| EINFACH LEBEN – Abschluss der Fastentipps der Brüder von Taize, 8.Teil | ||
| Hoffnung – Den Christen ist ein Geheimnis der Hoffnung anvertraut, zu dem untrennbar das Versprechen eines Sinnes gehört. Die Welt hat einen Sinn, unser Leben hat einen Sinn, Lieben hat einen Sinn. | ||
GEBETHeiliger Geist, Tröster, uns schlichten Menschen des Evangeliums hast du ein Geheimnis der Hoffnung anvertraut. Auch wenn wir es nicht beachten, ist es da und trägt unsere Hoffnung. Lieben wir christusgemäß, lieben wir mit Hoffnung. Das heißt, unsere Liebe kann keine traurige Liebe sein. Ihre Quelle ist nicht die stoische Ruhe, sondern der Glaube an die Auferstehung, das heißt der Sieg der Liebe. Der Glaube entsteht oft aus einem aufblitzenden Sinn, der sich zur Hoffnung entfaltet. Ohne Christen zu heißen, lieben andere Menschen manchmal mit einer ungesagten, anscheinend weder benannten noch begründeten Hoffnung. Wir wissen, dass etwas vom Geheimnis des Glaubens über die Kirche hinausgeht und teilweise die Welt bewohnt.
Dostojewski sieht im Christen der Zukunft vor allem jemand, der in der Welt den Sinn der Auferstehung bewahrt. Er spielt nicht das Sichtbare gegen das Unsichtbare aus. Er ist das Salz der Erde. Er weiß, dass das Salz die Speise nicht ersetzt, sondern ihren Geschmack hervorhebt. Ebenso setzt ein Christ die gegenwärtige Welt nicht der kommenden entgegen. Am Ende seines großen Romans „Die Brüder Karamasow“ schildert Dostojewski ein Gespräch eines der Brüder Karamasow, des Zeugen der Auferstehung, mit Kindern, die vor dem Grab eines andern Kindes stehen:
ÜBUNGENO Schau auf alles Schöne, auf alles, was mit der Liebe vereinbar ist, und meditiere den Satz von Paul Claudel: „Die Welt ist nicht Trugbild, sondern Sinnbild.“ 21.04.2006 |


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