Ausgabe Nr. 06 - 12.02.2012
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Als Vater gefordert: So ”normal“ wie möglich
In unserer Väter-Serie: Erich Mladensich, Vater zweier Töchter. Die eine, Evelyn, hat einen Herzfehler. Die andere Tochter, Corinna, erzählt.

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Erich, Sylvia, Corinna und Evelyn Mladensich.

”Papa, ich hab dich sooo lieb“: Sowas hört man doch gern als Vater – oder? Das erste zahnlose Lächeln des neu geborenen Babys, die erste bewusste Umarmung und dann das erste ”Papa“ (”Mama“ haben sie ja bekanntlich schneller drauf).

Meine kleine Tochter ist jetzt 4 Jahre. Manchmal schmiegt sie sich an mich, legt ihren Kopf auf meine Schulter und sagt: ”Papa, ich hab’ dich soo lieb“. Dazu eine innige Umarmung – da vergisst man des Tages Müh’ und Plage, da wird alles andere nebensächlich. Ein Gefühl, dass wohl nur liebende Väter nachempfinden können.

Das war schon bei meiner ersten Tochter Corinna so, aber bei meiner zweiten erlebe ich es noch intensiver. Evelyn hatte   zwei Herzfehler: Der eine, eine recht seltene Anomalie der Lungenvenen, das Szymitar-Syndrom, wurde im Alter von 8 Monaten operativ behoben. Der andere, das Long-QT-Syndrom, kann nicht behoben werden. Dieser Herzfehler kann nur beobachtet und mit Medikamenten in Schach gehalten werden. Nun ist schon eine Herzoperation an einem Baby eine schreckliche Erfahrung – aber die latente Gefahr einer plötzlichen Ohnmacht oder eines Herzstillstandes ist erdrückend.

Da ist man als Vater gefordert, als Familie gefordert. Die große Tochter soll nicht darunter leiden müssen. Das Familienleben soll so ”normal“ wie möglich ablaufen. Nachdem der erste Schock überwunden ist, lernt man auch damit umzugehen, lebt bewusster und intensiver, ist dankbar für jeden Tag, den man mit seinen Kindern erleben darf. Jeder Entwicklungsschritt wird bewundert, jede glückliche Stunde als Geschenk betrachtet. Man möchte nicht von ihrer Seite weichen – nur nichts versäumen. Dennoch versuche ich meine Fähigkeiten so gut wie möglich in das Orts- und Pfarrleben meiner Heimatgemeinde Auersthal einzubringen.

 Manches mehr wäre noch zu tun, aber das muss zurückstehen. ”Papa du musst heute bei mir bleiben“, heißt es da manchmal, wenn ein Termin ruft. Da kann man nicht nein sagen – die Familie muss und wird Vorrang haben.
    Erich Mladensich

Was Corinna, 7, sagt

Ich weiß noch, wie es war, als meine kleine Schwester Evelyn im Spital war und die Herz-Operation hatte. Wir haben damals gebetet: Lieber Gott, lass die Evelyn wieder gesund werden! Und sie hat die OP gut überstanden – nun kann ich ganz toll mit ihr spielen und sie ist so wie andere Kinder. Nur dass sie 3 Mal am Tag Medizin nehmen muss, aber das macht ihr nix aus. Sie hat einen Herzfehler – na und! Sie ist eben was ”ganz Besonderes“. Auch wenn wir manchmal streiten, hab ich sie sehr lieb!
        Corinna Mladensich

Zur Person

Erich Mladensich,
Jahrgang 1965, ist im Pfarrgemeinderat der Pfarre St. Nikolaus in Auersthal tätig. Er leitet den Fachausschuss für Öffentlichkeitsarbeit, ist für das Pfarrblatt und die Internetseiten zuständig, sorgt sich um die pfarreigenen Gebäude und ist Ortsobmann der Katholischen Männerbewegung.

Zusätzlich betreibt er ehrenamtlich die Homepage für den Auersthaler-Dorferneuerungsverein und ist vor allem Familienvater.

Verheiratet seit 1996 und Vater von 2 Kindern, Corinna, 7 Jahre, und Evelyn, 4 Jahre.
Er ist, seit 25 Jahren im selben Betrieb, kaufmännischer Angestellter.







Diesen Bericht von Stefan Kronthaler lesen Sie auf Seite 15 der aktuellen Ausgabe von "Der Sonntag" Nr. 03 vom 18. 1. 2009 (erhältlich in Ihrer Kirche).

16.01.2009

Kurz notiert

22 neue Kardinäle

Papst Benedikt XVI. wird am 18. Februar 22 neue Kardinäle ernennen – darunter den erst seit vergangenem Sommer amtierenden Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki und den 83-jährigen deutschen Jesuitenpater Karl Josef Becker, einen langjährigen Berater der Glaubenskongregation.

Mit dem vierten Konsistorium seines Pontifikats bringt Benedikt XVI. den „Senat” der katholischen Kirche auf ein Allzeit-Hoch von 224.