17) über das Projekt „Dornbacher Schöpfungstage”, die heuer erstmals durchgeführt werden.

Im Hinblick darauf, dass sich viele im Bereich  Umweltschutz oft überfordert fühlen, empfiehlt Mikula: „Ökologischer Einkauf, Müllvermeidung und -trennung, Benützung von Öffis und Energiesparen sind Basiselemente. Suchen wir Infos und gehen wir unseren persönlichen Weg der kleinen Schritte. Also anstelle einer Getränkedose lieber einen gesünderen FAIR-TRADE-Saft kaufen. Das Material für die Alu-Erzeugung wird unter den Regenwäldern Südamerikas gewonnen, welche dafür abgeholzt werden und unser Klima beeinflussen.”

Mikula: „Mit FAIR-TRADE-Produkten ermögliche ich Menschen in Entwicklungsländern eine Existenz und trage damit auch zum Weltfrieden bei. Globale Veränderung liegt nicht bei Wirtschaft und Politik, sie liegt bei uns Konsumenten.” Bei den „Schöpfungstagen” gibt es auch eine  Tombola, Spielestationen, Workshops für Kinder und Buffet, ein Bild wird versteigert und eine „Dornbacher Briefmarke” angeboten.

(red)

02.09.2010
„Schöpfungsgottesdienst”

Schöpfungsgottesdienst des „Ökumenischen Rates der Kirchen”:

Freitag, 17. September, 19 Uhr, in der  Pfarrkirche Kahlenbergerdorf (1190 Wien, Zwillinggasse 2).

Thema: „Die ich rief, die Geister, Werd ich nun nicht los.” (Goethe, Zauberlehrling).