Als Vater gefordert: Die wenige Zeit nutzen © kathbild.at_rupprecht

In unserer Väter-Serie: Mag. Erhard Lesacher, ”Sonntags“-Vater von drei Kindern.

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Erhard und Tabea, Benjamin und Elias Lesacher

”Arbeiten, am Computer arbeiten ( =  Zuhause), schlafen“ – diese spontanen Antworten meiner achtjährigen Tochter Tabea auf meine Frage, was ich gut kann, haben mich einigermaßen irritiert. ”Was, so schlimm ist es?“ Natürlich haben wir dann gemeinsam sehr schnell Fähigkeiten gefunden, die meiner Tochter mehr entsprechen:

 Gute-Nacht-Geschichte-Erzählen, jedes Mal neu erfunden – eine Geschichte, die nur für Tabea erzählt wird, die man aus keinem Buch vorgelesen bekommen kann; Toben und Späße machen usw. Tabea sagte dann sogar: ”Wenn du da bist, bist du der beste Papa der Welt.“ Ich regte dann eine kleine Einschränkung an: ”... außer, wenn du streng bist.“

Rückblende auf das Jahr 1987: Unser ältester Sohn Benjamin ist ein halbes Jahr alt. Meine Frau und ich studieren. Ich habe eine 20-Stunden-Assistentenstelle. Außer dem Stillen kümmere ich mich im selben Umfang wie meine Frau um Haushalt und Kind. Auch als 1 ½ Jahre später unser zweiter Sohn Elias zur Welt kommt, kann ich es so einrichten, dass meine Frau ”trotz der zwei Kinder“ ihr Studium abschließen kann.

Berufliche Herausforderungen und Notwendigkeiten haben also massiven Einfluss auf die Gestaltung der Vaterrolle. Schon die Tatsache, dass ich bald nach der Geburt von Elias eine volle Beschäftigung angenommen habe, war ein massiver Einschnitt: viel weniger Alltag mit den Kindern. Die einzige Chance ist: die wenige gemeinsame Zeit intensiv nützen. Sich herausfordern lassen und herausfordern. Das Gegenteil von nebeneinanderher.
Ankommen muss: Ich bin zwar nicht immer da, aber im ”Notfall“, wenn du mich wirklich brauchst, kannst du dich auf mich verlassen.

Ich bin auch der Überzeugung, dass es Kindern gut tut, wenn Eltern sich nicht ständig einmischen und ihnen Freiraum und Möglichkeit zur Entfaltung geben. Angesichts meiner beiden erwachsenen Söhne sage ich manchmal scherzhaft: ”Vielleicht sind sie so ‚wohlgeraten‘, weil ich so wenig da war.“    
Erhard Lesacher

Was Benjamin sagt

”Mit meinen mittlerweile 21 Jahren habe ich jetzt ausreichend Abstand, um behaupten zu können, dass meine Erziehung eine sehr positive war.

Meine Eltern haben es geschafft, mich zu einem interessierten und kritischen Menschen zu erziehen und das, obwohl beide fast immer voll berufstätig waren. In einer zukünftigen Vaterrolle fände ich es auch für meine persönliche Entwicklung wichtig, sich die Erziehungsarbeit gerecht aufzuteilen und dadurch auch ein ausgewogeneres und gerechteres Verhältnis zwischen den Geschlechtern herzustellen.“





Mag. Erhard Lesacher
ist Leiter der ”Theologischen Kurse“ in Wien.







Diesen Bericht lesen Sie auf Seite 15 der aktuellen Ausgabe von "Der Sonntag" Nr. 08 vom 22. 2. 2009 (erhältlich in Ihrer Kirche).

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