Ausgabe Nr. 06 - 12.02.2012
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Als Vater gefordert: Nähe und Distanz
In unserer Väter-Serie: Andreas Kresbach, Vater einer 13-Jährigen. Seine Tochter Chiara kommentiert.

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Andreas und Chiara Kresbach

”Natürlich sind irgendwann, wenn man es noch nicht wahrhaben will, auch die kleinen und bisher selbstverständlichen Zärtlichkeiten zu seinem Kind nicht mehr so gefragt und in der Öffentlichkeit sowieso strikt verboten. Schließlich werden diese Zeichen der Liebe schon längst ganz anders, nämlich entmündigend und unzeitgemäß, empfunden.

Wenn die Aufenthalte im Badezimmer immer länger werden, das Kämmen der Haare auch vor dem Schlafengehen ausführlich gepflogen wird, na ja, soll sein, aber wenn dann auch die Badezimmertüre grundsätzlich zugesperrt wird, spätestens dann merkt man, dass das Kind erwachsen wird. Das muss man als Vater erst einmal akzeptieren – und, wenn’s geht, sogar auch verstehen.

Dafür ist es dann umso schöner, wenn sich die pubertierende Tochter doch noch mit dem irgendwie peinlichen Vater vor ihren Freundinnen zeigt und diesem dabei vielleicht sogar eine Geste der kindlichen Zuneigung schenkt (”das ist ja fast so wie früher!“). Als altes Gewohnheitstier hat man viel zu lernen, seine heranwachsenden Kinder auch einmal aus deren Sicht zu verstehen, ohne sich billig und pseudojugendlich anzubiedern. Aber man wird dabei durchaus entschädigt: etwa wenn man mit seinem Kind ernsthaft und vor allem neugierig über die Eigenartigkeiten der Schule oder die Dummheiten der Politik reden kann.“     Andreas Kresbach

Was Chiara, 13, sagt

”Wenn Erwachsene von ,erwachsen werden‘ sprechen, fassen sie diesen Begriff viel zu weit. Wenn man älter wird, werden nur neue Interessen entwickelt und neue Sachen entdeckt.

 Natürlich mag ich es nicht so gerne, wenn z. B. meine Eltern meinen Spitznamen in aller Öffentlichkeit nennen oder vor allen Leuten eine lächerliche oder unpassende Antwort auf eine Frage geben. Was ich auch noch nervig finde, wenn sie genau so ein Thema ansprechen.

Sie tun oft so, als wäre unser Verhalten so anders als vor einigen Jahren. Viel hat sich jedoch nicht geändert, wir geben vielleicht andere Antworten als früher, sehen die Sachen auch anders als früher und in unserem Zeitplan steht nicht mehr ,Spielen im Park‘. Trotzdem meine ich, dass die Gedanken meiner und aller Eltern über das angeblich schnelle Erwachsenwerden ihrer Kinder schneller sind, als sie sich daran gewöhnen können.

Chiara Kresbach, 13,
3. Klasse Gymnasium









Diesen Bericht lesen Sie auf Seite 15 der aktuellen Ausgabe von "Der Sonntag" Nr.  Nr.  49 vom 7. 12. 2008 (erhältlich in Ihrer Kirche).

05.12.2008

Kurz notiert

Klingendes Klosterneuburg

Junge Künstler aus Nachbarländern Österreichs bis hin zu Japan gestalten eine neue Konzertreihe des Stiftes Klosterneuburg in Zusammenarbeit mit Wiener Kulturinstituten.

An sieben Abenden musizieren die Künstler im barocken Augustinussaal des Chorherrenstiftes.

Den Auftakt bildet ein Konzert mit der aus Japan stammenden Pianistin Yuumi Yamaguchi am 2. Februar; den Abschluss macht am 18. Oktober die tschechische Mezzosopranistin Barbora Polaskova.

Die Vorführungen beginnen um 19 Uhr.

Programm: www.stift-klosterneuburg.at