![]()
|
Mein Sohn Bernhard und ich sind seit der letzten PGR – Wahl im März 2007
gemeinsam im Pfarrgemeinderat. Ich erlebe diese Situation insofern als sehr
positiv, weil ich erfahren darf, dass Bernhard mein Engagement für die
Pfarre jetzt viel besser versteht als zuvor und er meine Sorgen und Nöte,
aber auch Freuden in der und für die Gemeinde nun auch inhaltlich
nachvollziehen kann und nicht nur meine daraus entstandenen Launen und
Gefühle erleben muss.
Wir haben die Gemeindeprobleme auch immer wieder als Gesprächsthema beim
gemeinsamen, sonntäglichen Mittagstisch und diskutieren oft über die
jeweiligen Vorschläge.
Natürlich sind wir nicht immer einer Meinung, aber das empfinde ich als
konstruktiv, weil wir durch die gemeinsame Zeit in der Familie, auch mehr
Zeit für das Gespräch aufbringen können und daher auch zu Lösungsvorschlägen
kommen, die wir beide mittragen können. Bernhard ist im PGR für unsere
Gemeindefinanzen und die Gemeindeentwicklung zuständig, meine Aufgaben sind
die Gemeindepastoral und die Caritas.
Ich war sehr berührt davon, dass Bernhard mit dem Argument für die Wahl zum
Pfarrgemeinderat kandidiert hat, der Gemeinde als verantwortliches
Pfarrgemeinderatsmitglied zurückgeben zu wollen, was er von ihr bisher
erhalten hat.
Harald Schatz
Grundsätzlich würde ich Vater-Sohn-Konstellationen im PGR nicht
uneingeschränkt empfehlen.
Dadurch entsteht die Gefahr, dass eine spezifische Familie in einer Gemeinde
zu dominant wird. In unserem Fall kam es auch nur zu zwei Mandaten, da mein
Vater ex officio im PGR vertreten ist, und ich als gewählter Vertreter
Mitglied bin.
Wenn Vater und Sohn gemeinsam in einem Gremium arbeiten, halte ich es für
sehr wichtig, dass man die Kompetenzen und Zuständigkeiten des anderen
respektiert und einhält. Das gilt im Grundsatz aber für alle Mitglieder.
Als äußerst positiv erlebe ich den Aspekt, dass Vater und Sohn gemeinsame
Interessen und Verpflichtungen verfolgen können und gleichzeitig Einblick in
die Fähigkeiten und Stärken des Anderen bekommen. Das ist sehr bereichernd
und geht über die Möglichkeiten eines ”normalen Familienlebens“ in der Regel
hinaus.
Bernhard Schatz
Mag. Bernhard Schatz,
Jahrgang 1980, ist Referent im Finanzministerium.
Diakon Harald Schatz hat vier erwachsene Kinder, ist Jahrgang 1952
und Diözesansekretär der Katholischen Männerbewegung.
Diesen Bericht von Stefan Kronthaler lesen Sie auf Seite 15 der aktuellen
Ausgabe von "Der Sonntag" Nr. 05 vom 1. 2. 2009 (erhältlich in Ihrer
Kirche)