Als Vater gefordert: Hurra, ein Nachzügler!

Wolfgang Engelmaier, Bundessekretär von Kolping Österreich, sowie Sophie und Felix über die kleine Anna.
 Wolfgang Engelmaier mit Anna.
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”Männer, die ein drittes Kind ,bekommen‘, müssen sich auf folgende zwei
Fragen gefasst machen:
1. ,Ist Ihnen das passiert?‘ und
2. ,Sind die alle von Ihnen?‘ – letztere Frage besonders dann, wenn es sich
– wie bei unserer Anna – um eine Nachzüglerin handelt.
Mit Dreien ist man kinderreich, und unsere Familie wird seit Annas Geburt
oft als ”richtige Großfamilie“ bezeichnet. Groß? Gemessen an früheren
Maßstäben wohl kaum. Ich
habe in meiner Zeit als Chefredakteur von ”alle welt“ öfters Porträts
bedeutender Gestalten der Weltkirche und -religionen verfasst: Die meisten
von ihnen haben/hatten ziemlich viele Geschwister (Kardinal König und Frère
Roger acht, der Dalai Lama sogar 15); und auch unter den Lesern und
Leserinnen dieser Zeilen mag es manche geben, die als Kind von zahlreichen
Brüdern, Schwestern, Onkeln, Tanten, (Groß-)Cousinen und anderen umgeben
waren und sich gerne daran erinnern.
Ob sie meinen Eindruck teilen, dass eine große Familie die Charakterbildung
äußerst positiv beeinflusst? Seit Annas Geburt haben unsere beiden Älteren,
Sophie (12) und Felix (8), jedenfalls viele Gelegenheiten bekommen, zu
wachsen und zu reifen – und sie auch genutzt. Sie übernehmen Verantwortung
für die kleine Schwester, nehmen Rücksicht auf ihre Bedürfnisse, springen
häufiger als früher bei der Hausarbeit ein, um Papa und Mama zu entlasten.
Sie nehmen das Wunder des Lebens wahr: Dass hier ein Mensch ist, den es bis
vor kurzem nicht gab; ein großes (wenn auch manchmal um eine Spur zu lautes)
Gottesgeschenk, das uns immer wieder Anlass zum Staunen gibt – und zum
Danken.“
Wolfgang Engelmaier
 Sophie und Felix Engelmaier
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Was Sophie, 12, dazu sagt
”Seit Anna auf der Welt ist, ist viel Schwung in unsere Familie gekommen.
Ich finde es sehr schön, dass sie da ist, denn sie ist einfach so
entzückend, wenn sie mit sich selber plaudert und alles in den Mund steckt
oder mich anstrahlt mit ihren großen blauen Augen. Da macht es mir gar
nichts, dass ich manchmal ein paar Sachen für sie erledigen muss: Wickeln,
Flascherl Geben, Niederlegen. Ich verstehe mich sehr gut mit meiner kleinen
Schwester – kein Wunder, sie kann ja noch nicht zurückreden!“
Was Felix, 8, dazu sagt:
”Wenn eine Baby-Schwester auf die Welt kommt, ändert sich so einiges: man
muss sich ein bisschen um sie kümmern und man kann mit ihr was unternehmen.
Ich trage Anna sehr gern herum, weil sie so süß ist. Wenn ich nahe zu ihr
hingehe, streichelt sie mich oder zieht mich an den Haaren. Und wenn sie
weint, tröste ich sie und schneide lustige Gesichter. Dann lacht sie
wieder.“
INFO
Mag. Wolfgang Engelmaier, der im Sommer drei Monate Karenz nehmen
konnte, ist als Bundessekretär für die interne und externe Kommunikation bei
Kolping Österreich zuständig.
Getragen wird die Verbandsarbeit von 60 ”Kolpingsfamilien“ mit rund
12.000 Mitgliedern in ganz Österreich. Infos: www.kolping.at
Diesen Bericht lesen Sie auf Seite 23 der aktuellen Ausgabe von "Der
Sonntag" Nr. Nr. 48 vom 30. 11. 2008 (erhältlich in Ihrer
Kirche).
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